Bergdietikon

Golfplatz-Projekt wird für einen Angriff instrumentalisiert

Ein Brief wirbelt Staub auf in der Angelegenheit Golfplatz Bergdietikon. (Symbolbild)

Ein Brief wirbelt Staub auf in der Angelegenheit Golfplatz Bergdietikon. (Symbolbild)

In Zusammenhang mit dem Golfplatz Herrenberg wirbelt ein anonymer Brief in der Gemeinde Bergdietikon Staub auf. Der kritisierte Gemeinderat Urs Emch nimmt Stellung.

Beim anonymen Verfasser des Briefes handle es sich um einen Feigling, der hoffentlich bald von Bergdietikon wegziehe. So deutlich äusserte sich Gemeindepräsident Gerhart Isler (Bürgerforum) Anfang Woche an der Gemeindeversammlung vor den rund 100 anwesenden Stimmberechtigten. Der Exekutivpolitiker war in Rage geraten wegen eines anonymen Briefes in Zusammenhang mit dem umstrittenen Golfplatz-Projekt Herrenberg.

Das Golfplatz-Projekt wirbelt in der Gemeinde bereits jetzt Staub auf, obwohl die Initianten damit wieder auf Feld eins stehen. So gelangte ein anonymer Brief über Umwege an den Bergdietiker Gemeinderat. Darin wurde dem Schulvorstand Urs Emch (SVP) vorgeworfen, in Bezug auf das Golfplatz-Projekt befangen zu sein. Den Grund dafür sieht der Verfasser darin, dass Emch mit der Cousine von Nils Planzer – einem der Initianten – verheiratet war. Zudem wird Emch unterstellt, wegen einer Freundschaft zum ehemaligen SVP-Ortspräsidenten Paul Bögli – dessen Familie Land im besagten Perimeter besitzt – in Zukunft für den Golfplatz einzustehen.

«Diese Vorwürfe sind absolut haltlos», sagt Urs Emch auf Anfrage. Zwar entsprächen einige Fakten – beispielsweise die Ehe mit einer Verwandten Planzers – der Wahrheit, jedoch bestehe dabei kein Zusammenhang mit seiner Meinung zum Golfplatz. Emch kann sich gut vorstellen, dass es dem Verfasser des Briefes nicht primär um das Projekt ging, sondern viel eher darum, ihn zu verunglimpfen. Wie der Gesamtgemeinderat das noch nicht einmal vorliegende Golfplatz-Projekt beurteile, werde zudem im Gremium entschieden. «Ich bin dabei nur eine von fünf Stimmen», sagt Emch dazu. Zudem würden die Stimmbürger im Bezug auf eine allfällige Realisierung das letzte Wort haben.

Projekt neues Leben eingehaucht

An der Gemeindeversammlung vom Montag hauchte Initiant Urs Auf der Maur dem umstrittenen Projekt neues Leben ein. Obwohl erst im Mai bekannt wurde, dass der Aargauer Regierungsrat den Golfplatz aus dem kantonalen Richtplan gestrichen hatte (Limmattaler Zeitung vom 24. Mai), geben die Initianten vorerst die Hoffnung nicht auf. Auf der Maur liess verlauten, dass man mit einem deutlich redimensionierten Projekt auf den Bergdietiker Gemeinderat zugehen würde. Dies geschehe zu gegebener Zeit. Bereits vor dreieinhalb Jahren lieferten sich Befürworter und Gegner des Golfplatzes Herrenberg einen erbitterten Abstimmungskampf, der bei einem Urnengang zugunsten der Gegnerschaft ausging.

Auf der Maur legte den Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung dar, dass er durchaus noch eine Chance sehe, den Golfplatz zu realisieren. «Das Projekt steckt zwar noch in den Kinderschuhen. Es ging uns aber darum, die Bevölkerung über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren», so Auf der Maur. Weder von der Gegnerschaft des Vereins «No Golf @ Herrenberg» noch aus der Bevölkerung habe er bisher kritische Töne gegenüber dem Vorhaben erfahren. Auch Urs Auf der Maur hält es für sehr wahrscheinlich, dass der Golfplatz nur für einen persönlichen Angriff gegen Gemeinderat Urs Emch verwendet wird: «Der Inhalt ist jedenfalls niveaulos.»

Auch Gegnerschaft distanziert sich

Regula Stauber vom Verein «No Golf» sieht die Sache ähnlich wie Emch und Auf der Maur. «Wir distanzieren uns von diesem anonymen Brief, da er unter die Gürtellinie zielt», so Stauber. Was das weitere Vorgehen gegen den Golfplatz angeht, will Stauber erst abwarten, wie sich die Sache entwickelt. «Wäre das Projekt jetzt begraben worden, hätten wir unseren Verein aufgelöst. Mit den neusten Aussagen von Urs Auf der Maur lassen wir ihn natürlich bestehen», sagt sie. Momentan seien aber keine Aktionen gegen das Projekt geplant, denn erst müsse wieder ein Eintrag im kantonalen Richtplan erfolgen. Dies könne Jahre dauern. «Denkbar ist, dass wir vor diesem allfälligen Eintrag wieder aktiv werden. Bis dann wollen wir aber schauen, wie das neue redimensionierte Projekt konkret aussehen soll», so Stauber.

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