Hier poltere er gegen die Limmattalbahn, während er in Kloten nicht genug Geld für die Glattalbahn verlangen könne. Dies sagte Regierungsrat Ernst Stocker kürzlich an der Podiumsdiskussion über die Limmattalbahn (LTB) von Ende August in Dietikon. Adressat war Thomas Grädel.

Als Schlieremer SVP-Gemeinderat und Präsident des Vereins «Limmattalbahn – so nicht» ist er eingefleischter Gegner des Grossprojekts. Als Leiter für Sicherheit der Stadt Kloten ist ihm auch der öffentliche Verkehr unterstellt.

Für Irritation sorgt, dass ihm die Realisierung der letzten Etappe der Glattalbahn (GTB) vom Flughaften ins Zentrum Kloten und von da nach Bassersdorf nicht schnell genug gehen kann. Daraus macht der Betroffene auch keinen Hehl. Thomas Grädel versucht, der Kritik Stockers den Wind aus den Segeln zu nehmen. «Ich will verhindern, dass im Limmattal dieselben Fehler wie in Kloten gemacht werden».

Vielfältige Aktivitäten

Konkret bezieht er sich dabei auf zwei Punkte. «Nach Uneinigkeiten zwischen Klotener Stadtrat und GTB ist man sich über die direkte Linienführung einig und die dritte Etappe könnte fertig gebaut werden. Man sollte ein Projekt, die Glattalbahn, zuerst beenden, bevor man mit dem zweiten, der Limmattalbahn, beginnt.» Als zweiten Grund führt er die mangelhafte Sicherheit bei der GTB für die anderen Verkehrsteilnehmer ins Feld.

Die Aktivitäten Grädels gegen die geplante Stadtbahn sind vielfältig. In seiner Funktion als Schlieremer SVP-Gemeinderat wurde die jüngste Episode Ende Juni dieses Jahres geschrieben. Seine Motion «Zukunftsgerichtete und sichere Limmattalbahn» wurde vom Parlament damals mit 19 zu 13 Stimmen an den Stadtrat überwiesen. Darin verlangen Grädel und seine 14 Mitunterzeichner, dass die Linienführung der Limmattalbahn neu festgesetzt wird. Zentraler dabei: die unterirdische Linienführung.

Der Spiess dreht sich

Die Aussage Stockers sorgte beim Publikum für Irritation. Der FDP-Kantonsrat und Mitglied der Allianz Pro Limmattalbahn, Andreas Geistlich, schrieb sich die Verwirrung in einem Leserbrief von der Seele. Darin vermutete er bei Grädel eine Instrumentalisierung seines Vereins «Limmattalbahn – so nicht», da die stockende und etappierte Finanzierung der LTB den geplanten Ausbau der GTB begünstige. Da beide Projekte massgeblich vom Agglomerationsprogramm des Bundes finanziert werden.

Thomas Grädel dreht den Spiess um und sagt, dass der Interessenskonflikt bei Andreas Geistlich liege. «Sein Bauland gewinnt dank der Limmattalbahn sicher an Wert. Dass er sich für sie einsetzt, ist nicht verwunderlich».