Insgesamt 1,56 Milliarden Franken will der Bund ab 2015 in den Agglomerationen verteilen, damit diese ihre Verkehrsinfrastrukturen verbessern können. Bis gestern hatten die Kantone Zeit, sich zum Vorschlag des Bunds zu äussern. Die Kantone Zürich und Aargau kritisieren vor allem die vorgeschlagene Etappierung der Limmattalbahn (siehe Artikel oben). Doch auch mit der Verteilung der Bundesgelder für die weiteren Zürcher Agglomerationsprogramme ist die Kantonsregierung nicht restlos glücklich.

Glattal: Bevölkerung wird wachsen

So soll die Verlängerung der Glattalbahn vom Flughafen bis Kloten Industrie nach Wunsch des Regierungsrats neu als Priorität B eingestuft werden. Projekte auf dieser Liste werden für einen Beitrag in der Folgeperiode nach 2019 vorgemerkt ist. Denn das in der Region Glattal weiterhin zu erwartende starke Bevölkerungswachstum müsse vor allem entlang der Achse der Glattalbahn geschehen, heisst es in der Begründung.

Bereits jetzt würden die Gemeinden Bassersdorf und Kloten ihre Ortsplanung auf die Stadtbahn ausrichten. Bis Ende dieses Jahrzehnts soll die Baureife erreicht werden. Indem man vorsehe, die Verlängerung der Bahn zu etappieren und zuerst den Abschnitt vom Flughafen bis Kloten Industrie realisiere, trage man auch den begrenzten Bundesmitteln für den Agglomerationsverkehr Rechnung, schreibt die Regierung.

Priorität für Langsamverkehr

Der wichtigste Antrag des Kantons für das Agglomerationsprogramm Winterthur und Umgebung betrifft den Masterplan Langsamverkehrsmassnahmen für den Bereich um den Bahnhof Winterthur. Dort genügen die Personenanlagen laut Regierungsrat den heutigen Anforderungen nicht mehr. Mit dem Masterplan soll dies verbessert werden.

Es sei wichtig, schreibt der Regierungsrat, dass alle Massnahmen zum Langsamverkehr als höchste Priorität eingestuft und gleichzeitig umgesetzt werden könnten. Denn aufgrund der angespannten finanziellen Lage der Stadt sei die Ausführung weiterer Etappen ohne Bundesbeitrag gefährdet. Zudem wäre ein späterer Bau der geplanten Veloquerung aufgrund der Zunahme des Bahnverkehrs ab 2019 «deutlich erschwert».