Bezirksgericht Dietikon
Gewaltbereiter Stalker erhält letzte Chance – und muss nicht ins Gefängnis

Ein eifersüchtiger Ex-Freund kassiert für extremes Stalking vom Bezirksgericht Dietikon eine Freiheitsstrafe von 13 Monaten. Er drohte ihr sogar mit einem Messer, sie umzubringen. Sein Verhalten führte er auf Drogen und Alkohol zurück.

Attila Szenogrady
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Ein mazedonischer Lagerist aus Dietikon hat seine Ex-Freundin massiv bedroht und gewürgt. (Symbolbild)

Ein mazedonischer Lagerist aus Dietikon hat seine Ex-Freundin massiv bedroht und gewürgt. (Symbolbild)

Keystone

Ein mazedonischer Lagerist aus Dietikon hat seine Ex-Freundin nicht nur gestalkt, sondern auch massiv bedroht und gewürgt. Zudem ist er bei der Dietiker Polizei ausgerastet und hat dort eine Computeranlage beschädigt. Nun wurde der teilgeständige Beschuldigte zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten verurteilt.

«Es war eine wilde Zeit», blickte der heute 33-jährige Lagerist aus Dietikon vor Gericht auf den Frühling 2013 zurück. Tatsächlich fielen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis gegen den nur teilgeständigen Mazedonier massiv aus. So soll er damals seine Ex-Freundin nicht nur mit bis zu 80 Telefonanrufen pro Tag massiv gestalkt, sondern auch als «Nutte» beschimpft haben. Hinzu kamen konkrete Morddrohungen, indem er ankündigte, sie und ihren neuen Freund abzustechen.

Gewürgt, bis sie keine Luft mehr bekam

Der schlimmste Vorfall ereignete sich am 24. März 2013. Damals ging der Beschuldigte in einer Garage in Dietikon auf die Geschädigte los und packte sie am Hals. «Er würgte sie so stark, dass sie keine Luft mehr bekam», schrieb der zuständige Staatsanwalt.

In der Folge bedrohte der extrem eifersüchtige Beschuldigte trotz Ende der Beziehung das Opfer weiterhin. In einem Fall erklärt er ihr mit einem Klappmesser in den Händen, dass er sie umbringen werde. Bei einer anderen Begegnung schimpfte er: «Ich bringe dich um, du Scheissschlampe!» Vor Gericht erklärte sich der Beschuldigte sein früheres Verhalten mit Drogen und Alkohol.

Als der Dietiker nach einer Anzeige seiner früheren Partnerin festgenommen wurde, flippte er auch auf dem Polizeiposten von Dietikon nach einer ihm nicht genehmen Frage völlig aus. Dabei kickte er mutwillig die PC- und Telefonanlage eines polizeilichen Sachbearbeiters zu Boden und richtete dabei einen beachtlichen Sachschaden von rund 2000 Franken an. Der Beschuldigte wurde sogleich festgenommen und verbrachte danach bis zum Herbst 2013 mehrere Monate in Untersuchungshaft.

Am Dienstag musste sich der Beschuldigte wegen Tätlichkeiten, Beschimpfungen, mehrfacher Drohung, Sachbeschädigung und weiterer Delikte vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Die Staatsanwaltschaft verlangte für den Lageristen eine unbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Der Verteidiger forderte dagegen mangels Beweisen und infolge von Teilfreisprüchen eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Sechs Monate davon unbedingt.

Das Gericht kam zum Schluss zu umfassenden Schuldsprüchen, schlug aber beim Strafmass den Mittelweg ein. So setzte es eine bedingte Freiheitsstrafe von 13 Monaten sowie eine Geldstrafe von 28 Tagessätzen zu 30 Franken fest. Hinzu kam eine Busse von 1000 Franken. Zudem soll der Mazedonier dem Opfer ein Schmerzensgeld von 3000 Franken bezahlen. Das Gericht sprach von einer letzten Chance für den inzwischen verheirateten Familienvater.