Geroldswil
«Gemeinsam am Tisch»: Annemarie Wildeisen erzählt, wie ihre Kochbücher entstanden

Von der Idee bis zum fertigen Kochbuch ist es ein langer Prozess. Hinter dem fertigen Produkt steckt die Arbeit eines eingespielten Teams, wie die bekannte Kochbuchautorin Annemarie Wildeisen an einer Lesung in Geroldswil erzählte.

Celia Büchi
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Annemarie Wildeisen signierte nach der Lesung bei einem Glas Wein Kochbücher für die Zuhörerinnen und Zuhörer.

Annemarie Wildeisen signierte nach der Lesung bei einem Glas Wein Kochbücher für die Zuhörerinnen und Zuhörer.

Celia Büchi

«Ich bin eigentlich nur ein kleines Rad im ganzen Prozess», sagt Gastautorin Annemarie Wildeisen während ihrer Lesung in Geroldswil. Die rund 30 Sitzplätze im Mehrzweckraum der Schule Huebwies sind am Donnerstagabend gut besetzt und die Besucherinnen und Besucher hören gespannt zu. Die bekannte Fernsehköchin und Kochbuchautorin präsentiert begleitend zu ihren Erzählungen anschauliche Bilder, die den einen oder anderen zum Schmunzeln bringen. Wildeisen tritt souverän auf, ganz der Profi. Und doch bleibt sie authentisch und verbreitet an dem von der Bibliothek Geroldswil organisiertem Abend eine familiäre Stimmung.

Die Gerichte sollen möglichst ansprechend aussehen

«Es beginnt immer mit einem Mittagessen mit dem Verleger.» Annemarie Wildeisen beginnt bei der Entstehungsgeschichte ganz von vorne: bei der Ideenfindung für ein neues Kochbuch. Es müsse jeweils ein Thema sein, das ihr liege und über das sie mit Herzblut schreiben könne. Neben den Rezepten seien die Fotos und das Design sehr wichtig. «Damit es eine Freude ist zum Anschauen», sagt sie. Dafür sorgen der Fotograf, die Foodstylistin und die Grafikerin. Der Fotograf hat die Aufgabe, das Essen ins richtige Licht zu rücken und die beste Perspektive zu finden, damit es möglichst appetitlich aussieht. Die Foodstylistin sucht passende Untergründe und Accessoires für das perfekte Bild. Die Grafikerin wählt die Schriftart und positioniert Schrift und Fotos auf den Seiten. Dazu sagt Wildeisen:

«Wir arbeiten alle Hand in Hand.»

Der ganze Ablauf ist Annemarie Wildeisen mittlerweile bestens vertraut. Mit ihrem im September erschienenen Werk «Gemeinsam am Tisch» bietet sie über den AT Verlag insgesamt 18 Kochbücher zum Verkauf an. Besonders ist: In ihr neues Werk nahm die Fleisch- und Niedergarexpertin nur vegetarische Rezepte auf. Nach zahlreichen Fleisch-Kochkursen sei sie einfach übersättigt, erzählt sie nach der Lesung. Sie wolle den Leuten zeigen, dass man sich durchaus vegetarisch vollwertig ernähren kann. Sie selbst koche zu Hause oft vegetarisch. Ihre Lieblingsrezepte aus «Gemeinsam am Tisch» seien der Auberginenauflauf, die Strudelteigtarte und die Schmortomaten.

Annemarie Wildeisen gehen die Ideen nicht so schnell aus

Anschliessend an ihre Präsentation nutzen die Gäste die Möglichkeit, Wildeisen mit Fragen zu löchern. Ob ihr nie die Ideen ausgehen, will eine Frau wissen. «Nein», antwortet die Köchin. Sie liesse sich oft von ihren alten Kochbüchern oder anderen Kochzeitschriften aller Art visuell inspirieren. «Ich bin jemand, der im Kopf schmecken kann», sagt sie. Dadurch könne sie in Gedanken Essenskombinationen zusammenstellen.

Nach der Lesung lassen die Besucherinnen und Besucher den Abend beim Apéro ausklingen und tauschen sich über Kochgewohnheiten aus oder lassen sich ihr neu erstandenes Buch gleich von der Autorin signieren.

Die Bibliothek Geroldswil stellte Apérogebäck und Wein bereit, um den Abend angenehm ausklingen zu lassen.

Die Bibliothek Geroldswil stellte Apérogebäck und Wein bereit, um den Abend angenehm ausklingen zu lassen.

Celia Büchi

«Es war sehr interessant, einmal hinter die Kulissen zu schauen, was es alles braucht für ein Kochbuch», sagt Marianne Lamprecht aus Oetwil. Sie und ihr Mann Heini Lamprecht besitzen als Wildeisen-Fans nicht nur zwischen gut ein Dutzend Kochbücher von ihr, sondern haben auch ihre Zeitschrift «Kochen» abonniert. «Die Rezepte sorgen mit wenig Zutaten für viel Genuss», schwärmt Heini Lamprecht.

Es habe sie schon immer interessiert, wie ein Kochbuch entstehe, sagt Rita Delévaux aus Oetwil. Sie koche oft zu Hause, besitze aber kein Wildeisen-Kochbuch. Sie bevorzuge die einfache Küche gegenüber ausgefallenen Kombinationen und mit vegetarischem Kochen könne sie nichts anfangen.

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