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Grosser Sänftling und spassiger Kollege – der etwas andere Al Capone

Der beste Kollege: Barbara Bühlmann hat schon seit ihrer Lehre einen Hund.

Barbara Bühlmann ist eine Hundeliebhaber- und Trainerin und führt eine Tankstelle in der Fahrweid. Ihr Hund ist ein Rottweiler und hört auf den Namen des berühmten italienischen Verbrechers Al Capone.

Barbara Bühlmann massregelt ihren Rottweiler. «So sitz jetzt und zeig, was du kannst!» Immer wieder legt der Hund seine Pfote auf den Picknicktisch vor dem Vereinshaus des Hundeclubs Dietikon.

Bühlmann ist Hundetrainerin im Club, Filialleiterin einer Tankstelle in der Fahrweid und sie liebt Hunde. Jahrelang züchtete sie gar eigene Bullmastiff. Danach wechselte sie in den Sicherheitsdienst und sorgte mit ihren Schäferhunden in Clubs und an grossen Veranstaltungen für Ordnung und Sicherheit.

In den meisten Fällen seien die Partygänger sehr erschrocken, obwohl ihr Hund noch nie jemanden gebissen habe. «Ich musste nur einen Zischlaut machen und schon gab der Hund an», sagt die 61-Jährige. Die meisten Leute hätten Respekt vor Kampfhunden. Die Geschichten über bissige Tiere seien frisch im Gedächtnis.

Wenn kleine Hunde beissen

Doch Bühlmann trifft einige Vorbeugemassnahmen: «Ich lasse meinen Hund nie frei rumlaufen.» Er solle auch nicht direkt zu Passanten gehen. Wenn AlCapone einmal Auslauf erhält, ist das auf geraden, übersichtlichen Strassen. «Dort sehe ich was passiert. Wenn jemand kommt, rufe ich ihn rechtzeitig zurück», sagt Bühlmann. Pfeife man einen Hund zu spät zurück, müsse man sich nicht wundern, wenn dieser dann einem Reh nachjage. Auf grosse Distanz sei es aber immer schwierig, erfolgreich abzurufen.

Das sei jedoch nicht nur bei den grossen Hunden der Fall. Das erlebte Bühlmann hautnah als sie bei Qualipet arbeitete: «Einmal kamen zwei Frauen mit einem kleinen Hund. Als ich ihm das Halsband zumachte, hat er mich in die Hand gebissen», sagt Bühlmann. Die beiden Herrinnen hätten gelacht. «Ist ja nur ein kleiner Hund.» Das habe sie sehr unfair gefunden. Wäre es ein grosser Hund gewesen, hätten sie ein Verfahren am Hals gehabt.

Bühlmann hatte schon seit ihrer Kindheit ein Händchen für Tiere. Als sie in die Lehre kam, habe sie sich mit dem ersten Lehrlingslohn einen Boxerrüden namens Arno gekauft. Dieser habe jedoch einen Hirntumor gehabt und deshalb jemanden gebissen, folglich wurde er eingeschläfert. Seither hatte sie mit keinem ihrer Hunde mehr Probleme.

Auch im Schäferklub ist sie im Vorstand. In diesem trainieren Schäfer- und Rottweiler gemeinsam um auch an Wettkämpfen teilzunehmen. Rottweiler sind Hunde, für die es in manchen Kantonen wie etwa dem Aargau eine Halterbewilligung braucht.

Im Spiel Leute attackieren

Bis anhin mussten alle Hundehalter im Kanton Zürich einen Welpenkurs besuchen, neu soll dieser jedoch nur für Listenhunde obligatorisch sein. Nebst ihrem Job als Filialleiterin der Tankstelle in der Fahrweid führt Bühlmann nun auch solche Kurse auf dem Gelände des Hundeclub Dietikon durch. Dort amtet sie als Präsidentin. Das bietet AlCapone Gelegenheit zu trainieren. «Ich trainiere ihn zwei bis dreimal pro Woche», sagt Bühlmann.

Das Ziel sei in erster Linie aus dem verspielten Welpen einen freundlichen Begleiter Hund zu machen. Zudem soll er auch an einem IPO Wettkampf teilnehmen können. Dort attackiert der Hund auch einen gut eingepackten Statisten. «Doch die Hunde wissen genau, dass sie nur auf Befehl attackieren dürfen.» Dabei werden insbesondere drei Fähigkeiten geprüft: Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst.

«AlCapone ist super im Fährtenlesen, doch sich unterzuordnen und neben der Mutter herzugehen, das ist ihm zu langweilig», sagt Bühlmann. An dieser Disziplin müsse er nun arbeiten. Doch allzu oft ertappe sie sich, dass sie das lieber mache was der Hund auch gerne mache. «Er ist halt ein richtiger Kollege, einer mit dem man Seich machen kann.»

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