EVP-Gemeinderat Reto Bär findet das schade. Er richtete deshalb im November eine kleine Anfrage an den Stadtrat, um abzuklären, warum diese in Schlieren beliebte Form des Räbeliechtli-Umzugs verändert wurde. Weiter wollte er wissen, ob der Stadtrat beabsichtige, den gemeinsamen Umzug im traditionellen Umfang wieder einzuführen, oder ob dieser gar ausgebaut werden könne, etwa in Zusammenarbeit mit Vereinen oder der Musikschule.

In seiner Antwort erklärt der Stadtrat, der Räbeliechtli-Umzug in seiner bisherigen Form sei an seine Grenzen gestossen. Durch Eltern, die am Umzug mitliefen, statt am Rand zu warten, sei die Veranstaltung zu gross und unübersichtlich geworden. Das habe bei allen beteiligten und besonders bei den Kindern zu Stress geführt. Teilweise habe die Situation bei einzelnen Schülern gar Panik ausgelöst, so der Stadtrat. Die Lehrer, die den Umzug jeweils organisierten, hätten sich der gestiegenen Verantwortung nicht mehr gewachsen gefühlt.

Aufgrund personeller Änderungen wurde der Umzug in der Schulpflege grundsätzlich überdacht. Die vorgelegten Vorschläge überzeugten die Schulpflege davon, die Tradition des Räbeliechtli-Umzugs weiterhin zu pflegen. Für 2013 wurde beschlossen, die Veranstaltung in jeder Schuleinheit individuell durchzuführen, was gemäss Stadtrat ein durchwegs positives Echo ausgelöst habe. Trotzdem würden die Behörden sich nicht gegen einen gemeinsamen Umzug stellen, wenn dieser vom Gemeindeparlament initiiert werde. So sei ein Grossanlass, organisiert etwa in Zusammenarbeit mit «Event Schlieren», durchaus vorstellbar, schreibt der Stadtrat. Aber eine Rückkehr zum alten System mit zwei Umzügen dränge sich zurzeit nicht auf.

Der Entscheid ist nachvollziehbar

Er könne die Entscheidung der Schulpflege vor allem aus Sicherheitsbedenken gegen zwei grosse Umzüge nachvollziehen, sagt Bär auf Anfrage. Er habe sich auch immer genervt, wenn die Eltern beim Räbeliechtli-Umzug mitliefen, statt am Rand zu warten. Dies sei nie erwünscht gewesen, aber es habe sich eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Ob er tatsächlich einen Vorstoss für einen durch Dritte organisierten Räbeliechtli-Umzug im Gemeindeparlament einreichen wird, weiss Bär noch nicht. Er habe sich schon Gedanken zum Thema gemacht, aber noch habe ihm die Zeit für konkrete Schritte gefehlt. Er werde die Antwort des Stadtrats in den nächsten Wochen in Partei und Fraktion diskutieren, sagt er.

Event Schlieren will zu diesem Zeitpunkt noch keine Stellung nehmen zu einer möglichen Mithilfe beim Räbeliechtli-Umzug. Man werde allfällige Anfragen aus dem Gemeindeparlament aber prüfen, sagt Vereinspräsident Rolf Wild.