Verkehrsberuhigung

Geroldswil und Weiningen erarbeiten weitere Studie: Fahrweid braucht noch viel Geduld

Das ist schon mal klar: Der Kreisel bei der Limmatbrücke kommt weg.

Das ist schon mal klar: Der Kreisel bei der Limmatbrücke kommt weg.

Fast täglich verstopft eine Blechlawine die Fahrweid. Darum regte das kantonale Tiefbauamt schon 1984 eine neue Verkehrsführung für das gemeinsame Quartier von Geroldswil und Weiningen an.

32 Jahre später geht es nun wieder einen Schritt vorwärts. Die beiden Gemeinden erarbeiten zusammen mit dem Planungsbüro Metron AG aus Brugg eine neue Studie, wie die Gemeinde Geroldswil kürzlich mitteilte.

Am Rand vorbei statt mittendurch: Mindestens vier Jahre dauert es noch, bis die Niederholzstrasse verlegt wird. ZVG

Am Rand vorbei statt mittendurch: Mindestens vier Jahre dauert es noch, bis die Niederholzstrasse verlegt wird. ZVG

Den letzten Fortschritt gab es im Mai 2015, als der Kanton und die beiden Gemeinden ihr Verkehrskonzept vorstellten. Seither ist klar, dass die Niederholzstrasse verlegt und der Kreisel bei der Limmatbrücke entfernt wird.

Jetzt wollen die Gemeinden mit ihrer Studie zeigen, wie der mittlere Teil der Fahrweidstrasse, von kurz nach der Querstrasse bis zur Hausnummer 80, umgestaltet werden soll. Beim südlichen Strassenstück, das Weiningen alleine plant, ist bereits klar, dass das Tempolimit von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde herabgesetzt wird. Zudem sollen Fahrzeuge von der Fahrweidstrasse künftig nur noch in Richtung Dietikon auf die Überlandstrasse einbiegen dürfen. Und es ist vorgesehen, dass die Busse direkt auf der Strasse halten und nicht mehr in Haltestellenbuchten. Die Umgestaltung des nördlichen Teilstücks wird Geroldswil später alleine planen.

Lastwagenverbot wird abgeklärt

Nun sollen neben der generellen Strassengestaltung weitere Details ausgearbeitet werden. So wird abgeklärt, wie die Radwegverbindung, die Fussgängerführung und das Lastwagenfahrverbot genau aussehen sollen. Auch die Anzahl der Bushaltestellen und ihre Standorte werden voraussichtlich überprüft. «In erster Linie geht es darum, die Planung nun zu vertiefen», sagt der Geroldswiler Gemeindeschreiber Beat Meier. Dabei müssen sich Geroldswil und Weiningen einig sein. Doch die Einigkeit in Fahrweid-Fragen ist häufig eine Herausforderung: Erst dieses Jahr vereinbarten Weiningen und die Primarschule Oetwil-Geroldswil einen neuen Schülerzuteilungsvertrag, nachdem die Weininger lange mehr Mitspracherecht forderten. Auch der Verkehr in der Fahrweid sorgte schon für Meinungsverschiedenheiten: Während Weiningen die Fahrweidstrasse für den Durchgangsverkehr sperren wollte, forderten die Geroldswiler, dass ihnen die direkte Durchfahrt nach Dietikon offenbleibt. Doch diese Auseinandersetzung ist vorbei. Meier sagt: «Die Gemeinden haben sich im Rahmen des zukünftigen Verkehrsregimes und somit im Grossen und Ganzen gefunden. Wir gehen daher von einer konstruktiven Zusammenarbeit aus.»Bis Ende Jahr soll die Studie fertig sein. Sie kostet rund 20 000 Franken. Davon übernimmt Geroldswil 52 Prozent und Weiningen 48 Prozent. Diese Verteilung hängt von der Abschnittslänge der Fahrweidstrasse auf dem jeweiligen Gemeindegebiet ab.

Wann die Bevölkerung über die Ergebnisse der Studie informiert wird, ist offen. Denn das weitere Vorgehen ist ebenfalls Teil dieser Studie, mit der vieles konkreter werden soll. Dazu gehört auch der Zeitplan. Der Baubeginn hängt aber auch davon ab, wann der Kanton die neue Niederholzstrasse an den Rand der Fahrweid verlegt. Dafür erarbeitet das kantonale Tiefbauamt zurzeit ein Vorprojekt. Dieses soll im Herbst 2017 fertig sein und öffentlich aufgelegt werden. Mit dieser öffentlichen Auflage beginnt das Mitwirkungsverfahren gemäss Strassengesetz: Es sind Einwendungen möglich, die je nachdem noch ins Projekt eingearbeitet werden.

«Baubeginn 2020 ist realistisch»

Auf Herbst 2019 ist die Planauflage für die Verlegung der Niederholzstrasse geplant. Dann können nur noch direkt betroffene Personen oder Institutionen Einsprache erheben. Über solche Einsprachen wird der Regierungsrat entscheiden, er setzt das Projekt fest. Klappt das, werden die Bauarbeiten ausgeschrieben und der Bau kann beginnen. Bei der Vorstellung des Verkehrskonzeptes im Mai 2015 erklärte ein Vertreter des Amts für Verkehr einen Baubeginn im Jahr 2020 als «denkbar». An diesem Datum hält der Kanton fest. «Sofern nicht der Rechtsweg gegen die Projektfestsetzung beschritten wird, ist der Baubeginn im Jahr 2020 realistisch», sagte ein Sprecher des Tiefbauamts gestern auf Anfrage.

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