Dietikon
Grosses Interesse an der Limmattalbahn - und erneut Kritik

Das Interesse an der Limmattalbahn steigt enorm. Das beweist der Informationsanlass, der am Mittwochabend im Dietiker Stadthaus stattgefunden hat. Kritisiert wurde allerdings, dass es keine eigentliche öffentliche Diskussion gab.

Jürg Krebs
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Die Limmattalbahn in Dietikon unterwegs (Visualisierung).

Die Limmattalbahn in Dietikon unterwegs (Visualisierung).

Zur Verfügung gestellt

Rund 100 Politiker und Interessierte sind erschienen, um ZVV-Chef und Limmattalbahn-Verwaltungsrat Franz Kagerbauer zuzuhören, der zusammen mit Projektleiter Daniel Issler das Projekt in Dietikon vorstellte. Nach der abgeschlossenen Vorprojektphase startet nun die Bauprojektphase. Jeder Streckenkilometer wird nun im Detail geplant. Ein Konzessionsgesuch ist eingereicht.

Für Kagerbauer ist klar: Der Bau der Limmattalbahn ist die richtige Antwort auf die Entwicklung, die das Limmattal durchlebt. Das Verkehrsaufkommen wird gemäss Berechnungen um einen Drittel zunehmen, dasselbe gilt für die Einwohnerzahl. Die Zahl der Arbeitsplätze wird um zwei Drittel steigen.

Limmattal als eigenständiger Wirtschaftsraum

Nur eine Limmattalbahn wird freie Fahrt garantieren können, so Kagerbauer. Das Limmattal sei schon heute ein eigenständiger Wirtschaftsraum und nicht mehr alleine auf die Stadt Zürich ausgerichtet. Laut Kagerbauer wird die Bahn die Region aufwerten und Lebensqualität bringen. Es sei ein Projekt für die nächste Generation.

Eine erste Etappe der Bahn soll 2020 in Betrieb gehen können. Die 13,5 Kilometer lange Strecke zwischen Altstetten und Killwangen kostet 670 Millionen Franken, inklusive flankierende Massnahmen.

Keine neuen Eisichten

Neue Einsichten gab es keine. Die Knackpunkte sind bezüglich Umsetzbarkeit unter anderem die Stadtzentren in Dietikon und Schlieren. Dennoch ist die Linienführung gemäss Bahnpromotoren machbar. Bei der Dietiker Bunkerkreuzung im Westen der Stadt soll die Überlandstrasse künftig das Limmattalbahn-Trassee unterfahren und damit den Durchgangsverkehr aus den beiden Stadtzentren in eine Umfahrung zwingen.

Der Anlass in Dietikon - in einer Woche findet er in Spreitenbach statt - wurde auch organisiert, um seitens Limmattalbahn mit Bevölkerung und Meinungsmachern in Kontakt treten zu können. Fragen konnten vor Ort schriftlich formuliert und eingereicht, aber auch mit Projekt- und Behördenvertretern diskutiert werden. Sie werden samt Antworten in absehbarer Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Kritiker hätten öffentliche Diskussion begrüsst

Kritiker aus Schlieren, etwa SVP-Gemeinderat Thomas Grädel oder SVP-Kantonsrat Pierre Dalcher hätten eine öffentliche Diskussion begrüsst.

Befürworter wie der Dietiker SP-Kantonsrat Rolf Steiner finden das Vorgehen nur auf den ersten Blick überraschend. Eine Diskussion hätte wohl nur die hinlänglich bekannten Positionen wiederholt. Die schriftliche Form biete die Chance einer Differenzierten herangehensweise.

Der Informationsanlass in Dietikon stiess auf grosses Interesse

Der Informationsanlass in Dietikon stiess auf grosses Interesse

Limmattaler Zeitung