In den Strassen von Weiningen wehte am Samstagmorgen ein kühler Herbstwind. Erstaunt durfte man nicht sein, wenn dieser auch den Hauch einer Delikatesse mit sich führte: Er blies den Duft von Trüffel in die Nase. Im Dorfzentrum gab es an 21 Marktständen unterschiedlichste Variationen an Trüffelknollen sowie eine breite Palette weiterer Trüffel-Produkte zu erwerben. Zudem war es möglich bei der Winzerfamilie Haug, die auch bei der siebten Ausgabe wiederum ihren Hof für die Festwirtschaft zur Verfügung stellte, einzukehren. Für das leibliche Wohl mit passendem Risotto und regionalem Sauser sowie Gastfreundschaft war damit gesorgt.

Einer der grössten schwarzen Knollen mit einem Marktwert von rund 200 Franken war bereits in der ersten Stunde nach Beginn des Markttreibens weg. Diesen gab es bei Fredy Balmer, dem Präsidenten der Schweizerischen Trüffelvereinigung, die den Anlass nach Weiningen brachte, zu kaufen. «Wenn es so weitergeht wie in der ersten Stunde, dann wird das ein sehr guter Tag», sagte er. Gäste von nah und fern flanierten durch die Strasse, um etwa Trüffelbutter, Fondue oder Fleischspezialitäten zu kaufen.

Zutaten fürs Sonntagsmenü

«Ich miete in Weiningen einen Stall für mein Pferd und habe den Hinweis für den Markt gesehen. Diesen Knollen habe ich nun gekauft, um ihn über das Raclette zu raspeln», sagte Céline Bühlmann aus Oetwil und zeigte den schwarzen Trüffel in ihrer Hand. Einen etwas weiteren Weg zum Markt nahm Simone Gyenge aus Boppelsen unter die Füsse: «Für unsere Gäste morgen Abend gibt es selbstgemachte Tagliatelle mit haufenweise Trüffelraspeln oben drauf. Der Geschmack geht durch den ganzen Körper», schwärmte sie. Gyenge entschied sich für einen Knollen aus der Romandie, der mit passender Dekoration aus Steinen und Blättern dargeboten wurde.

Das erste Mal mit einem Stand in Weiningen vertreten war das Ehepaar Brigitte Stocker und Matthias Wittwer aus Wettingen. Sie hatten eine spezielle Kombination im Angebot. Die Trüffelsuche in der Region war ihr gemeinsames Hobby und das ihrer beiden Hunde, bis Brigitte Stocker die Idee kam, die Delikatesse mit Schokolade zu mixen. «Wir benutzen nur regionale Trüffel, aber in diesem Herbst gibt es nach dem warmen Sommer kaum einen zu finden. Das ist auch für die Hunde deprimierend», erzählte Wittwer.

Ihre Produkte, die in Zusammenarbeit mit dem Wettinger Chocolatier Fabian Riman entstanden, gab es nach einem Jahr Tüfteln am Markt zu kaufen: Haselnusscreme oder Pralinen mit Trüffel. Zur Degustation konnte der Aufstrich auf einem Stück Zopf probiert werden. «Sehr speziell, aber es harmoniert sehr gut», sagte Hans Schellenberger aus dem Zürcher Oberland zum neuen Geschmacksmix. Er kenne die Faszination, mit den eigenen Hunden nach Trüffeln zu suchen sehr gut. «Ich musste es aber aufgeben. Mein Hund wollte schlicht nicht mitmachen», sagte er lachend. Er erzählte auch davon, wie er letztes Jahr zum Spass einen Kurs besuchte.

An den Marktständen blieb somit auch die Zeit, sich über die Erfahrungen beim Trüffelsuchen auszutauschen.