Geroldswil
Zutrittsbeschränkung: Bald ist für die Wertstoffsammelstelle Giessacker ein Entsorgungspass nötig

Die Gemeinde macht einen weiteren Schritt bei der Umsetzung ihres Litteringkonzepts. Ab dem neuen Jahr dürfen nur noch Einwohnerinnen und Einwohner aus Geroldswil und dem Weininger Teil der Fahrweid ihren Abfall bei der Sammelstelle entsorgen.

Virginia Kamm
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Künftig nur noch für Geroldswiler sowie den Weininger Teil der Fahrweid zugänglich: die Wertstoffsammelstelle Giessacker.

Künftig nur noch für Geroldswiler sowie den Weininger Teil der Fahrweid zugänglich: die Wertstoffsammelstelle Giessacker.

Jürg Krebs

Die Gemeinde Geroldswil setzt einen weiteren Punkt ihres Litteringkonzepts um: Ab dem neuen Jahr wird ein Entsorgungspass nötig sein, um die Wertstoffsammelstelle Giessacker an der Werdstrasse nutzen zu können. Mit dieser Zutrittsbeschränkung will der Gemeinderat erreichen, dass dort nur noch die berechtigten Personen aus Geroldswil und dem Weininger Teil der Fahrweid ihre Wertstoffe entsorgen. «Leider musste über die letzten Jahre eine starke Zunahme im Bereich der Fremdentsorgung festgestellt werden», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Die Sammelstelle Giessacker sei nicht auf einen derart grossen Materialumschlag oder den entsprechenden Personenandrang ausgelegt, heisst es weiter. Zudem würden durch den Abfalltourismus zusätzliche Kosten anfallen, die zulasten der berechtigten Personen gehen. Alle Personen, welche die Sammelstelle benutzen dürfen, bekommen im Dezember von der Gemeinde einen Entsorgungspass zugestellt. Eigenes oder externes Personal soll diesen in Zukunft kontrollieren.

Litteringkonzept soll in der Gemeinde für Ordnung sorgen

Der Geroldswiler Gemeinderat hat die Erarbeitung eines Litteringkonzepts im Juli 2020 beschlossen. Rund ein Jahr später wurde es eingeführt. Das Dorf ist in der Vergangenheit immer wieder Opfer von Abfallsündern und Vandalen geworden. Besonders betroffen war die neue Überbauung Huebegg im Dorfzentrum: Nur zwei Tage nach der Eröffnung der Tiefgarage Anfang Oktober 2020 wurde die öffentliche WC-Anlage angezündet. Wenig später kamen Graffiti an den Parkhauswänden dazu.

Daraufhin brachte die Gemeinde ein Rollgittertor für 40'000 Franken bei der Garageneinfahrt an, um unerwünschte nächtliche Besuche zu verhindern. Und seit diesem Sommer soll nun das Litteringkonzept für Ordnung sorgen. Die Steuerungsgruppe Littering, bestehend aus Gemeinderätin Veronika Neubauer (SVP), der Abteilungsleitung und Sachbearbeitung Bau und Infrastruktur, der Gemeindepolizei Geroldswil, dem Bereichsleiter Betriebsunterhalt sowie beratenden Drittorganisationen, setzt dieses um.

Ein zentraler Punkt des Litteringkonzepts ist die mobile Jugendarbeit: Diesen August hat der Gemeinderat diesbezüglich einer zweijährigen Pilotphase zugestimmt und eine Leistungsvereinbarung mit der Bubiker Stiftung für Kinder- und Jugendförderung Mojuga für jährlich 62'000 Franken abgeschlossen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mojuga begannen, an jeweils ein bis zwei Wochentagen in der Gemeinde unterwegs zu sein.

Mit der Raumpatenschaft holt die Gemeinde die Bevölkerung ins Boot

Ein anderes Instrument, das die Gemeinde zur Umsetzung ihres Litteringkonzepts verwendet, ist die Raumpatenschaft: Die Idee dabei ist, dass engagierte Freiwillige aus dem Dorf ein bestimmtes Gebiet regelmässig selbstständig säubern. Die Gemeinde stellt das nötige Material zur Verfügung. Ein Freiwilliger sammelt zum Beispiel jeweils an seinem freien Tag unter der Woche Abfall am Limmatufer. Interessierte können sich über die Seite der Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) für eine Patenschaft anmelden.

Den nächsten Schritt zu einem gepflegten Geroldswil dürften schon bald die Stimmberechtigten in die Wege leiten: An der Gemeindeversammlung vom 6. Dezember befinden sie über die Verordnung über die Videoüberwachung des öffentlichen Grundes, die auch die Sammelstelle Giessacker betreffen soll.

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