Die Schlussrunde ist eingeläutet. Keine drei Wochen dauert es mehr, bis der Kanton Zürich über die Realisierung der Limmattalbahn befindet. Für die Befürworter des Jahrhundertprojektes, das dereinst Zürich Altstetten mit Killwangen verbinden soll, ist das Grund genug, noch einmal Einigkeit zu demonstrieren. Und zwar mittels eines Manifests.

Dieses trägt den Titel «Wir brauchen die Limmattalbahn». Es soll als Botschaft für den Rest des Kantons dienen und die Stimmberechtigten am 22. November zu einem Ja an der Urne bewegen. Gestern wurde es im Dietiker Stadthaus von Vertretern der Standortgemeinden Zürich, Schlieren, Urdorf, Dietikon und Spreitenbach präsentiert und anschliessend von rund 60 Behördenvertretern – darunter von FDP-Nationalrat und Ständeratskandidat Ruedi Noser – unterzeichnet.

«Ein Zeichen im Kanton zu setzen ist nötig, weil die Gegner sagen, die betroffene Region will das Projekt gar nicht», erklärte Dietikons Stadtpräsident Otto Müller (FDP) den Hintergrund der Aktion. Gleichzeitig betonte er, wie wichtig es sei, dass das Projekt realisiert werde. Etwa wegen des erwarteten Mehrverkehrs aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums im Limmattal. So sei bei der Wirtschaft die Verkehrsproblematik «ein zentrales Thema», erklärte Müller. Um die Entwicklung der Region zu steuern, brauche es die Limmattalbahn. «Ohne Limmattalbahn passiert die Entwicklung einfach. Mit der Bahn können wir sie aktiv steuern», hielt er fest. So sei in Dietikon nicht zusätzliches Wachstum das Ziel, sondern die Siedlungserneuerung.

Kennen Sie sich mit der Limmattalbahn aus?

Emotional sind die Diskussionen über den Bau der Limmattalbahn bisweilen. Am 22.November 2015 entscheiden sich die Stimmberechtigten im Kanton Zürich für oder gegen den Bau der Bahn. Die Bahn gilt als Jahrhundertprojekt: Nicht nur wegen der Kosten, sondern auch, weil sie das Verkehrsproblem lösen soll. Im Paket enthalten sind Kapazitäts-Erweiterungen am Limmattaler Strassennetz. Kennen Sie sich aus bei der Vorlage? Testen Sie ihr Wissen.

Was ist die Limmattalbahn?

ein Schnellzug

ein Tram

eine S-Bahn

Worüber wird am 22. November 2015 genau abgestimmt?

Über den Bau des Bahn-Trassees, ein Bahndepot und Verbesserungen im Strassennetz

Über den Kauf von 10 Tram-Kompositionen

Über den Bau einer zusätzlichen Zugstrecke

Warum braucht es die Limmattalbahn?

Weil immer mehr Menschen im Limmattal wohnen und arbeiten und das Strassenverkehrsnetz für die Mobilität nicht ausreicht. Per Gesetz muss der grösste Teil des zusätzlich anfallenden Verkehrs mit der Bahn bewältigt werden können.

Weil Tramfahren schöner ist als Autofahren.

Es braucht sie nicht.

Wie stark wird die Zahl der Limmattaler Einwohner bis 2030 steigen? (Prognose)

+11%

+21%

+17%

Wie stark wird die Zahl der Limmattaler Beschäftigten bis 2030 steigen? (Prognose)

+29%

+19%

+9%

Wer ist das grosse Vorbild der Limmattalbahn?

der TGV

die Sihltalbahn

die Glattalbahn

Ist die Kapazitätserweiterung im Strassennetz ohne Limmattalbahn zu haben?

Ja

Unter bestimmten Bedingungen

Nein

Warum wird überhaupt abgestimmt?

Weil der Regierungsrat dies will.

Weil das Gesetz es vorsieht.

Weil ein Referendumskomitee gegen die Limmattalbahn genügend Unterschriften, nämlich 6600 Unterschriften gesammelt hatte.

Von wo nach wo soll die Limmattalbahn führen?

von Dietikon nach Schlieren

von Zürich-Altstetten nach Baden

von Zürich-Altstetten nach Killwangen-Spreitenbach

Über welchen Streckenabschnitt wird abgestimmt?

Zürich-Altstetten bis zur Kantonsgrenze im Dietiker Niderfeld

Dietikon bis zum Shopping-Center in Spreitenbach

Schlieren bis Dietikon

Wie lang ist die Strecke der Limmattalbahn im Endausbau?

5,2 Kilometer

25,7 Kilometer

13,4 Kilometer

Wie viele Haltestellen wird die Strecke zählen?

7

17

27

Warum erschliesst die Limmattalbahn nur die linke Talseite: Altstetten, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach, Killwangen?

Aus Zufall.

