Die steigenden Gesundheitskosten machen vielen Gemeinden zu schaffen. Von einer «massiven Belastung» spricht nun auch der Gemeinderat Geroldswil in einer Mitteilung, deren Gegenstand die neue Gesundheitskonferenz Kanton Zürich ist (Abkürzung: Geko).

Im September waren viele Gesundheitsvorstände der Zürcher Gemeinden und Städte in Kloten zusammengekommen, um sich auszutauschen. Dabei war auch davon die Rede, dass die Gemeinden untereinander zu wenig vernetzt und organisiert sind, wenn es um Themen des Gesundheitswesens geht. Daher wurde dort dann entschieden, die Gründung einer Gesundheitskonferenz voranzutreiben, die über eine professionelle Geschäftsstelle verfügen soll.

Die Gesundheitskonferenz soll dann zum Beispiel die stationäre und ambulante Pflegeversorgung koordinieren, die Interessen der Gemeinden wirkungsvoll vertreten und die Exekutiven und Verwaltungen der Gemeinden zu entlasten, Letzteres dank vorbereitender Grundlagenarbeit, wie der Gemeinderat Geroldswil in seiner Mitteilung schreibt.

Es wird davon ausgegangen, dass eine solche Gesundheitskonferenz jährliche Kosten von rund 290 000 Franken verursachen würde. «Sofern sich sämtliche Gemeinden des Kantons Zürich an der Gesundheitskonferenz beteiligen, kann von einem Betrag von 19 Rappen pro Einwohnerin und Einwohner ausgegangen werden. Die Gemeinde Geroldswil hätte sich entsprechend mit rund 1000 Franken zu beteiligen», heisst es in der Stellungnahme des Gemeinderats Geroldswil.

Zuerst die Eckpunkte klären

Dieser befürwortet die Gründung einer Gesundheitskonferenz im Grundsatz, wie er weiter schreibt. Mitglied werden will er allerdings noch nicht. «Zuerst sind die Organisation, die Strategie, die Struktur, die Ziele und die zu erbringenden Leistungen zu definieren. Sobald diese Eckpunkte geklärt sind und weitere Informationen vorliegen, wird der Gemeinderat über eine Mitgliedschaft entscheiden», schreibt der Gemeinderat weiter.

Ähnlich haben sich auch schon andere Gemeinden im ganzen Kanton geäussert. Es gibt aber auch solche, die sich jetzt schon für eine Mitgliedschaft entschieden haben, so zum Beispiel Dielsdorf, Regensdorf, Bülach und Fällanden. Die Gründung der Gesundheitskonferenz ist für das Frühjahr 2019 geplant.

Gemäss Pflegegesetz müssen die Gemeinden für eine bedarfs- und fachgerechte stationäre und ambulante Pflegeversorgung ihrer Einwohnerinnen und Einwohner sorgen. Dies ist für viele Gemeinden eine grosse Herausforderung, weil der Pflege- und Betreuungsbedarf zunimmt, da die Gesellschaft immer älter wird. Von der Gesundheitskonferenz erhoffen sich viele Gemeinden auch, gegenüber Kanton und Krankenkassen stärker auftreten zu können.