Porzellan, Parfum, Playmobil – im eben erschienenen Bildband «The Brander – Marken und ihre Macher» der Zürcher Markenberatungsagentur Branders werden Unternehmer aus der ganzen Welt vorgestellt. Ihre Produkte, ihre Möglichkeiten sind völlig unterschiedlich; was sie aber eint, ist der Einsatz, der Wille und das vergossene Herzblut, mit der sie eine Marke geschaffen oder Traditionen fortgeführt haben.

Das Schweizer Onlinemagazin «The Brander» porträtiert seit 2011 spannende Marken und ihre Macher. Die besten 29 wurden nun für das Buch ausgesucht – fünf davon stammen aus der Schweiz: die Konditorei Schober-Péclard in Zürich, die Yacht- und Bootswerft Pedrazzini in Bäch, die Möbelfabrik Horgenglarus aus Glarus, die Skimanufaktur Zai aus Disentis – und die Kaffeerösterei Ferrari an der Bremgartnerstrasse in Dietikon.

Patron Renato Ferrari lacht, angesprochen auf das Buch. Er habe gar nichts davon gewusst, dass sein Porträt für den Bildband ausgesucht wurde, und habe dann zu seiner grossen Überraschung die Einladung zur Vernissage erhalten. «Wir haben uns sehr gefreut, es ist eine grosse Ehre für uns.» Und ein schönes Erinnerungsstück noch dazu, meint er.

Faszination für eigentümliche Welt

«Der alte Herr im dunkelroten Pulli steht immer dabei, wenn zweimal pro Woche die grünen Bohnen aus ihren Jutesäcken im Lager geholt werden. Seine Pensionierung liegt bald zwanzig Jahre zurück, aber bis auf die Tatsache, dass sein ehemaliger Beruf zu seinem Hobby wurde, hat sich nichts verändert», beschreibt Olivia El Sayed den Patron Renato Ferrari im Unternehmensporträt. Ferrari, wie man ihn kennt, stehts in seiner Uniform anzutreffen: nicht nur mit dem roten Pulli und Krawatte, auch die erloschene Pfeife in der Hand.

«Wir produzieren nicht den besten Kaffee. Das ist Geschmacksache. Aber wir bieten mit Sicherheit die beste Qualität», sagt Ferrari über sein Produkt. Der Röstprozess dauert überdurchschnittlich lange, die über hundertjährige Röstmaschine erreicht nur eine Höchsttemperatur von 200 Grad Celsius. Dadurch werde den Kaffeebohnen ein grosser Teil der Gerbsäure entzogen, und die Aromen würden sich langsamer, aber intensiver entwickeln, so Ferrari.

Doch es sei nicht nur die Qualität, die die Kaffees von Ferrari so speziell macht, schreibt El Sayed. Es ist sei auch das Erlebnis, wenn man in den kleinen Kaufmannsladen tritt, den Ferraris Ehefrau Bethli führt, und in dem die Mischungen in braune Papiertüten gefüllt in den Regalen stehen. Diese andere, längst vergangene Welt. «Es ist die Faszination für diese eigentümliche Welt, die die Jungen wieder zum Kaffeetrinken verleitet«, zeigt sich Ferrari überzeugt, «nicht der Kaffee selbst.» Und er verrät im Porträt zum Schluss seine Erfolgsrezepte als Patron: «Etwas Edles kann nur herstellen, wer selbst Stil hat.» Und: «Seien Sie stur und rauchen Sie viel. Dann werden Sie alt und erfolgreich.»

René Alleman, «The Brander – Marken und ihre Macher», Hamburg 2013. ISBN 978-3-944296-00-5