Geroldswil
Von 225 auf 480 Quadratmeter: Die Bibliothek erhält ein neues Zuhause

Die Gemeinde- und Schulbibliothek Geroldswil zieht kommenden Frühling in die Räume der alten Coop-Filiale am Dorfplatz. Die Gemeindeversammlung bewilligte den Mietvertrag mit der Baugenossenschaft Hochwacht sowie die Kosten für den Ausbau und den Umzug.

Sibylle Egloff
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Die Bibliothek Geroldswil zieht in die alten Coop-Räume (links) am Dorfplatz.

Die Bibliothek Geroldswil zieht in die alten Coop-Räume (links) am Dorfplatz.

Sibylle Egloff

Nach 44 Jahren wartet ein neues Kapitel auf die Gemeinde- und Schulbibliothek Geroldswil. Sie zieht spätestens kommenden Frühling vom aktuellen Standort in den Räumen der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Weiningen quer über den Geroldswiler Dorfplatz in die alte Coop-Filiale. Das haben die 67 an der Gemeindeversammlung erschienenen Stimmberechtigten am Montagabend entschieden. Sie bewilligten einstimmig den Mietvertrag mit der Baugenossenschaft Hochwacht mit einem jährlichen Mietzins von 129'000 Franken sowie die Kredite für den Ausbau, die Möblierung, die neue EDV und den Umzug an die Poststrasse 5 von insgesamt 629'500 Franken.

«Wir sind sehr glücklich darüber, dass Sie es uns ermöglichen, mit der Gemeinde- und Schulbibliothek umzuziehen», sagte Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) nach der Abstimmung. Die gesamte Bevölkerung und die Schule würden von diesem Projekt profitieren.

Der Standortwechsel war seit längerem vorgesehen. Dies, weil im Rahmen der Umgestaltung des Zentrums die Räume der Kirche umgebaut werden sollen. Der Mietvertrag läuft Ende Jahr aus. Die Zukunft der Bibliothek an zentraler Lage konnte nun mit diesem Beschluss besiegelt werden.

Die Finanzierung des Ausbaus sorgte für Unstimmigkeiten

Vor einem halben Jahr sah es jedoch noch anders aus. Nach der überraschenden Kündigung des Vorvertrags durch die Baugenossenschaft Hochwacht im November 2020, rückten die Pläne der Gemeinde in weite Ferne. Dank geschickter Verhandlung im zweiten Anlauf konnten die strittigen Punkte Anfang April geklärt werden. Diese betrafen die Finanzierung des Ausbaus der Liegenschaft. Daran beteiligen sich die Vertragspartner nun in gleichen Massen. Jede Partei zahlt je 358'500 Franken.

Die Bibliothek bekommt nicht nur eine neue Bleibe, sondern auch mehr Platz. Am neuen Ort werden ihr 480 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Derzeit muss sie sich mit 225 Quadratmetern begnügen. «Richtlinien sagen, dass sie mindestens 360 Quadratmeter gross sein soll. Wir haben also eine Reserve nach oben, damit wir nicht in fünf bis zehn Jahren bereits wieder umziehen müssen», sagte Liegenschaftenvorstand Peter Christen (FDP) bei der Präsentation des Geschäfts.

Bibliothek kriegt ein Selbstausleihsystem

Der Standortwechsel wird zudem genutzt, um ein Selbstausleihsystem einzuführen. «Weil die Schule die Bibliothek rege nutzt, wird in der Nähe des Eingangsbereichs ein halbes Schulzimmer entstehen. Jeden Tag wird eine Schulklasse anwesend sein», erzählte Christen.

Ob auch eine Bücherkabine wie etwa in Schlieren, Unterengstringen, Baden oder neu auch in Weiningen in der Bibliothek vorgesehen sei, wollte ein Votant wissen. «Mit der Detailplanung sind wir noch nicht so weit fortgeschritten. Zuerst wollten wir auf die Bewilligung des Mietvertrags warten», antwortete der Liegenschaftenvorstand. Christen zeigte sich jedoch angetan: Das sei eine gute Anregung, die Sinn mache.

Mit der Genehmigung des Mietvertrags ist Geroldswil bei der Entwicklung des Zentrums einen bedeutenden Schritt weiter. Der nächste Entscheid folgt bereits am Sonntag an der Urne. Dann befinden die Stimmberechtigten über den Baukredit von 35,6 Millionen Franken für den Umbau des Hotels Geroldswil und einen Neubau auf der Technikzentrale des Hallenbads.

Finanzvorstand feierte Premiere an der Gemeindeversammlung

Eine Premiere feierte der neue Finanzvorstand David Ryser (parteilos) am Montagabend. An seiner ersten Gemeindeversammlung als Gemeinderat durfte er die Jahresrechnung 2020 vorstellen. «Ich habe nichts zur Rechnung beigetragen, daher ist es umso besser, dass sie gut ausgefallen ist», sagte er und brach sogleich das Eis im Singsaal der Schule Huebwies. Die Rechnung schliesst mit einem Plus von 1,27 Millionen Franken bei einem Aufwand von 23,48 Millionen Franken und einem Ertrag von 24,75 Millionen Franken. Das Resultat ist um 900'000 Franken besser als budgetiert. Die leicht höheren Steuereinnahmen und die hohen Erträge im Bereich der Grundstückgewinnsteuern hätten zum guten Ergebnis beigetragen, so Ryser. Zudem sei das Plus auch auf tiefere Kosten im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe und im Asylwesen zurückzuführen. Die Frage bleibe, ob dieser Trend nachhaltig sei, gab Ryser zu bedenken. Auch sprach er die Folgen der Pandemie an: «Die Coronaeffekte scheinen teilweise verzögert einzutreten. Der Aufwand ist aufgrund von Covid-19 reduziert, jedoch ist noch kein Einbruch auf der Ertragsseite festzustellen.»