Stau im Limmattal
GLP-Gutknecht: «Die Antwort der Regierung ist inakzeptabel»

Die Zürcher Regierung hält nichts von der Nutzung des Pannenstreifens, um den Stau auf der A3 in Urdorf kurz vor dem Limmattalerkreuz zu beheben: Die Massnahme bringe nichts. GLP-Kantonsrat René Gutknecht hält dies für eine Ausrede, der TCS auch.

Jürg Krebs
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Blick auf die A3 vor dem Limmattalerkreuz. Die Einfahrtspur rechts soll als vierte Fahrspur helfen, den Stau zu reduzieren.

Blick auf die A3 vor dem Limmattalerkreuz. Die Einfahrtspur rechts soll als vierte Fahrspur helfen, den Stau zu reduzieren.

Stau im Limmattal Kantonsrat René Gutknecht (GLP, Urdorf) hält nichts von der Antwort des Zürcher Regierungsrats. Dieser hatte ihm und seinen Ratskollegen Pierre Dalcher (SVP, Schlieren) und Rolf Steiner (SP, Dietikon) beschieden, dass eine Nutzung der Pannenstreifen als reguläre Fahrspur nichts, respektive wenig bringe. Die Kantonsräte hatten dies vorgeschlagen, um die Staus auf der A3 vor dem Limmattalerkreuz zu verhindern (Ausgabe von gestern). Gutknecht hält die Antwort des Regierungsrat für «inakzeptabel», wie er auf Anfrage sagt. «Wenn ein Verfahren zur Pannenstreifen-Umnutzung länger dauert als der Bau der dritten Gubriströhre, kann etwas nicht stimmen.»

Tatsächlich schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf die Anfrage von Gutknecht, Dalcher und Steiner: «Gemäss dem Bundesamt für Strassen ist für eine kapazitätssteigernde Pannenstreifen-Umnutzung das ordentliche nationalstrassenrechtliche Plangenehmigungsverfahren zu durchlaufen. Es ist somit fraglich, ob eine Pannenstreifen-Umnutzung bis zum Ausbau der Nordumfahrung überhaupt möglich wäre.» Zur Erinnerung: Mit der Eröffnung der dritten Gubrist-Tunnelröhre wird aktuell 2022 gerechnet.

Für den TCS-Zürich-Geschäftsführer und alt Kantonsrat Reto Cavegn (FDP, Oberengstringen) ist klar: Weder das Bundesamt für Strassen (Astra) noch die Kantonspolizei Zürich wollen die Pannenstreifenidee weiterverfolgen. Deren Antworten, die vom Regierungsrat zusammengetragen worden sind, qualifiziert nicht nur Cavegn teilweise als Ausrede, sondern auch Gutknecht.

Cavegn sieht zudem nicht ein, warum im Kanton Zürich eine Idee abgelehnt wird, die im Kanton Aargau funktioniert. So orientiert eine Tafel die Automobilisten vor der Autobahnausfahrt Aarau-Ost, dass sie im Staufall, den Pannenstreifen als verlängerte Ausfahrtspur nutzen sollen. Genau dies hat Gutknecht für die Ausfahrt Urdorf-Nord vergebens vorgeschlagen. Dafür solle sich der Regierungsrat beim Astra einsetzen.

Cavegn gibt zu, dass dadurch der Stau selbst nicht aufgehoben würde, jedoch könne die Stauzeit verkürzt werden. Bereits das helfe. «Es geht um eine Verbesserung der Situation für die kommenden vier, fünf Jahre», so Cavegn. Die Nutzung der Pannenstreifen rund um den Gubrist, sei Prinzipiell möglich, so Cavegn. Denn im Zuge der Sanierung sei deren Belag so verstärkt worden, dass er der Belastung als Fahrspur standhalte.

Gutknecht will die Antwort so nicht akzeptieren: «Ich bin enttäuscht aber ich gebe nicht auf.» Er prüft nun, im Kantonsrat erneut aktiv zu werden, aber auch über GLP-Nationalräte in Bundesbern.

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