«Giardino»: Behörden überprüfen Bewilligung

Juristisch gesehen ist das Uitiker Lokal eine Besenbeiz – solange sie mehr Geld macht mit Küchenkräuterli statt mit Cüpli. Das wird zurzeit kontrolliert.

David Egger
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Giusep Fry winkt ab. «Ich bin nur der Pächter», sagt der Boss vom Üetliberg-­Hotel «Uto Kulm» und vom tropischen Uitiker Eventlokal «Giardino Verde», offiziell «Giardino Verde Pflanzen & Event AG» genannt. Deren Business steht nun auf dem Spiel. Denn das ­Gastro-Geschäft im Gewächshaus hängt an einer Ausnahmebewilligung mit zahlreichen Auflagen und Bedingungen. Die Liegenschaftseigentümerin Winanatura AG hatte die Ausnahmebewilligung 2015 erhalten und sich zuerst gegen die Auflagen gewehrt. Dann wurde die Ausnahmebewilligung rechtskräftig. Der nächste Countdown begann zu ticken: Zwei Jahre, nachdem die Ausnahmebewilligung rechtskräftig wird, muss die Winanatura AG den Nachweis erbringen, dass sie das 2015 vom Kanton abgesegnete Betriebskonzept einhält. Scheitert der Nachweis, bedeutet das voraussichtlich das Aus für das berühmte Eventlokal, in dem schon zahlreiche grosse Hochzeiten und andere Feste gefeiert wurden.

«Es ist ein Damoklesschwert», sagt ­Winanatura-Anwalt Christian Juchler, Partner der Kanzlei Steinbrüchel Hüssy am Zürcher Grossmünsterplatz.

Nun sind Kanton und Gemeinde gefragt. Die Behörden haben es in der Hand, ob das «Giardino Verde» weitermachen darf. Die Kontrolle ist im Gang.

Der Clou: Das Eventlokal ist juristisch gesehen ein Nebenbetrieb der Gärtnerei. Diese muss darum längerfristig rentabel sein. Eine Quersubventionierung durch das Eventlokal ist nicht erlaubt. Anders gesagt: Die Betreiber müssen mit dem Anbau von Stauden, Gemüse und Kräutern Rendite erzielen – nicht mit Speis und Trank. Zuletzt beschäftigte sich auch das Bundesgericht mit der Gastro-­Gärtnerei – wegen einer anderen Frage.