Geroldswil
Kritik an Baumfällaktion im Zentrum: «Wir haben nichts damit zu tun», sagt die Gemeinde

Einige Geroldswiler Leserinnen und Leser machen die Gemeinde für die Holzung der Tannen bei der alten Buswendeschlaufe verantwortlich. Diese wehrt sich nun gegen die Vorwürfe.

Sibylle Egloff
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Vergangenen Samstag wurden zum Ärger von Anwohnern mehrere Tannen im Geroldswiler Zentrum nahe der alten Buswendeschlaufe entfernt.

Vergangenen Samstag wurden zum Ärger von Anwohnern mehrere Tannen im Geroldswiler Zentrum nahe der alten Buswendeschlaufe entfernt.

zvg

Das Geroldswiler Dorfzentrum ist um mehrere Bäume ärmer. Die grossen Tannen neben der alten Buswendeschlaufe an der Gemeindehausstrasse 3 wurden vergangenes Wochenende entfernt. Dies zum Missfallen einiger Leserinnen und Leser, die sich bei der «Limmattaler Zeitung» mit Leserbriefen, E-Mails und Fotos, welche die Aktion dokumentieren, meldeten.

Ein Leser schreibt von einer «brutalen Baumfällaktion». Es seien mehrere grosse und gesunde Bäume gewesen. Er fragt sich: «War das nötig?» Ein anderer findet: «Im Dorfzentrum wurden Tannen gefällt im Akkord. Wir brauchen ja die grüne Lunge nicht!» Das Foto, das der Leser der E-Mail-Nachricht beilegte, schaffte es dann auch als Leserbild in die letzte Mittwochsausgabe der Zeitung.

«Bei dem heutigen Klimazustand ist dies ein Verbrechen»

Fliegende Tanne: Die Holzung sorgte für Unmut in der Bevölkerung.

Fliegende Tanne: Die Holzung sorgte für Unmut in der Bevölkerung.

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In einem Leserbrief äusserte zudem bereits ein anderer Leser seinen Unmut über die Fällung. Er schrieb: «Der Gemeinderat in Geroldswil hat die wunderschönen Tannen am Dorfplatz gefällt. Die Einwohner hätten dieser Aktion an einer Abstimmung zugestimmt. Schämt euch, bei dem heutigen Klimazustand ist dies ein Verbrechen.»

Diese Aussagen rufen nun die Gemeinde Geroldswil auf den Plan. Karl Suter, Abteilungsleiter Soziales und Gesundheit und stellvertretender Gemeindeschreiber ad interim, sagt: «Wir verstehen, dass eine solche Holzung für Reaktionen und Aufmerksamkeit sorgt. Die Gemeinde Geroldswil hat damit jedoch nichts zu tun. Der Gemeinderat ist nicht zuständig für das Fällen dieser Bäume. Diese Behauptung ist falsch.» Es sei dem Gemeinderat ein Anliegen, dass dies richtiggestellt werde, betont Suter.

Die Tannen standen auf privatem Grund

Auch hätten die Stimmberechtigten weder an einer Gemeindeversammlung noch an einer Urnenabstimmung dieser Aktion zugestimmt. Somit seien auch keine Steuergelder dafür aufgewendet worden, wie im Leserbrief fälschlicherweise geschrieben werde, sagt Suter. Das Land der alten Buswendeschlaufe gehört der Gemeinde. «Doch das Grundstück, auf dem die Bäume standen, ist Privatgrund. Es ist ein legitimer Entscheid des Eigentümers, die Bäume stehen oder fällen zu lassen. Er braucht dafür keine Bewilligung von der Gemeinde», sagt Suter. Lediglich die Unternehmung, welche die Bäume fällte, habe sich bei der Liegenschaftenabteilung der Gemeindeverwaltung und bei der Gemeindepolizei über die örtlichen Verhältnisse informiert.

Die aufwendige Baumfällaktion konnte im Quartier gut beobachtet werden.

Die aufwendige Baumfällaktion konnte im Quartier gut beobachtet werden.

zvg

Dass die alte Buswendeschlaufe, auch bekannt als Baufeld West, überbaut und das Haus daneben abgebrochen werden sollen, wie der Leserbriefverfasser behaupte, stimme ebenso nicht. «Im Moment plant die Gemeinde dort nichts. Es werden Überlegungen angestellt, was machbar sein könnte auch im Zusammenhang mit dem privaten Nachbargrundstück», sagt Suter. Von einem Bauprojekt des Eigentümers, der die Bäume fällen liess, wisse man nichts. «Ein Antrag auf eine Baubewilligung liegt nicht vor, was aber für eine Überbauung notwendig wäre.»

Erst eine Idee für die Nutzung der Buswendeschleife

Fakt ist, dass die Gemeinde für die alte Buswendeschlaufe eine Zwischennutzung einrichten möchte. Die Gemeinde sucht seit Anfang Jahr Partnerinnen und Partner mit spannenden Nutzungskonzepten, welche die 630 Quadratmeter grosse Fläche beleben und das Quartier aufwerten. Das Echo war bislang jedoch nicht gross. Suter sagt: «Bisher ist erst eine Idee eingegangen, die jedoch vom Ideengeber aus wirtschaftlichen Überlegungen wieder zurückgezogen wurde.»

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