Unterengstringen/Geroldswil
Geroldswil und Unterengstringen planen Landverkauf

Heute Abend an der Gemeindeversammlung Unterengstringen fällt der Entscheid, ob die Gemeindeparzellen rechts der Limmat verkauft werden.

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Luftbild Unterengstringen.

Luftbild Unterengstringen.

Kantonales GIS Archiv

An den anstehenden Gemeindeversammlungen befinden gleich zwei Gemeinden rechts der Limmat über Landverkäufe. Beide Parzellen wären für eine gemeindeeigene Bebauung ungeeignet, da sie zu klein oder schlecht gelegen sind. Durch Initiative von privaten Investoren, die angrenzendes Land bereits besitzen oder zu kaufen gedenken, sind Überbauungen möglich, die dem Prinzip der Verdichtung gerecht werden.

So trat ein Grundbesitzer mit der Anfrage an die Gemeinde Unterengstringen heran, die Gemeindeparzelle an der Langwiesenstrasse, gleich an der Gemeindegrenze zu Schlieren unweit der Limmat gelegen, zu verkaufen. Der potenzielle Verkäufer, der eine angrenzende Parzelle von 3000 Quadratmeter Bauland besitzt, möchte dieses ebenfalls an einen Investor verkaufen. «Durch den Verkauf der rund 1000 Quadratmeter grossen Parzelle könnte eine sinnvolle Arealüberbauung realisiert werden», schreibt der Unterengstringer Gemeinderat in der Weisung zur Gemeindeversammlung von heute Abend.

6,6 Millionen für beide Parzellen

Wie aus der Weisung weiter zu entnehmen ist, hat dieses Land Potenzial für Grosses. Zwar unterliegen die beiden Parzellen einem Quartierplan mit Lärmschutzauflagen, doch ist die Erstellung von zweigeschossigen Gebäuden mit Dachgeschoss und einer Gebäudetiefe von 15,3 Metern möglich. Die anrechenbare Geschossfläche beträgt laut Weisung 2888 Quadratmeter. Bei einer durchschnittlichen Grösse von 100 Quadratmetern könnten also knapp 29 Wohnungen erstellt werden.

Für beide Parzellen ist der Käufer bereit, 6,6 Millionen Franken zu bezahlen – wobei für die Parzelle der politischen Gemeinde ein Anteil von 1,6 Millionen Franken entfällt. Nach Abzug der Gebühren bliebe ein Gewinn von knapp 900 000 Franken. «Bei einem Alleinverkauf wurde die gemeindeeigene Parzelle wegen ihrer Grösse und Lage nicht denselben Erlös erbringen», schreibt die Exekutive in der Weisung. Weil der Grundbesitzer der grösseren Parzelle sein Landstück ohnehin verkauft, wäre ein späterer Landverkauf für die Gemeinde erschwert. Zudem könne so eine «sinnvolle Überbauung» realisiert werden. Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt den Verkauf zur Annahme.

Ein ähnliches Geschäft erwartet die Stimmberechtigten in Geroldswil am 7. Dezember. Sie befinden dann über eine Landabtretung wie auch über eine Ausnützungsübertragung, wie der Weisung zu entnehmen ist. Im Zentrum steht dabei die Mehrfamilienhausüberbauung an der Dorfstrasse 50 bis 60 im Gebiet Rötelacher. Heute gehören Teile der Überbauung aus den 1970er Jahren der J.F. Jost & Co mit Sitz in Schlieren. Diese beabsichtige, auf der nordöstlichen Seite des Mehrfamilienhauses auf der Höhe Dorfstrasse 56 sowie in der nördlichen Verlängerung der Liegenschaft Dorfstrasse 60 je einen Anbau mit insgesamt neun Wohnungen zu errichten.

«Die ganze Überbauung würde damit aufgewertet und nachverdichtet», schreibt der Geroldswiler Gemeinderat in der Weisung. So sollen zwei Grundstücksteile von 121 und 27 Quadratmetern an den Bauherrn abgetreten werden. Auch die bauliche Ausnützung zweier Parzellen in der Höhe von 1150 Quadratmetern will die Gemeinde zum Pauschalpreis von 650 000 Franken verkaufen. So seien die gemeindeeigenen Grundstücke strategisch unbedeutend, schreibt die Exekutive, und sie könnten nicht für als eigenes Projekt überbaut werden. Darüber hinaus könne die Gemeinde mit der Ausnützungsübertragung einen wichtigen Beitrag an das raumplanerische Ziel der Verdichtung leisten, heisst es weiter.(aru)