Dietikon

Gigi Moto rockt heute Abend das Gleis 21 für den guten Zweck

Der Dietiker Gitarrist Jean-Pierre von Dach und die Sängerin Gigi Moto sind der Kern der Band Gigi Moto.

Der Dietiker Gitarrist Jean-Pierre von Dach und die Sängerin Gigi Moto sind der Kern der Band Gigi Moto.

Das heutige Benefizkonzert von Gigi Moto im Dietiker Kulturzentrum ist auch ein Heimspiel für den Gitarristen Jean-Pierre von Dach.

Das letzte Mal, als die Sängerin Gigi Moto das Gebäude des Gleis 21 am Dietiker Bahnhof betrat, war dort noch das Brockenhaus drin. Mittlerweile wartet an diesem Ort eine Bühne auf die Zürcher Sängerin. Ihr Konzert heute Freitagabend ist daher eine Premiere für sie und ihre Band, die sich ebenfalls Gigi Moto nennt. Der Abend ist zugleich auch ein Heimspiel für ihren Ehemann und Gitarristen Jean-Pierre von Dach, der aus Dietikon stammt. Moto hatte bereits am Donnerstag ein Heimspiel: In ihrer Heimatstadt Rümlang gab die Band ein ausverkauftes Konzert.

«Wir befinden uns gerade auf ausklingender Tournee», sagt Moto. Ausklingend, weil die Konzerte zu den letzten unter dem Motto «Local Heroes» gehören. So lautet der Titel des jüngsten Albums, das vor zwei Jahren erschien. «Nach der Veröffentlichung spielten wir viele Konzerte, aber so eine Tour läuft bei uns auch nach der intensiven Phase immer ein bisschen weiter», sagt Moto.

Die Setlist besteht überwiegend aus Songs vom letzten Werk. «Von den neuen Songs geht ‹Rocket Girl› richtig ab und ‹Spring My Old Friend› singe ich live besonders gerne», sagt sie. Ein Lied, bei dem auch von Dach und ihr Bassist und Akkordeonist Roland Sumi mitsingen werden. Gemeinsam präsentieren sie aber auch bekannte Hits wie «Superstar» oder «Beautiful Loser».

Der heutige Abend ist auch ein Benefizkonzert für das Gleis 21. Das bedeutet, dass Gigi Moto ohne Gage spielen wird und der Ticketerlös ganz dem Kultur- und Begegnungszentrum zugutekommen wird. «Es ist das erste Benefizkonzert für unser Haus, aber nicht der erste solche Anlass», sagt der scheidende Betriebsleiter Fabian Hauser. Schon im vergangenen Jahr trat das Komiker-Duo Oropax mit einer Benefizgala auf. «Solche Abende helfen uns natürlich sehr», sagt Hauser.

Dass die Band Gigi Moto in diesem Rahmen auftreten wird, ist dem Stadtfest Dietikon im Sommer 2018 zu verdanken. Dort war sie als letzter Act auf dem Rapidplatz zu erleben. «Der Kontakt zu den Organisatoren des Festes war ausgezeichnet und als man uns fragte, ob wir für ein neues Kulturhaus in Dietikon spielen würden, sagten wir sofort zu», sagt Moto.

Dass das Konzert gerade am Valentinstag stattfindet, sei reiner Zufall. Und für Moto gar eine Überraschung. «Ich vergesse diesen Tag ständig, obwohl ich eigentlich eine romantische Person bin», sagt sie lächelnd. Vielleicht werde sie ihre Tochter mit einem Schokoladenherz überraschen. Aber gerade sorgen die beiden Heimspiele für genug Action im Leben der Sängerin.

Die Nonne und ein neues Studio

Moto und von Dach beweisen, dass eine erfolgreiche Musikkarriere auch abseits der Hitparade stattfindet. «Es ist heute schwierig, in die Charts zu kommen. Im Radio gespielt zu werden wäre eine grosse Hilfe, aber ich denke auch, dass man heute weniger Radio hört», sagt Moto. Ohnehin verdiene man in ihrem Metier das Geld mit Konzerten. «Wir investieren jeweils in ein Album und buchen nachher die dazugehörige Tournee», erklärt sie weiter.

Sie sei sehr glücklich mit ihrer Karriere. Das spürt man auch an ihren Konzerten. «Die Leute fragen oft, wann wir endlich wieder live auftreten, dabei geben wir viele Konzerte in der ganzen Schweiz.»

Wenn die «Local Heroes»-Konzerte vorüber sind, wird sich Moto bald in Keuschheit üben müssen – jedenfalls auf der Bühne. In der Dialektfassung des Musicals «Sister Act» wird sie die Rolle der Schwester Mary Lazarus übernehmen. «Ich werde als Nonne weniger singen, dafür aber rappen, da muss ich noch etwas üben», sagt sie. Die Premiere soll im Oktober im Zürcher Bernhard-Theater stattfinden, Regie führt Dominik Flaschka und die Hauptrolle spielt Fabienne Louves. Das Musical selbst ist die Bühnenversion des gleichnamigen Filmerfolgs mit Whoopi Goldberg.

Dass Moto auch solche ­Engagements annimmt, ist ­keine Über­raschung. Sie spielte bereits in den Musicals «Ost Side Story» und «Mamma Mia» mit. «Solche Rollen machen grossen Spass und ich mag bei diesen Produktionen den ­Zusammenhalt auf und hinter der Bühne.»

Ein weiterer grosser Schritt für Moto – gemeinsam mit von Dach – ist der baldige Bezug des neuen Musikstudios. Das Paar hatte bis vor wenigen Jahren eines, das aber einem Neubau weichen musste. Das Album «Local Heroes» entstand daher im heimischen Wohnzimmer in Zürich Altstetten.

Neu ist die Band auf dem Maggi-Areal zuhause

Doch nun ist Schluss mit herumstehenden Instrumenten im trauten Heim. «Wir haben tolle Räumlichkeiten auf dem ­Maggi-Areal in Kemptthal gefunden. Gemeinsam mit anderen Musikern richten wir dort unser Studio rein», sagt sie. «The Valley», so der Name des Areals, ist ein Arbeits- und Begegnungsort, der der alten Fabrik neues Leben verleiht.

Moto und von Dach werden im «Valley» an neuen Songs arbeiten, können aber noch nicht sagen, in welche musikalische Richtung sie tendieren. «Vielleicht sind es nur Balladen, vielleicht ist es Jazz, wir können uns manchmal schwer entscheiden und werden einfach loslegen», sagt sie.

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