Der Kirchplatz erbebte durch den Schall der Trychlergruppe Dietikon, die mit ihren Kuhglocken am Freitag den Beginn eines dreitägigen Fests einläuteten – es galt das 125-Jahr-Jubiläum der Stadtmusik Dietikon zu würdigen. Da an diesem Wochenende auch der Regionalmusiktag des Musikverbandes Amt und Limmattal stattfindet, verwandelte sich das Stadtzentrum in eine grosse Konzertbühne, dessen Herz das Festzelt bei der Markthalle ist.

Das erste Konzert des Abends bestritt die Stadtmusik selbstverständlich selbst. Roland Debrunner moderierte durch ein flottes Programm, in welchem zur Freude des Publikums Melodien von Abba oder Udo Jürgens zu hören waren. Ebenfalls wurde auch der Marsch «one2five» gespielt, welcher der Dirigent Marco Nussbaumer eigens zum Jubiläum komponiert hat.

Neben der eingangs erwähnten Trychlergruppe, die übrigens in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, zollten auch die allseits beliebten Reppischfäger der Stadtmusik Tribut. Ein viel umjubelter Auftritt, feiert die Guggenmusik doch heuer ihr 40-Jahr-Jubiläum.

Stadtpräsident Otto Müller nutzte den Moment zwischen zwei Konzertblöcken, um der Stadtmusik zu gratulieren: «Die Stadtmusik Dietikon gehört früher wie heute zu Dietikon, wie die Limmat, die Reppisch und der Schäflibach.»

Trotz Gewitter ein fröhliches Fest

«Petrus muss ein Musiker sein», sagte OK Präsident Reto Siegrist noch im Hinblick auf das Wetter am frühen Abend. Dennoch bekam Dietikon später eine Breitseite des starken Gewitters ab, aber der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Das Publikum drängte sich ins Festzelt, um die Band «Bust a Move» zu erleben, die nach der Stadtmusik die 60er- und 70er-Jahre Revue passieren liess.

«Die Stimmung war genial», so Marco Hort von der Musikkommission, «die Leute wollten die Band kaum gehen lassen.» Bis tief in die Nacht wurde fröhlich gefeiert.

Musikalischer Besuch aus Kolin

Der Samstag eröffnete die Feierlichkeiten mit einer Marschmusikparade vom Stadthaus bis zum Kirchplatz. Dort folgte ein Gesamtchor vor der St. Agatha-Kirche, den viele Menschen verfolgten. Unter den sechs Musikvereinen war auch die Stadtkapelle Frantisek Kmochs aus Kolin vertreten, der Partnerstadt von Dietikon. Ihr Besuch ist einer der Höhepunkte des Programms.

Die Musikerinnen und Musiker kamen bereits am Vorabend aus Tschechien an. «Sie mussten einen Weg von zwölf Stunden auf sich nehmen und am Sonntag dann dasselbe wieder in die andere Richtung», so Marco Hort, der die auswärtigen Gäste betreute. Bevor die Kapelle ihr Talent mit Werken von Händel bis «Rocky» unter Beweis stellte, wurde mit dem ersten Teil der Veteranenehrung vom MVAL ein offizieller Festakt unter regem Interesse des Publikums abgehalten.

Darauf folgte das Konzert der Jugendmusik Bezirk Affoltern sowie die Wettspielvorträge im Pfarreizentrum St. Agatha. Viele Besucher warteten auch gespannt auf den Überflug des PC-7 Teams der Schweizer Luftwaffe. Gleiches galt auch für das angekündigte Feuerwerk, das den regnerischen Himmel über dem Limmattal erhellen soll.

Auch am Sonntag kann man dem reichhaltigen Festprogramm beiwohnen und mitfeiern. Keine Frage: In Dietikon spielt an diesem Wochenende die Musik.