Die Limmattalbahn soll städtische Zentrums- und Entwicklungsgebiete erschliessen.

Weil die Bahn die Limmat nicht überqueren kann.

Wie viel bezahlt der Kanton Zürich für Bahn und Strassenausbau?

maximal 646,6 Millionen Franken

maximal 755 Millionen Franken

maximal 500 Millionen Franken

Wer bezahlt die Gesamtkosten von 755 Millionen für die Limmattalbahn und 136 Millionen für die Strassenanpassungen?

der Kanton Zürich

die Kantone Zürich und Aargau sowie der Bund

die Gemeinden entlang der Strecke

Müssen die Gemeinden Schlieren, Dietikon und Spreitenbach-Killwangen auch einen Anteil an die Bahninfrastruktur bezahlen?

Standortgemeinden, Transportunternehmen und Werke beteiligen sich mit 28,6 Millionen an Anpassungen von Strassen, Werkleitungen, Platzgestaltungen, Haltestellenzugängen und Veloabstellplätzen.

Nein.

40 Millionen pauschal

Was wird mit den 136,3 Millionen bezahlt, die für Kapazitätserweiterungen der Strasse vorgesehen sind?

Anpassungen in Dietikon/Schlieren an der Bernstrasse und Überlandstrasse, an den Stadtplatz Schlieren und einzelne Anpassungen vom Bahnprojekt verursacht.

Eine neue Umfahrungsstrasse von Dietikon.

Eine weitere Autobahnspur.

Wie hoch wird der Kostendeckungsgrad der Limmattalbahn sein? Die Limmattalbahn AG rechnet mit:

60 bis 70%

10 bis 20%

80 bis 100%

Wann soll mit dem Bau der Limmattalbahn begonnen werden?

2017

2019

2021

Wann soll die erste Etappe der Limmattalbahn in Betrieb gehen?

Ende 2021

Ende 2019

Ende 2020

Wann soll die ganze Strecke in Betrieb gehen?

Ende 2022

Ende 2030

Ende 2026

Wie viel der Strecke fährt die Limmattalbahn auf Eigentrassee, also auf einer eigenen Spur?

30%

60%

90%

Wer ist für die Bahn?

Niemand

U.a. der Regierungsrat, der Kantonsrat, die Exekutiven der Limmattaler Gemeinden, die Limmattaler KantonsrätInnen, die Bezirksparteien, der HEV Dietikon-Urdorf, die Dietiker Ortsparteien (ausser DP), die Standortförderung Limmattal

Touristen

Wer ist gegen die Bahn?

U.a. einzelne PolitikerInnen und Politiker v.a. in Schlieren aber auch in Dietikon, der HEV Schlieren, Anwohner im Schlieremer Spitalquartier

Niemand

Der Bezirksrat

Bereits einmal hat ein Tram das Limmattal erschlossen. Doch wie hiess die legendäre Limmattal-Strassenbahn?

Margritli

Lisbethli

Anneli

Das Quiz zur Limmattalbahn

Und das sagt:
Filippo Leutenegger (FDP), Stadtrat Zürich: «Die Bahn hilft, das Limmattal gezielt zu entwickeln und Grünräume zu sichern.»

Filippo Leutenegger, Stadtrat Zürich (FDP)

Filippo Leutenegger, Stadtrat Zürich (FDP)

Sandra Rottensteiner (EVP), Gemeindepräsidentin Urdorf: «Für uns ist die Erschliessung des Wirtschaftsraums ‹Nord› sehr wichtig.»

Toni Brühlmann-Jecklin (SP), Stadtpräsident Schlieren: «In Schlieren setzten wir bei der Zentrumsplanung seit langem auf die Bahn.»

Wir fahren die Strecke der Limmattalbahn ab

Wir fahren die Strecke der Limmattalbahn ab

Valentin Schmid (FDP), Gemeindepräsident Spreitenbach: «In Spitzenzeiten sind die Busse von Dietikon nach Spreitenbach überlastet.»

Otto Müller (FDP), Stadtpräsident Dietikon: «In Dietikon ist das Ziel nicht Wachstum, sondern Siedlungserneuerung.»

Otto Müller, Stadtpräsident Dietikon (FDP)

Otto Müller, Stadtpräsident Dietikon (FDP)

Massive Überlastung der Busse

Das verbindende Element der Limmattalbahn strich Schlierens Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) heraus. «Die Limmattalbahn gewährleistet eine direkte Anbindung an die Tramlinie 2 und somit an den Paradeplatz und den Zürichsee», hielt er fest. Überdies orientiere man sich in Schlieren bei den Planungen im Stadtzentrum seit Jahren an der Realisierung der Limmattalbahn.

Das Dossier zur Abstimmung über die Limmattalbahn mit allen Artikeln, Videos, der Streckenführung und einem Informations-Quiz finden Sie hier.