Die Vertragsverhandlungen sind abgeschlossen. Es fehlt lediglich noch die Eigentumsübertragung. Diese kann allerdings erst erfolgen, wenn die Kirchgemeindeversammlung vom 28. November dem Verkauf zustimmt.

In der Kirchenpflege jedenfalls ist man sehr zufrieden mit dem Vertrag. «Die Baugenossenschaft Schönheim ist unser Wunschkandidat», sagt Kirchgemeindepräsidentin Barbara Haller. Insgesamt habe man mit rund 70 potenziellen Käufern Kontakt gehabt. Für die Baugenossenschaft habe man sich entschieden, weil einerseits der Preis stimme. Andererseits sei die Kirche immer bestrebt gewesen, dass der Wohnblock nicht zum Gegenstand von Spekulationen wird. Dies sei nun gewährleistet.

Mieten werden erhöht

Allerdings werden nach dem Verkauf die Mieten ansteigen, jedoch gemässigt, so Haller. «Im Sommer 2013 werden sie um 12,5 Prozent erhöht. Eine weitere Erhöhung von 12,5 Prozent wird danach über die nächsten zehn Jahre verteilt», so Haller. Eine Mieterhöhung wäre aber auch im Fall einer Ablehnung des Verkaufes unumgänglich. «Lehnt die Kirchgemeindeversammlung den Verkauf ab, müssten wir auch mit den Mieten rauf. Die Erträge des Wohnblockes decken die Ausgaben derzeit nicht. Zudem sind gewisse Sanierungsarbeiten absehbar», sagt Haller.

Dies ist einer der Gründe, der für einen Verkauf des Wohnhauses spricht, jedoch nicht der wichtigste. Die finanzielle Lage der Kirchgemeinde, die die Gemeinden Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil umfasst, ist angespannt. Die Schulden belaufen sich zurzeit auf 3,5 Millionen Franken. Zudem stehen an den kirchlichen Gebäuden in den nächsten Jahren Sanierungs- und Renovationsarbeiten an. Die Kirchenpflege rechnet mit Aufwendungen von rund 2,1 Millionen Franken. Die finanziellen Verpflichtungen belaufen sich folglich auf rund 5,6 Millionen Franken. Dieser Betrag könnte durch den Wohnblockverkauf deutlich gesenkt
werden.

«Wir rechnen mit einem Reingewinn von rund 3,3 Millionen Franken. Damit könnten sämtliche Sanierungen finanziert und Schulden abgebaut werden», sagt Haller. Die finanziellen Verpflichtungen würden sich dann nur noch auf 2,3 Millionen Franken belaufen. Ein Verkauf des Wohnhauses würde der Kirche überdies auch Einsparungen bringen. «Wir betreiben einen hohen finanziellen und personellen Aufwand für den Unterhalt des Wohnblockes. Dieser würde mit einem Verkauf wegfallen», so Haller. Das sei auch deshalb wünschenswert, weil die Vermietung von Wohnungen nicht zum Kerngeschäft einer Kirche gehöre.

Auf dieses Kerngeschäft will man sich künftig noch stärker konzentrieren. «Zudem werden wir bestrebt sein, dass wir in den nächsten Jahren unsere finanzielle Situation weiter verbessern», hält die Kirchgemeindepräsidentin fest. Sollte der Verkauf abgelehnt werden, würde wohl wieder die Veräusserung des Grundstückes neben dem Pfarrhaus in Unterengstringen ein Thema. Konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht.

Am Dienstag, 6. November, um 19.30 Uhr informiert die Kirchenpflege im Kirchenzentrum Geroldswil über den geplanten Verkauf des Wohnhauses.