Zürich

Graffitis als Kunst: Der Kanton ist offen für legales Sprayen

Bereits vor der Eröffnung wurde der Kreiselarm über den Schäflibach an der Birmensdorferstrasse in Urdorf versprayt.

Bereits vor der Eröffnung wurde der Kreiselarm über den Schäflibach an der Birmensdorferstrasse in Urdorf versprayt.

Das Tiefbauamt kann sich vorstellen, Flächen für Graffitis zur Verfügung zu stellen. Allerdings nur dann, wenn dies von der Standortgemeinde so gewünscht und entsprechend abgestützt ist.

Der Kanton Zürich kann nicht beziffern, wie hoch der jährliche Aufwand für das Entfernen von Sprayereien ist. Auch eine systematische Erfassung der Infrastrukturbauten auf kantonalem Grund, die von Graffitis betroffen sind, wird nicht vorgenommen. Klar ist hingegen, «dass versprayte Flächen nach der Entfernung eines Graffitis umgehend wieder verschmiert werden». Das schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine Anfrage der beiden SVP-Kantonsräte Pierre Dalcher (Schlieren) und Ulrich Pfister (Egg).

Dieser Umstand ist ein Grund dafür, weshalb Graffitis auf Anlagen und Bauwerken des Tiefbauamtes grundsätzlich nicht entfernt werden. Ein anderer ist der personelle Aufwand, der mit dem Übermalen von Sprayereien verbunden ist. Ausnahmen bilden Graffitis an Signalen oder Verkehrsmessstellen sowie solche, die politische beziehungsweise religiöse Inhalte oder rassistische und sexistische Botschaften enthalten. Solche Sprayereien werden sofort entfernt.

Angesichts dieser Praxis zeigt man sich beim Kanton deshalb offen für die Idee der beiden Kantonsräte, geeignete Infrastrukturbauten für legales Sprayen bereitzustellen. «Das Strasseninspektorat des Tiefbauamtes verschliesst sich der Idee nicht, in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden und bei Fehlen anderer geeigneter Flächen solche zur legalen Besprayung oder zur sonstigen Gestaltung zur Verfügung zu stellen», schreibt der Regierungsrat. Allerdings nur dann, wenn dies von der Standortgemeinde «so gewünscht und entsprechend abgestützt ist». Deshalb könne der Anstoss dafür nicht vom Tiefbauamt kommen. «In gegenseitiger Absprache und unter Vereinbarung der Zuständigkeiten und Kostenfragen kann dann, unter Einhaltung der Anforderungen an die Verkehrssicherheit, eine Fläche in die Verantwortung der Gemeinde abgegeben werden», hält der Regierungsrat fest. 

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