Trinkwasserversorgung

Gibt es zu wenige Brunnen auf Dietiker Pausenplätzen?

Der Pausenplatz des Zentralschulhauses hat im Sommer letzten Jahres im Rahmen einer Sanierung einen zweiten Brunnen bekommen.

Laut FDP-Gemeinderat Olivier Barthe hat es zu wenige Brunnen auf Pausenplätzen. Die Stadt sieht das anders.

Trinken ist wichtig. Ein bis zwei Liter Wasser sollte ein Mensch täglich zu sich nehmen, um nicht zu dehydrieren oder die Konzentration zu verlieren. Der Dietiker FDP-Gemeinderat Olivier Barthe machte sich im Sommer Sorgen um die Trinkwasserversorgung der städtischen Schulkinder.

Barthe war während der letzten Hitzeperiode auf einem Pausenplatz verabredet, als ihm der dortige Brunnen auffiel: «Die Ausflussmenge war klein und ich fragte mich, wie in einer nur 15-minütigen Pause alle Schüler genügend Wasser bekommen.» Barthe besuchte daraufhin andere Pausenplätze – es zeigte sich ein ähnliches Bild.

Für den Gemeinderat Anstoss genug, eine Interpellation beim Stadtrat einzureichen. Darin wollte er wissen, was der Stadtrat von der gesundheitspolitischen Forderung nach ausreichenden Trinkmöglichkeiten hält und warum «heute eher unzureichende Angebote an lebensnotwendigem Wasser auf Pausenplätzen» bestehen. Ausserdem fragte Barthe, wie man das Wasserangebot in Zukunft kostengünstig erweitern könne.

Nun hat der Stadtrat die Beantwortung durch die Schulpflege veröffentlicht. «Trinken ist wichtig und wird von den Lehrpersonen unterstützt», heisst es darin. «Die Schulpflege ist aber der Meinung, dass die Wasseraufnahme nicht zwingend und ausschliesslich über die Brunnen auf den Pausenplätzen geschehen muss.» Auch werde das Thema Trinken in den Lektionen angesprochen, die Eltern informiert und an den Pausenkiosken wie auch beim Mittagstisch werden keine zuckerhaltigen Getränke ausgeschenkt.

Momentanes Angebot genüge

Laut Barthes Beobachtungen sind zu wenige Brunnen auf den Pausenplätzen verfügbar. Die Schulpflege sieht das anders, die vorhandenen Ressourcen seien aussreichend. Bei den Schulen Luberzen und Wolfsmatt sind das je ein Fliessbrunnen, Wolfsmatt verfügt über zusätzliche Trinkstationen. Der Pausenplatz Zentral besitzt gar zwei Brunnen und zwei Trinkstationen, die Pausenplätze Steinmürli und Fondli über je eine Trinkstation.

Ausserdem könnten die Schüler aus 36 öffentlichen Brunnen und aus den Lavabos im Klassenzimmer trinken. Barthe wollte in seiner Interpellation zudem wissen, wie die Stadt das Wasserangebot kostengünstig erweitern könne. Laut Schulpflege wird der Bau von zusätzlichen Brunnen und Trinkmöglichkeiten ausschliesslich im Rahmen von Sanierungs- oder Neubauprojekten realisiert – wie kürzlich beim Pausenplatz Zentral, wo ein zweiter Brunnen gebaut wurde.

«Wassersituation ist entschärft»

Barthe ist mit der Antwort auf seine Interpellation «eher zufrieden». Er habe nicht gewusst, dass den Schülern ausser den Brunnen auch im Klassenzimmer Lavabos zur Verfügung stehen. Damit sei die Trinkwassersituation entschärft. «Man sagte mir im Vorfeld nur, dass sich die Schüler zusätzlich bei den Sanitäranlagen mit Wasser versorgen können.» Und nur aus den Lavabos der Toilettenräume zu trinken, fände Barthe aus hygienischen Gründen nicht ausreichend.

Die Argumentation der Schulpflege, dass die Schüler aus 36 öffentliche Brunnen trinken können, ist für Barthe unrealistisch. «Ich bezweifle, dass Schüler in der Pause extra zu einem weit entfernten Brunnen laufen.» Gut findet er allerdings den Ausschank zuckerfreier Getränke.

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