Schulpflege
Generationenkampf: Zwei Urdorfer kandidieren für einen Sitz

Die Ex-Schulpflegerin und Ex-Gemeinderätin Barbara Meerwein von der FDP und der parteilose Marcel Weber kandidieren für die Schulpflege.

David Egger
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Barbara Meerwein (FDP) und Marcel Weber (Parteilos)

Barbara Meerwein (FDP) und Marcel Weber (Parteilos)

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Aus gesundheitlichen Gründen ist die 2014 gewählte Urdorfer Schulpflegerin Cinzia Fischer (CVP) zurückgetreten. Am 27. November kommt es zur Ersatzwahl. Zwei Kandidaten wollen den freien Sitz, dem derzeit das Ressort Mitarbeiterbeurteilung und Musikschule zugewiesen ist.

Für die FDP, der – basierend auf den Kantonsratswahlen 2015 – rechnerisch mindestens ein Sitz in der Schulpflege zustehen würde, steigt eine Altbekannte ins Rennen: Barbara Meerwein. Sie war von 1999 bis 2015 im Vorstand der Urdorfer FDP, von 1999 bis 2000 im Wahlbüro, von 2000 bis 2005 in der Schulpflege, dann von 2006 bis 2010 wieder in der Schulpflege und schliesslich von 2010 bis 2014 im Gemeinderat – ein beachtlicher Leistungsausweis.

Nur drängt sich angesichts ihrer Rücktritte und Wiederwahlen die Frage auf, wie lange sie nach der Wahl im Amt sein würde. «Die Frage ist berechtigt. Man muss es aber so sehen: Ich war 14 Jahre Behördenmitglied, mit nur einem Jahr Unterbruch», sagt Meerwein, die unter anderem als Klassenassistentin arbeitet und sich zur Mediatorin weiterbildet.

Die Kandidatur hat sie sich schon seit Fischers Rücktritt überlegt. Dann wurde sie vom Vorstand der FDP darum gebeten und entschied sich, zu kandidieren. «Ich kenne die Schulpflege und den Gemeinderat von innen, sowie die Abläufe, das ist ein Vorteil. Gerade jetzt, nach der abgelehnte Einheitsgemeinde, braucht es eine konstruktive Zusammenarbeit», sagt die 59-Jährige.

Meerwein hat zwei erwachsene Söhne und eine erwachsene Tochter. Im Minimum wolle sie die aktuelle Amtsperiode, die bis 2018 dauert, und eine weitere absolvieren.

Das Gleiche plant ihr Kontrahent Marcel Weber. «Wenn ich etwas anpacke, dann mache ich es längerfristig. Ich will jungen Elan in die Schulpflege bringen», sagt der 37-jährige Vater einer 19 Monate alten Tochter und eines 5-jährigen Sohns, der dieses Jahr im Kindergarten startete.

Auch Weber ist in Urdorf kein Unbekannter: Er organisiert die Böllebar mit, das Urdorfer EM- und WM-Public-Viewing. Auch die Lehrer kennen ihn, hat er doch vor ein paar Jahren jeweils am Examenessen die Aufgabe als DJ übernommen.

Von Beruf ist er Versicherungsberater bei der AXA Winterthur in Dietikon. «Wegen des Aussendiensts bin ich mir gewohnt, mit Menschen zu arbeiten. Ich weiss, wie die Bevölkerung denkt», sagt Weber, der ausserdem im Gewerbeverein und der Urdorfer Feuerwehr tätig ist. Zur Kandidatur sei er von Schulpräsident Stefan Zehnder (parteilos) ermutigt worden.

Flyer und Plakate sind geplant

Beide Kandidaten wollen für die Wahl kämpfen und Flyer verteilen, Weber plant zudem Standaktionen und Plakate. Der Wahlkampf hat schon begonnen: Am Mittwoch waren die Kandidaten bei der Urdorfer SVP vorgeladen, um sich vorzustellen. Am 27. Oktober ist die Anhörung bei der CVP, die mit dem Rücktritt Fischers zwar einen ihrer zwei Sitze verlor, der aber rechnerisch sowieso nur ein Sitz zustehen würde.

Die FDP ist seit dem Parteiaustritt der Vize-Schulpräsidentin Françoise Schnellmann nicht mehr in der Schulpflege vertreten. Neben dem freien Sitz sieht es in der Schulpflege derzeit wie folgt aus: Die SVP hat zwei Sitze, CVP, EVP und SP je einen. Dazu kommen drei Parteilose.