Oberengstringen
Grosse Erneuerungspläne für die Schule

Der Gemeinderat hat seine Wunschvariante für zukünftige Infrastruktur vorgestellt. Die Neustrukturierung der Oberengstringer Schulhäuser ist bei der Bevölkerung ein Thema.

Bettina Hamilton-Irvine
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Sekundarschulhaus Allmend: Das im Jahr 1970 gebaute und somit neuste Schulhaus bleibt auf jeden Fall bestehen. ZIM

Sekundarschulhaus Allmend: Das im Jahr 1970 gebaute und somit neuste Schulhaus bleibt auf jeden Fall bestehen. ZIM

Limmattaler Zeitung

Möglicherweise durchzuckte zum Schluss der Veranstaltung den einen oder die andere ein leichtes Bedauern darüber, dass so viele Menschen den Weg ins Oberengstringer Zentrum gefunden hatten. Dann nämlich, als René Beck, Gemeindepräsident ad interim, erklärte, man hätte das Thema in einer Gartenbeiz diskutiert, wären weniger als zehn Zuhörer erschienen.

Diese Sorge hingegen war, wie sich herausstellte, mehr als unbegründet: Der grosse Saal war besser gefüllt, als es an einer durchschnittlichen Gemeindeversammlung der Fall ist. Dass die Neustrukturierung der Oberengstringer Schulhäuser für die Bevölkerung ein so wichtiges wie emotionales Thema ist, zeigte sich auch in der anschliessenden Diskussion, in der kritische Fragen laut wurden.

Wunsch der Zukunftskonferenz

Unbestritten schien hingegen, dass man sich Gedanken über die schulische Infrastruktur machen muss – was auch die 2010 durchgeführte Zukunftskonferenz bestätigte, die unter anderem den Wunsch nach zentralen Schulhausbauten ermittelte.

Gedanken gemacht hatte sich der Gemeinderat, und zwar ausführlich: An der Informationsveranstaltung stellte er vier Varianten vor (siehe Kasten), die «gründlich durchleuchtet» worden waren, wie Liegenschaftenvorstand Jean Fritz Weber sagte. Wieso man sich entschieden habe, die beiden Varianten 4a) und 4b) weiterzuverfolgen, legte der Gemeinderat aus schulischer und finanzieller Sicht dar.

So hatte die Schulpflege die Varianten je nach den Hauptkriterien Infrastruktur, Schulorganisation, Schülerbelange, Pädagogisches und Attraktivität bewertet, wie Schulpräsident André Bender darlegte. Überzeugt hätten die Varianten 2) und 4).

Aus finanzieller Sicht hätte Variante 1) am rosigsten ausgesehen, da der Verkauf der beiden Grundstücke Rebberg/Gubrist und Goldschmied/ Sunnerai/Halde immerhin 27,5 Millionen Franken in die Gemeindekasse spülen würde – bei einem Aufwand für den Neubau auf dem Areal Allmend von 31,5 Millionen Franken.

Alle anderen Optionen kosten mehr. Trotzdem kommt diese Option aus Sicht der Schulpflege nicht infrage, wie Bender erklärte – vor allem, da der Schulweg ins Allmend Kindergartenkindern aus der ganzen Gemeinde nicht zuzumuten sei. Unter Einbezug der möglichen Landverkäufe, eines Zeitfaktors und Abschreibungen kam auch Finanzvorstand Jürg Bruppacher zum Schluss: «Die Varianten
4 können weiterverfolgt werden.»

Gubrist als Schwachstelle

Auch eine so genannte «Variante 0», das heisst, ein Belassen beim Status quo, kam kurz zur Sprache. Dass man damit jedoch nicht für die Zukunft gerüstet wäre, liegt einerseits am Schulhaus Gubrist, wie Beck erklärte: Es genüge «an allen Ecken und Enden» nicht mehr und müsse auf jeden Fall bald erneuert oder ersetzt werden.

Anderseits wäre so auch die Einführung einer Grundstufe – der Unterricht von Kindergarten und 1. Klasse in einem Raum – nicht möglich, sollte dies dereinst gewünscht werden, wie Bender sagte. Sein Fazit: «Eine attraktive schulische Infrastruktur fördert auch die Attraktivität der Gemeinde.»

Der Schulpräsident legte ausserdem dar, welche Aspekte für neue Schulhausbauten wünschbar wären: Dazu gehört eine Tagesschule und Küche, Krankenzimmer, Liegeräume, grössere Klassenzimmer, mehr Gruppenräume und Medienzimmer. Doch noch sind prinzipiell alle Optionen offen, wie Weber betonte: «Wir haben noch nichts entschieden und erst recht noch nichts verkauft.»

Dass man bereits jetzt über die Möglichkeiten berichte, hänge mit dem neuen Informationskonzept zusammen, erklärte Beck. Das letzte Wort wird aber auf jeden Fall die Oberengstringer Bevölkerung haben.