Bezirk Dietikon

GLP schafft Wahlerfolg praktisch aus dem Nichts

FDP-Überraschungs-Sieger Andreas Geistlich (Mitte) und die wiedergewählte Kantonsrätin Brigitta Johner.  bhi

FDP-Überraschungs-Sieger Andreas Geistlich (Mitte) und die wiedergewählte Kantonsrätin Brigitta Johner. bhi

Unter den 11 Kantonsrätinnen und Kantonsräten sind vier neue – zwei Bisherige wurden abgewählt.

Der Urdorfer René Gutknecht zählt mit seiner Grünliberalen Partei zu den Siegern der gestrigen Wahlen. Seine Partei gewann nicht nur insgesamt neun zusätzliche Sitze im Kantonsparlament, sondern auch ihren ersten im Bezirk Dietikon. Der Limmattaler Bezirksparteipräsident Gutknecht ist seit gestern nämlich auch Kantonsrat. Entsprechend viele Gratulationen durfte Gutknecht am Nachmittag auf seinem Natel entgegennehmen, sodass sein Akku mitten im Interview mit dieser Zeitung den Geist aufgab. Doch kurze Zeit später meldete er sich gut gelaunt zurück.

Seine Analyse des Erfolgs: Natürlich habe die GLP vom gesteigerten Umweltdenken innerhalb der bürgerlichen Parteien profitiert, nicht zuletzt habe das Reaktorunglück von Fukushima Wirkung gezeigt. Von einem garantierten Erfolg auszugehen, das habe er vor der Wahl allerdings nicht gewagt.

Seine noch junge Sektion sei im Limmattal jedoch genau am richtigen Ort: Die Region wähle mehrheitlich bürgerlich, und Umwelt sowie Lebensqualität seien aufgrund verschiedener Einflüsse massiv unter Druck. Dennoch hat die GLP des Bezirks Dietikon den schwächsten Zuwachs bei den Wähleranteilen im Kanton erreicht. Gutknecht will deshalb nicht den Erfolg betonen. Er spricht von einem Zwischenerfolg. Das Ergebnis zeigt: «Wir haben noch viel Potenzial.» Es gelte nun die Partei zu stärken, massiv Mitglieder zu gewinnen und in den Gemeinden in Ämtern Verantwortung zu übernehmen. Doch vorerst bleibt das Kantonsratsmandat das einzige.

Insgesamt wurden gestern im Bezirk Dietikon 11 Sitze verteilt. Davon hält die SVP deren vier, SP und FDP je zwei und CVP, Grüne sowie die GLP je einen. Die EVP verlor ihren Sitz.

Andreas Geistlich überraschte

Die Überraschung am gestrigen Tag gelang dem Schlieremer Andreas Geistlich (FDP). Er verdrängte mit der Urdorferin Barbara Angelsberger nicht nur eine Bisherige, sondern auch gleich die eigene Ortsparteipräsidentin. Das war Geistlich gar nicht recht. Angelsberger habe ihn im Wahlkampf nämlich sehr unterstützt – ohne Rücksicht auf ihre eigene Kandidatur. Dass er als Sechstplatzierter der FPD-Liste bis auf Platz zwei vorstiess, führte Geistlich auf seinen Bekanntheitsgrad als Fraktionssprecher im Stadtparlament zurück und sein Engagement in der Wirtschaftskammer Schlieren. Doch auch der Name habe geholfen, Mutter Rita war von 1994 bis 2002 Stadtpräsidentin von Schlieren. Die Urdorfer Parteikollegin Brigitta Johner wurde wiedergewählt.

SVP gelingt Erneuerung

Die SVP hatte nach den Rücktritten von Hans Egloff (Aesch) und Rosmarie Frehsner (Dietikon) zwei ihrer vier Sitze neu zu besetzen. Das gelang mit Rochus Burtscher (Dietikon) und Pierre Dalcher (Schlieren). Dalcher lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Oberengstringerin Eveline Stählin. Zeitweise lag er nur gerade eine Stimme vor seiner Parteikollegin. Dalcher sieht seinen Erfolg auch als Dank für seine jahrelange Arbeit als Orts- und Bezirksparteipräsident. Burtscher war sich zwar nicht sicher, glaubte aber an seine Wahl. Wiedergewählt wurden Hanspeter Haug (Weiningen) und Willy Haderer (Unterengstringen).

Bei der SP wurden die Bisherigen Rolf Steiner und Rosmarie Joss (beide Dietikon) im Amt bestätigt. Die Grünen mit Andreas Wolf (Dietikon) und die CVP mit Josef Wiederkehr (Dietikon) hielten ihren Sitz. EVP-Kantonsrat Kurt Leuch und seine Partei verloren nach vier Jahren den einzigen Sitz an die GLP.

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