«Ihr müsst etwas unternehmen, das ist doch unsere Post – mit diesen Worten haben uns viele Leute aufgefordert», sagt Giuseppe Galfetti.

Er und seine Frau Yvonne sind der Aufforderung nachgekommen. Sie haben eine Unterschriftensammlung für die Erhaltung der Poststelle Killwangen lanciert, denn diese soll am 8. Februar geschlossen werden (az vom 14.12.).

«Bisher haben wir über 320 Unterschriften gesammelt von den Einwohnern und von den auswärtigen Postbenützern», sagt Yvonne Galfetti und ergänzt: «Das Echo ist überwältigend.»

Für Giuseppe und Yvonne Galfetti ist die Poststelle mehr als eine Herzensangelegenheit: 30 Jahre war Giuseppe, oder Peppo, wie ihn alle nennen Posthalter in Killwangen, seine Frau und das treue Personal samt der heutigen Leitung haben ihn dabei tatkräftig unterstützt. 1964 hat er die Post übernommen und 1994 ist er in Pension gegangen.

Viele Vorteile für die Kunden

Giuseppe Galfetti erwartet, dass noch viele Unterschriften zusammenkommen, denn die Aktion wird von vielen Leuten aus Killwangen aktiv unterstützt. «Die Bevölkerung ist sehr stark mit ihrer Post verbunden und für viele ältere Leute wird der Gang nach Spreitenbach ein Gräuel sein», betont er.

Dies beweisen für ihn auch die Kundenfrequenzen: «Unter den elf Poststellen, die zum Gebiet von Dietikon gehören, liegt Killwangen bei der Zunahme auf dem 3. Platz.»

Die Poststelle weise viele Vorteile für die Kunden auf. Sie ist aus allen Richtungen gut zu erreichen und bietet Parkplätze direkt vor dem Haus. «Deshalb wird die Post nebst den Einwohnern von Killwangen und Auswärtigen auch von vielen Leuten der Firmen aus der Umgebung benutzt, die auf der Heimfahrt sind.»

Ein weiterer grosser Vorteil, der vor allem älteren Leuten zugute kommt: die ganze Anlage ist ebenerdig erstellt. «Das hatte ich beim Bau der Post vom Architekten ausdrücklich verlangt», sagt Giuseppe Galfetti.

Früher war der Posthalter verpflichtet, Posträume bereitzustellen. Deshalb hat er 1967 das Haus mit der Post im Erdgeschoss und seiner Wohnung im Obergeschoss erstellt. Damit ist er auch Vermieter des Postbüros.

In dieser Funktion hat er bisher noch nichts von der vorgesehenen Schliessung der Poststelle in rund sieben Wochen gehört.

Im Gegenteil: Im September hat ihm die Post, die momentan zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt wird, mitgeteilt: «Im Zuge dieser Umstrukturierungen besteht keine Absicht auf Veränderung des mit Ihnen geschlossenen Vertrages.»

Ein Thema für Susanne Ruoff

Eine erste Stellungnahme hat das Ehepaar Galfetti bereits der Konzernleitung in Bern gesandt. Auch die Unterschriftenbögen werden sie Susanne Ruoff, der Konzernleiterin der Post zukommen lassen.

«Deren Sekretärin hat uns zugesagt, dass sich Frau Ruoff nach der Rückkehr aus den Ferien mit unserem Anliegen beschäftigen wird.» Bereits hat Giuseppe Galfetti Postleiterin Ruoff auf einen weiteren Widerspruch aufmerksam gemacht. Diese hatte bei einer Kaderkonferenz im November betont: «Wir müssen uns in unsere Kunden hinein versetzten. Ihre Bedürfnisse haben Priorität».

Zum Schluss betont Galfetti: «Ich wehre mich, weil ich nicht glauben konnte, dass die Post Killwangen, trotz reger Benützung, durch Einwohner und Auswärtige, als gefährdet gilt. Meine Vermutung wird durch die Kundenfrequenzstatistik nachträglich auch bestätigt.»