Bezirksgericht Dietikon

Geständiger Profidieb wird ausgeschafft

Das Bezirksgericht Dietikon verurteilte den geständigen Einbrecher (Symbolbild)

Das Bezirksgericht Dietikon verurteilte den geständigen Einbrecher (Symbolbild)

Ein Einbrecher aus dem Kosovo hat in Unterengstringen Bargeld und Schmuck für über 150'000 Franken erbeutet. Nun wurde er vom Gericht dem Migrationsamt zur sofortigen Ausschaffung in seine Heimat überstellt.

«Ich habe es verdient, eingesperrt zu werden», führte der heute 37-jährige Beschuldigte gestern vor dem Bezirksgericht Dietikon aus.

Da der Kriminaltourist aus dem Kosovo ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte, konnte der Prozess im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens über die Bühne gehen. Deshalb war der eingeklagte Sachverhalt überhaupt nicht mehr bestritten.

Die Anklageschrift ging auf die Nacht auf den 9. Februar 2013 zurück. Damals tauchte der Beschuldigte zusammen mit drei Landsleuten in Unterengstringen auf und drang in ein Einfamilienhaus ein. Das Objekt war wohl nicht zufällig ausgesucht. So knackten die Profidiebe in der Liegenschaft gleich mehrere Tresore.

Die Anklageschrift zählte zwei Damen und einen Mann als Opfer auf. Ihm alleine klauten sie eine Herrenarmbanduhr für 17'800 Franken. Hinzu kamen zahlreiche Schmuckstücke sowie Preziosen und Bargeld für insgesamt über 150'000 Franken.

Für die Diebesbande wäre der Coup beinahe gescheitert. Sie geriet unmittelbar nach dem Einbruch bei Geroldswil in eine Polizeikontrolle. Die Täter flohen nach Oetwil, wo sie ihr Fluchtfahrzeug stehen liessen, sich trennten und mit einem Teil der Beute zu Fuss in Richtung Limmat weiter flüchteten.

In Spreitenbach drang der Beschuldigte in der Gartenlage «Hardrütenen» in ein Schreberhäuschen ein, wo er sich neu einkleidete und danach untertauchte.

Auch ein Bancomaten-Knacker

Der Beschuldigte reiste ein Jahr später erneut in die Schweiz ein und betätigte sich diesmal als Bancomaten-Knacker. Allerdings mit wenig Erfolg. So bearbeitete er innerhalb von zwei Tagen in Lenzburg, Frauenfeld sowie in Küssnacht am Rigi gleich drei Bancomaten mit einem Winkelschleifer und richtete dabei beachtliche Sachschäden von ungefähr je 5'000 Franken an.

In keinem Fall gelang es ihm aber, Bargeld zu behändigen. Alleine in Frauenfeld hätten rund 600'000 Franken auf ihn gewartet. Im Frühjahr 2015 war vorläufig Schluss. Der Beschuldigte wurde in Deutschland verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert, wo er seither auf seinen Prozess wartete.

Die Verhandlung in Dietikon brachte keine Überraschung. So wurde der Einbrecher anklagegemäss wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie Hinderung einer Amtshandlung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt.

Davon sprach das Gericht ein halbes Jahr unbedingt aus. Da der Beschuldigte bereits 258 Tage der Strafe verbüsst hatte, wurde er vom Gericht dem Migrationsamt zur sofortigen Ausschaffung in seine Heimat überstellt. Er wolle künftig zu Hause bei seiner Familie leben und normal arbeiten, versicherte er.

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