Geroldswil
Geroldswiler Jugendtreff ist «kein Verlgeich zu früher»

«Es ist wirklich sehr schön geworden. Man hat viel Platz», sagt der 13-jährige Nicola und widmet sich wieder dem Billard. Besonders die Sofas haben es den jungen Gästen angetan. Eine Gruppe Mädchen hat sie in Beschlag genommen und diskutiert angeregt.

Sandro Zimmerli
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Der Geroldswiler Jugendtreff ist wieder offen und kommt gut an
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Tischfussball – der Jugendtreffklassiker
Billard ist bereits jetzt der Renner
An der Bar herrscht Grossandrang
Sehr beliebt sind die neuen Sofas
Die Band Line 3 sorgte für den richtigen Groove

Der Geroldswiler Jugendtreff ist wieder offen und kommt gut an

Sandro Zimmerli

Auch der 12-jährige Fation aus der Fahrweid würde gerne Platz nehmen. «Die Sofas sind richtig cool. Kein Vergleich zu früher», lautet sein Urteil. Er muss sich noch etwas gedulden.

Die zwei Tischfussballkästen helfen, die Wartezeit zu überbrücken. Eine andere Möglichkeit sich die Zeit zu vertreiben bietet der Tischtennistisch oder der Auftritt der jungen, dreiköpfigen Geroldswiler Band «Line 3». Für das leibliche Wohl wird an der Bar gesorgt, wo Hotdogs und leckere alkoholfreie Drinks angeboten werden.
Bereits viele Besucher
Die jugendlichen Besucher geniessen ihren neuen Jugendtreff in Geroldswil. Rund 30 von ihnen sind gestern am Abend schon kurz nach der offiziellen Neueröffnung damit beschäftigt, das Angebot zu testen. Auch bei den Betreibern von der reformierten Kirche Weiningen ist man zufrieden mit dem Neustart. «Seit den letzten Herbstferien, als angekündigt wurde, dass der Treff neu lanciert wird, haben sich schon über 70 Jugendliche registriert», freut sich Denise Beutler.
Von Beutler stammt das Gesamtprojekt, das sie im Rahmen einer Ausbildung an einer Sozialmanagement-Schule als Abschlussarbeit präsentiert hat. Zusammen mit Mattias Arn, dem Jugendarbeiter der reformierten Kirche, leitet sie den Treff. Dieser ist neuerdings offen für alle Jugendlichen aus der Kreisgemeinde Weiningen zwischen der 6. Klasse und dem 18. Geburtstag. «Das macht Sinn, denn in der Oberstufe gehen die Jugendlichen aus Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil auch gemeinsam zur Schule», erklärt Beutler die Idee hinter diesem Konzept.
Ein Konzept, das bis Ende 2012 als Pilotprojekt läuft. Solange ist die Finanzierung gesichert. Neben der reformierten Kirche beteiligen sich wie bis anhin auch die Gemeinde Oetwil mit jährlich 5000 Franken und die Gemeinde Geroldswil mit jährlich maximal 15000 Franken am Jugendtreff.

Beutler hofft, dass sich später auch Unterengstringen und Weiningen in irgendeiner Form beteiligen werden (siehe Kontext). «Angesichts der derzeitigen starken Auslastung des Treffs müssen wir ab 2013 das Personal aufstocken», so Beutler. Obschon sich viele freiwillig als Helfer zur Verfügung stellen würden, wolle man diese Leute künftig mit 20 Franken pro Stunde bezahlen. Laut ersten Berechnungen wird das jährliche Budget ab 2013 tiefer als 80 000 Franken sein.
Erste Zahlen stimmen optimistisch
Die ersten Besuchererhebungen - deshalb müssen sich die Jugendlichen unter anderem auch registrieren - zeigen, dass der Treff nicht nur von Geroldswilern genutzt wird. Zwar machen sie mit 38 Prozent den grössten Anteil aus, doch auch aus der Fahrweid (30 Prozent), Unterengstringen (12 Prozent), Weiningen und Oetwil (je 10 Prozent) kommen die Jugendlichen in den Jugendtreff. Das ist kein Vergleich zu den letzten zwei bis drei Jahren, als der Treff kaum noch frequentiert wurde, weswegen er einen neuen Schub brauchte und nun auch bekam.