Unter lauten Zurufen der Zuschauer wird geschubst, gestossen und gedrängelt. Als erste schafft es Entlein Nr. 81 und verhilft so seiner Besitzerin Donika Iliri zu einem Quadcopter mit eingebauter Kamera. Aber nicht alle Entlein wollen so recht mitmachen. Einige verstecken sich im Schilf, andere ziehen es vor, hinter einem Stein eine kleine Pause einzulegen und benötigen eine Extraeinladung. Entlein Nr. 102 schwimmt schliesslich gemächlich als letztes über die Ziellinie. Seine Besitzerin Jeanette Schurtenberger darf sich über eine Kaffeemaschine als Trostpreis freuen.

Den Startschuss zum heiteren Entenschwimmen am Birmensdorfer Bachfest gibt die in die Jahre gekommene Feuerwehrspritze. Gebaut wurde sie im Jahr 1905, das letzte Mal zum Einsatz kam sie 1963 bei einem Brand im Reppischtal. Am Samstag sorgt sie für einen fulminanten Start der Gummienten. «Eins, zwei – eins, zwei»: Acht wackere Männer pumpen, was das Zeug hält. Alfred Schmid zielt mit der Spritze auf den Entenkorb und der Wasserstrahl bringt zum Vergnügen der Zuschauer diesen zum Kippen. Das Rennen auf dem Wüeribach ist eröffnet.

120 freiwillige Helfer

Zum siebten Mal bereits hatte die Feuerwehr Vereinigung Birmensdorf, gemeinsam mit dem Verein Volley S9, zum Fest eingeladen. René Hedinger, Vizepräsident des Organisationskomitees, freut sich über die vielen Gäste. «Damit die Leute das Fest so richtig geniessen können, sind 120 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Bei uns gibt es richtige Teller und richtiges Besteck. Und es wird serviert.» Es ist ihm ein Anliegen, dass die Gäste sitzen bleiben können. Bei frisch zubereiteten Fischknusperli oder einer Grillwurst mit Bier lassen sich die Birmensdorfer nicht lange bitten. Das Fest sei eine gute Gelegenheit, Freunde zu treffen. Oft sind es auch alte Schulkollegen, die von Birmensdorf weggezogen und eigens für das Bachfest angereist sind, hört man. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die Harmonie Birmensdorf und Die fidelen Altbergmusikanten.

Ein Gaudi der besonderen Art ist die Fotobox. Mit Feuerwehrhelm, coolen Brillen und anderen Utensilien lassen sich Familien, Freundinnen, Schulkolleginnen fotografieren und erhalten einen Fotostreifen als Andenken an das Bachfest. An den Marktständen entlang des Wüeribachs bieten Händler ihre Waren feil. Konfitüren und Servietten, Schmuck und Geschenkartikel warten auf Kundschaft. Anneliese Maurer strickt das ganze Jahr über für diesen Anlass. «Handschuhe habe ich diesmal nicht mitgenommen und auch die Socken laufen nicht so gut bei diesen Temperaturen», sagt die Birmensdorferin und lacht. Mit dem Verkauf der Kasperlifiguren und der gestrickten Babyfinken hingegen ist sie zufrieden. Auch Hildegard Handler kann nicht klagen. Sie bietet Hergiswiler Glaswaren zum Verkauf: «Es könnte besser laufen, aber ich bin nicht wegen des Verdienstes hier. Hauptsächlich freue ich mich, alte Bekannte zu treffen und mit ihnen ein Schwätzchen zu halten.» Was sie nicht verkaufen kann, packt sie sorgfältig wieder ein – bis zum nächsten Bachfest.