Dietikon
Graffitiworkshop: Teenies schmücken Wände des Jugendzentrums

Die Verschönerungsaktion ist ein mehrtägiges Ferienangebot der Dietiker Jugendarbeit. Fünf Mädchen haben sich dem Projekt angenommen und besprayten eine Wand nach der anderen.

Katja Landolt
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Graffitiworkshop
7 Bilder
Jovana malt ihre Initialen an die Wand
Jede Farbe, die das Herz begehrt
Gemeinsam besprechen die Mädchen, was an die Wand kommen soll
Das grosse Graffiti macht etwas her
Auf dem Tisch liegen die Skizzen für das Graffiti
Alyssa streicht die Wand hinter dem Billardtisch

Graffitiworkshop

Limmattaler Zeitung

Eine Dose nach der anderen schnappen sie sich, die fünf Mädchen. Sie sprayen Noten auf die Wand, mal in Türkis, mal in Violett, mal in Gelb. Die Heizungsrohre werden pink. Sprühnebel wabern aus dem geöffneten Fenster, das Gas kratzt im Hals, aus dem Boxen knallt Hitparadensound.

Die Mädchen rücken den weissen Wänden im frisch bezogenen Jugendzentrum an der Urdorferstrasse auf den Pelz. Die Verschönerungsaktion ist ein mehrtägiges Ferienangebot der Dietiker Jugendarbeit. «Wir wollten mit den Jugendlichen schon immer mal Graffiti machen. Jetzt, nach dem Umzug, hat es sich angeboten, die Räume mit Graffiti farbiger zu gestalten», sagt der Jugendbeauftragte Oliver Badrzadeh. Unterstützt und angelernt werden die Teenies von Graffitiprofi Marc, selbst auch Jugendarbeiter. Buben sucht man übrigens vergeblich, eigentlich wären ein paar angemeldet gewesen, gekommen sind sie aber nicht.

Eine Wand nach der anderen

«Die Finger tun schon etwas weh», sagen die Mädchen während der Mittagspause. Es braucht Kraft, den Sprühkopf längere Zeit zu drücken. Aber es macht ihnen Spass: «Es ist viel besser, als zu Hause zu sitzen und nichts zu tun», meint Stella und spiesst mit der Gabel ein Stück Pizza auf.

Auch die beiden Jugendarbeiter sind sehr zufrieden mit der Arbeit der Anfängerinnen. «Sprayen ist nicht ganz einfach, schnell ist zu viel Farbe auf der Wand, die dann verläuft», sagt Marc. Ausserdem müsse man aufpassen, dass man nicht daneben spraye.

Eigentlich hätte ja nur eine Wand in der Sofaecke besprayt werden sollen. Aber Alyssa, Ivana, Stella, Jovana und Filipa können gar nicht genug kriegen. Inzwischen ist auch die Wand hinter dem Billardtisch über und über mit Farbe bedeckt. Die Mädchen haben Billardkugeln aufgesprayt, darüber ein paar chinesische Schriftzeichen. Und sie wollen noch mehr. «Dürfen wir hier auch noch?», fragt Ivana und zeigt auf die nächste weisse Wand. «Und hier auch?» Oli Badrzadeh nickt und werkelt mit der Spraydose an einer Sonne mit Grinsegesicht herum. «Farbe kann schliesslich nie schaden.»