Birmensdorf
Genossenschafter vom Alterszentrum am Bach können sich belohnen

Nach turbulenten Zeiten steht die Genossenschaft Alterszentrum am Bach nun auf gesunden Beinen.

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen
Nach fünf Jahren Betrieb schreibt das Birmensdorfer Alterszentrum Am Bach nun erstmals schwarze Zahlen.

Nach fünf Jahren Betrieb schreibt das Birmensdorfer Alterszentrum Am Bach nun erstmals schwarze Zahlen.

Es ist geschafft. Die Birmensdorfer Genossenschaft Alterszentrum am Bach weist für das vergangene Kalenderjahr erstmals eine ausgeglichene Bilanz aus. «Dass dies auch zum zehnjährigen Bestehen und zum fünfjährigen Jubiläum der Eröffnung des Alterszentrums passiert, ist natürlich wunderbar», sagt Genossenschaftspräsident Bruno Letsch auf Anfrage.

Bei Verlusten aus früheren Jahren in der Höhe von 345 000 Franken und einem Jahresgewinn von 412 000 Franken bleibt unter dem Strich ein Bilanzgewinn von knapp 70 000 Franken. Dies geht aus dem Bericht zur diesjährigen Generalversammlung der Genossenschaft hervor, die am 18. Mai stattfindet. Letsch verweist drauf, dass man in der Finanzplanung davon ausgegangen sei, ein Plus erst im kommenden Jahr zu erreichen.

«Die Kritiker waren vielleicht eher Menschen, die sich mit Finanzkennzahlen nicht sonderlich gut auskennen.»

Bruno Letsch, Präsident Genossenschaft Alterszentrum am Bach

Der Grund für das gute Abschneiden sei in der Auslastungsziffer zu suchen. Für die 52 Zimmer betrug diese seit 2014 stets zwischen 98,6 und 99,2 Prozent. «Das kantonale Mittel beträgt rund 95 Prozent. Auch wir rechneten mit dieser Ziffer, wurden aber positiv überrascht.» Den Erfolg sieht er den guten Leistungen der Angestellten und der Heimleitung geschuldet, wie auch dem vor fünf Jahren bezogenen Neubau.

Verständnis für Kritiker

Dabei wurden Zweifel laut, ob das Alterszentrum überhaupt rentabel betrieben werden könnte. Das Komitee «Steuergünstiges Birmensdorf» verlangte im 2013 vom Gemeinderat die Durchführung einer Risikoanalyse. In dieser sollte abgeklärt werden, welche Folgen ein Konkurs des Alterszentrums für die Steuerzahler habe. Im gleichen Jahr verkündete die Genossenschaft einen Verlust von 1,3 Millionen Franken.

Dabei habe man im Businessplan für die ersten Betriebsjahre mit Verlusten gerechnet, sagt Letsch. «Obwohl noch nicht viele Bewohner eingezogen waren, musste Personal angestellt und bezahlt werden – dass da unter dem Strich ein Minus resultiert ist logisch.» Nun im Nachhinein könne er zwar verstehen, dass sich einige Menschen gesorgt hätten. «Vielleicht waren es eher solche, die sich mit Finanzkennzahlen nicht sonderlich gut auskennen.»

Mit diesem guten Ergebnis wagt Letsch auch einen optimistischen Ausblick in die Zukunft des Alterszentrums. «Ziel ist es, unsere Personalkosten und die Auslastungsziffer auf diesem Niveau zu halten», sagt er. Dies, obwohl das Angebot an Plätzen in Alterszentren in der Region Limmattal derzeit gross sei.

Mit dem guten Ergebnis wird auch die bei der Raiffeisenbank aufgenommene Hypothek für den Neubau kleiner. Waren im 2015 noch 17,7 Millionen Franken bis 2028 abzubezahlen, schmolz diese Ziffer im vergangenen Jahr auf 16,9 Millionen Franken.Weiter haben auch die Gemeinden Aesch, Birmensdorf und Arni Geld in das Projekt investiert. Dabei handelt es sich um 8,7 Millionen Franken in Form eines Darlehens. Letsch: «Die Rückzahlung dieser Darlehen an die Gemeinden hat aktuell noch keine Priorität. Dies wird erst in ferner Zukunft in Angriff genommen.»

60 Franken pro Schein

Die 284 Genossenschaftsmitglieder können an der Versammlung über einen Antrag befinden, der ihnen selber zugutekommt. Nehmen sie den Antrag des Vorstandes an, erhalten Besitzer eines Anteilscheins im Wert von 3000 Franken eine Verzinsung. Diese soll 2 Prozent betragen, spült pro Anteilschein also 60 Franken in die Taschen der Genossenschafter.