Dietikon

Gesucht: Schmutzli-Nachwuchskandidaten und potenzielle Samichläuse

Samichlaus

Samichlaus

Die St. Niklausgesellschaft sucht Chlausen-Chauffeure und Bartankleber. Gefragt sind auch Schmutzli-Nachwuchskandidaten und potenzielle Samichläuse. Doch die Suche gestaltet sich schwierig.

Noch nicht einmal mehr einen Monat dauert es; dann ziehen wieder Hunderte Samichläuse von Stube zu Stube, lassen sich von aufgeregten Kindern herzige Versli aufsagen, verteilen Nüssli und Mandarindli und schütteln mahnend den Zeigefinger.

Auch die Chläuse der St. Niklausgesellschaft Dietikon laufen sich langsam warm. Nebst dem Klauseinzug Ende November müssen vom 3. bis 6. Dezember zwischen 130 und 140 Besuche mit insgesamt bis zu 500 Kindern in Dietikon, Bergdietikon, Fahrweid, Geroldswil, Oetwil und Schlieren koordiniert werden. Das bringt einiges an Arbeit mit sich; Helfer sind gesucht. Der Samichlaus und seine Schmutzli sind auf Fahrer und Fahrerinnen angewiesen, die sie von Haustüre zu Haustüren bringen. Und auf Assistentinnen, die fürs Schminken und das schöne Erscheinungsbild verantwortlich sind.

Schmutzli mit Durchhaltewillen

Gefragt sind auch Schmutzli-Nachwuchskandidaten und potenzielle Samichläuse. «Wer Samichlaus werden will, muss Freude am Brauch und an den Kindern haben», sagt Gebi Portmann, Präsident der St.Niklausgesellschaft. Ausserdem muss es zwingend ein Mann sein, Frauen dürfen bei der St.Niklausgesellschaft nicht in die Kutte schlüpfen. Nicht zuletzt braucht es noch etwas Durchhaltewillen; wer Samichlaus werden will, muss sich erst als Schmutzli bewähren. «Wenn er nach zwei oder drei Jahren weiterhin Interesse hat und geeignet ist, kann er es auch als Samichlaus versuchen. Samichlaus und Schmutzli sind ohnehin ein Team, das gemeinsam auftritt.»

Jedes Jahr wird einer der Chläuse zum Oberchlaus ernannt. Dieser sei fürs Einstimmen auf die schöne Zeit zuständig, sagt Portmann. «Er wählt beispielsweise die Geschichte aus, die wir den Kindern erzählen.» Ein ganz zentraler Punkt: «Die Kinder haben die Geschichte wahnsinnig gern, sie ist ein wichtiger Bestandteil des Besuchs.» Es werde geplaudert und die einstudierten Versli und Lieder vorgetragen. Dann gehts ans Eingemachte, das Betragen. Dazu bekommen die Eltern vorgängig ein Formular, in dem sie eintragen können, was der Samichlaus sagen soll. «Nicht nur Tadel – der Samichlaus will die Kinder vor allem loben und zu weiteren guten Taten motivieren.»

Auf der Liste stünden oft die gleichen Sachen: Streiten, den Eltern nicht gehorchen, nicht aufräumen, spät zu Bett gehen. In den Sack nimmt der Schmutzli deswegen aber keines der Kinder, auch die Rute hat der Schmutzli nicht mehr bei sich. Der böse Samichlaus hat längst ausgedient, so Portmann: «Geschimpft wird nicht, höchstens ermahnt.»

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