Dietikon

Grünen-Vorstoss für Tempo 30 gescheitert: weiter 50 km/h auf der Steinmürlistrasse

Kein Tempo 30 auf der Steinmürlistrasse – aber vielleicht eine Nachtsperrung.

Kein Tempo 30 auf der Steinmürlistrasse – aber vielleicht eine Nachtsperrung.

Das Dietiker Volksverdikt von 2005 gerät nicht in Gefahr – Der Vorstoss der Grünen scheitert im Parlament an einer Stimme.

2005 hatte das Dietiker Volk Tempo 30 auf der Steinmürlistrasse abgelehnt. Gemeinderat Andreas Wolf (Grüne) hat die Diskussion über diese Idee mit seinem Postulat neu entfacht. Und der Stadtrat wäre sogar bereit gewesen, das Postulat entgegenzunehmen.

Doch die Zeit ist auch 15 Jahre nach dem Volksverdikt nicht reif dafür. Mit 17 zu 16 Stimmen hiess das Parlament den Nichtüberweisungsantrag von Martin Christen (CVP) gut. Er stellte mit seinem Antrag sicher, dass es zu einer Diskussion kam – Andreas Wolf bedankte sich explizit dafür.

Gegen Tempo 30 sprach nicht nur der ganz grundsätzliche Widerstand von SVP, CVP und Teilen der FDP. «Mit dem Bau der Limmattalbahn ist der Verkehrsfluss in Dietikon ziemlich durcheinandergeraten. Wie sich das nach der Inbetriebnahme der Limmattalbahn entwickeln wird, wird sich zeigen», sagte Christiane Ilg-Lutz (EVP).

Es sei daher zweckmässiger, die neuen Verkehrsströme zu untersuchen, wenn die Limmattalbahn fährt und erst dann die beste Lösung zu finden. Dem widersprach Andreas Wolf: Es werde sehr schwer sein, die Verkehrsflüsse im Nachhinein zu ändern, also nachdem sie sich schon eingependelt haben.

Die Gegner von Tempo 30 sehen als beste Lösung verschiedene Massnahmen zur stadtverträglichen Verkehrsabwicklung, die im Betriebskonzept Steinmürlistrasse festgehalten sind, das Teil des städtischen Gesamtverkehrskonzepts von 2016 ist. Namentlich sind das eine Dosierung mittels Lichtsignalanlage, damit die Verkehrsbeziehung zwischen Bergdietikon und Spreitenbach nicht weiter gefördert wird sowie ein nächtlicher Streckenunterbruch mittels Pollern auf Höhe des Bollenhofwegs.

«Wenn man das Betriebskonzept umsetzt und nach Inbetriebnahme der Limmattalbahn angeht, ist das wirklich eine ganz gute Sache», sagte Ottilie Dal Canton (CVP), die selber an der Steinmürlistrasse wohnt.

Für die FDP gab Olivier Barthe das «diffuse Meinungsbild» seiner Partei ab, derweil sich Sven Johannsen (GLP) mit dem Motto «Slow down, take it easy» für Tempo 30 aussprach.

«Man muss dem Aargau auf den Schlips treten»

Für Markus Erni (SVP) ist klar, dass das Durchgangsverkehrsproblem auf der Steinmürlistrasse nicht von Dietikon gelöst werden kann. «Man muss das auf höherer Ebene lösen und dem Kanton Aargau auf den Schlips treten», so Erni.

Denn der Durchgangsverkehr stammt insbesondere vom Mutschellen. Auch er erwähnte das Betriebskonzept positiv. Neben Andreas Wolf präsentierte sich einmal mehr Manuel Peer (SP) als Verfechter von Tempo 30. «Es geht um Menschenleben», sagte er.

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