Geroldswil
Aus ökologischen Gründen: Die Gemeinde verzichtet in Zukunft auf ihr Silvesterfeuerwerk

Der Geroldswiler Gemeinderat hat beschlossen, künftig nur noch den traditionellen Neujahrsapéro im Gemeindehaus durchzuführen. Noch vor zwei Jahren gewichtete er die Tradition höher als den Umweltgedanken.

Virginia Kamm
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Künftig gibt es auf dem Geroldswiler Dorfplatz kein Silvesterfeuerwerk mehr zu sehen.

Künftig gibt es auf dem Geroldswiler Dorfplatz kein Silvesterfeuerwerk mehr zu sehen.

Keystone

Der Geroldswiler Gemeinderat hat beschlossen, das traditionelle Silvesterfeuerwerk auf dem Dorfplatz nicht mehr durchzuführen, wie er kürzlich mitgeteilt hat. Über 20 Jahre lang hat der Anlass am 31. Dezember jeweils bis zu 300 Schaulustige angezogen. Grund für die Entscheidung, in Zukunft darauf zu verzichten, ist die Umwelt: «Der Gemeinderat möchte vermeiden, dass biologisch nicht abbaubarer Abfall und Feinstaub in die Natur gelangt», sagt Selina Brücker, stellvertretende Gemeindeschreiberin und Abteilungsleiterin Bevölkerungsdienste, auf Anfrage. Finanzielle Aspekte stünden hingegen nicht im Vordergrund.

Noch vor zwei Jahren sprach Sicherheitsvorstand Martin Conrad (SVP) mit der «Limmattaler Zeitung» über die Beliebtheit des Feuerwerks: «Die Leute finden das Feuerwerk sensationell. Ich höre oft, dass wir nie damit aufhören sollen», sagte er damals. Dass das Schauspiel am Himmel die Luft verschmutzt und für Feinstaub sorgt, war Conrad schon 2019 bewusst. Er sagte:

«Nichtsdestotrotz möchten wir deswegen nicht mit dieser Tradition brechen. Wir finden, dass das derzeit höher zu werten ist als der Umweltgedanke.»

In der Zwischenzeit hat sich die Einstellung des Gesamtgemeinderats dazu geändert. Nebst der Diskussion zum Versammlungsverbot infolge der Pandemie habe er sich mit dem Nachhaltigkeitsgedanken im Umweltschutz auseinandergesetzt, was ausschlaggebend für den künftigen Verzicht war, erklärt Brücker.

Privates Feuerwerk bleibt weiterhin erlaubt

Nun gibt es im Limmattal keine Gemeinde mehr, die ein Silvesterfeuerwerk durchführt. Die Geroldswilerinnen und Geroldswiler sollen allerdings auch in Zukunft nicht auf einen feierlichen Jahreswechsel verzichten müssen: Deshalb führt die Gemeinde den traditionellen Neujahrsapéro am 1. Januar im Gemeindehaus weiterhin durch.

Zudem ist das Abfeuern von privatem Feuerwerk weiterhin erlaubt. Vulkan- und Böller-Fans können also auch in Zukunft auf ihre Kosten kommen. «Vom Gemeinderat Geroldswil geht dazu keine Empfehlung aus. Er freut sich am Neujahrsapéro auf die Begegnung mit der Bevölkerung und dabei gemeinsam auf den Jahreswechsel anstossen zu können», sagt Brücker.

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