Geschlossenheit demonstrieren
Grossaufmarsch: 60 Behördenmitglieder stehen für die Limmattalbahn ein

Grossaufmarsch in Dietikon: 60 Stadt- und Gemeindepräsidenten und Parteienvertreter stehen zusammen, um ein Zeichen zu setzen für die Limmattalbahn – sie stehen dafür auch mit ihrer Unterschrift ein.

Sandro Zimmerli
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Nächster Halt: Limmattalbahn.

Nächster Halt: Limmattalbahn.

Florian Niedermann

Die Schlussrunde ist eingeläutet. Keine drei Wochen dauert es mehr, bis der Kanton Zürich über die Realisierung der Limmattalbahn befindet. Für die Befürworter des Jahrhundertprojektes, das dereinst Zürich Altstetten mit Killwangen verbinden soll, ist das Grund genug, noch einmal Einigkeit zu demonstrieren. Und zwar mittels eines Manifests.

Über 50 Behördenmitglieder liessen sich vor der Unterzeichnung der Absichtserklärung auf einem Gruppenbild verewigen
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Die Absichtserklärung, unterzeichnet von gegen 60 Exekutivmitgliedern der Standortgemeinden der Limmattalbahn
Nach den Ansprachen unterzeichneten die anwesenden Behördenmitglieder die Absichtserklärung
Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegg wirbt für die Limmattalbahn

Über 50 Behördenmitglieder liessen sich vor der Unterzeichnung der Absichtserklärung auf einem Gruppenbild verewigen

Florian Niedermann

Dieses trägt den Titel «Wir brauchen die Limmattalbahn». Es soll als Botschaft für den Rest des Kantons dienen und die Stimmberechtigten am 22. November zu einem Ja an der Urne bewegen. Gestern wurde es im Dietiker Stadthaus von Vertretern der Standortgemeinden Zürich, Schlieren, Urdorf, Dietikon und Spreitenbach präsentiert und anschliessend von rund 60 Behördenvertretern – darunter von FDP-Nationalrat und Ständeratskandidat Ruedi Noser – unterzeichnet.

Darüber wird abgestimmt

Die Limmattalbahn (ein Tram) soll Altstetten mit Killwangen verbinden und die grössten Stadt- und Entwicklungsgebiete erschliessen. Die 13,4 Kilometer lange Strecke wird 27 Haltestellen aufweisen. 2019 soll die erste bis Ende 2022 die zweite Etappe in Betrieb genommen werden. Am 22. November wird über die Kantonalzürcher Staatsbeiträge von maximal 510,3 Millionen für den Bau der Limmattalbahn-Infrastruktur und über weitere 136,3 Millionen für die Erweiterung von Strassenkapazitäten abgestimmt. Die Gesamtkosten für die Limmattalbahninfrastruktur von 755 Millionen teilen sich der Bund und die Kantone Zürich und Aargau.

«Ein Zeichen im Kanton zu setzen ist nötig, weil die Gegner sagen, die betroffene Region will das Projekt gar nicht», erklärte Dietikons Stadtpräsident Otto Müller (FDP) den Hintergrund der Aktion. Gleichzeitig betonte er, wie wichtig es sei, dass das Projekt realisiert werde. Etwa wegen des erwarteten Mehrverkehrs aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums im Limmattal. So sei bei der Wirtschaft die Verkehrsproblematik «ein zentrales Thema», erklärte Müller. Um die Entwicklung der Region zu steuern, brauche es die Limmattalbahn. «Ohne Limmattalbahn passiert die Entwicklung einfach. Mit der Bahn können wir sie aktiv steuern», hielt er fest. So sei in Dietikon nicht zusätzliches Wachstum das Ziel, sondern die Siedlungserneuerung.

Befürworter und Gegner

Pro Limmattalbahn: Zürcher Regierungsrat. Kantonsrat. Der Bund. Die Aargauer Regierung, der grosse Rat Aargau. Die Exekutiven der Städte Zürich, Dietikon, Schlieren und aller Gemeinden im Bezirk Dietikon. Mit einer Ausnahme alle Dietiker Stadtparlamentarier. Alle Limmattaler Kantonsräte sämtlicher Parteien. Der Gewerbeverband Limmattal und seine lokalen Sektionen. Der Industrie und Handelsverein Dietikon, die Wirtschaftskammer Schlieren, die Vereinigung für Industrie, Handel und Dienstleistungen Spreitenbach. Der Hauseigentümerverband Schweiz und der HEV Dietikon-Urdorf. Die Kantonalparteien von: SP, FDP, VP, GLP, Grüne, EVP, EDU. Die Bezirksparteien.


Kontra Limmattalbahn: Komitee «Masslose Limmattalbahn - Nein», HEV Schlieren, Demokratische Partei Dietikon, SVP Kanton Zürich. Eine knappe Mehrheit der Schlieremer Stadtparlamentarier.


Stimmfreigabe: AL

Und das sagt:
Filippo Leutenegger (FDP), Stadtrat Zürich: «Die Bahn hilft, das Limmattal gezielt zu entwickeln und Grünräume zu sichern.»

Sandra Rottensteiner (EVP), Gemeindepräsidentin Urdorf: «Für uns ist die Erschliessung des Wirtschaftsraums ‹Nord› sehr wichtig.»

Toni Brühlmann-Jecklin (SP), Stadtpräsident Schlieren: «In Schlieren setzten wir bei der Zentrumsplanung seit langem auf die Bahn.»

Valentin Schmid (FDP), Gemeindepräsident Spreitenbach: «In Spitzenzeiten sind die Busse von Dietikon nach Spreitenbach überlastet.»

Otto Müller (FDP), Stadtpräsident Dietikon: «In Dietikon ist das Ziel nicht Wachstum, sondern Siedlungserneuerung.»

Massive Überlastung der Busse

Das verbindende Element der Limmattalbahn strich Schlierens Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) heraus. «Die Limmattalbahn gewährleistet eine direkte Anbindung an die Tramlinie 2 und somit an den Paradeplatz und den Zürichsee», hielt er fest. Überdies orientiere man sich in Schlieren bei den Planungen im Stadtzentrum seit Jahren an der Realisierung der Limmattalbahn.

Das Dossier zur Abstimmung über die Limmattalbahn mit allen Artikeln, Videos, der Streckenführung und einem Informations-Quiz finden Sie hier.