Täglich kämpfen sie für Wahrheit und Gerechtigkeit: die Staatsanwälte und Mitarbeiter der Gerichte im Kanton Zürich. Einmal im Jahr tauschen sie aber Richterroben und Gesetzbücher gegen Sportkleider und Ball, um beim Justitia-Cup im Volleyball und Fussball nach sportlichen Erfolgen zu streben.

Zum zweiten Mal war am Samstag auch das Bezirksgericht Dietikon mit einer Fussballmannschaft am Start. Es war ein Heimspiel: Sie organisierten den Cup auf der Sportanlage der Kantonsschule Limmattal. Neun Mannschaften waren dabei.

Wenig versteckte Fouls

Spielt Gerechtigkeit eine grössere Rolle auf dem Feld, wenn Mitarbeitende des Gerichts Fussball spielen? «Es gibt wenig versteckte Fouls», sagte Stephan Aeschbacher, Gerichtspräsident des Bezirksgerichts Dietikon und Mitorganisator des diesjährigen Cups. Das habe wohl mit der Berufsethik zu tun. Die Spiele seien fair, aber umkämpft, ein gesunder Ehrgeiz sei vorhanden. «Der olympische Gedanke spielt hier eine besondere Rolle, dabei zu sein ist das Wichtigste», so Aeschbacher. Den Reklamationen während des Spiels folgte oft ein verschmitztes Grinsen, es ging fröhlich und freundschaftlich zu und her. Trotzdem: «Gerecht wäre natürlich, wenn wir gewinnen würden», sagte ein Limmattaler Spieler.

Das Bezirksgericht Dietikon startete etwas verhalten: Die ersten beiden Spiele endeten unentschieden. «Wir haben gut gespielt, nur die Chancenauswertung war noch nicht ganz ideal», analysierte Aeschbacher. Die Qualifikation für die Halbfinals war noch möglich, dafür müsste man allerdings Gruppenfavorit Dielsdorf schlagen. «Verhalten optimistisch» bezeichneten die Spieler die Stimmung vor dem Spiel.

Intensiv und emotional

Dass die Dietiker den Halbfinal erreichen wollten, zeigten sie auf dem Feld von der ersten Minute an: Mit vereinten Kräften wehrten sie sich gegen die technisch starken Messis des Bezirksgerichts Dielsdorf, warfen sich vor die Bälle, wuchsen über sich hinaus und erkämpften sich Chancen, zweimal verfehlten sie das Tor nur knapp. Der Sieg war plötzlich möglich, das Spiel wurde intensiver und emotionaler – doch dann, nach einer umstrittenen Szene mit einem nicht geahndeten Hands der Dielsdorfer schob der Favorit zum 1:0 ein, kurz darauf folgte nach einem Elfmeter das 2:0.

So musste das Bezirksgericht Dietikon schliesslich um die Plätze 5 bis 9 spielen und sicherten sich dort mit drei Siegen den guten fünften Rang. «Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei», sagte ein Spieler.