Dietikon
Gemeinsam gegen das Abfallproblem: Auf der Nötzliwiese wird gefeiert

Mit dem Benefizanlass am Samstag will sich die Interessengemeinschaft Nötzliwiese beim Stadtrat für die neuen WCs und Abfalleimer bedanken. Gleichzeitig soll erneut auf das Thema Recycling aufmerksam gemacht werden

Anina Gepp
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Fabienne Eisenring
 Drei Abfallkübel mehr auf der Nötzliwiese.

Drei Abfallkübel mehr auf der Nötzliwiese.

Fabienne Eisenring

An warmen Sommertagen bleibt auf der Nötzliwiese neben dem Bahnhof Dietikon viel Abfall liegen. Zu Spitzenzeiten halten sich an einem Wochenendtag über 1000 Menschen auf der Grünfläche an der Limmat auf. Die neu gegründete Interessengemeinschaft IG Nötzliwiese forderte den Stadtrat im Juli deshalb dazu auf, Toiletten und Abfallkübel aufzustellen. Diesem Wunsch ist Dietikon noch am selben Tag nachgekommen. Als Dankeschön für die schnelle Kooperation organisiert die IG Nötzliwiese den ganzen Samstag lang eine Benefizveranstaltung mit Festwirtschaft, Kinderplausch und Musik. Der Erlös des Anlasses soll der Stadt zugutekommen.

«Wir möchten damit ein Zeichen setzen und die Leute nochmals für die ganze Thematik sensibilisieren», sagt Mitorganisator Markus Roth. Es gebe zum Beispiel ein Büchsenwerfen-Wettbewerb der dazu beitragen solle, auf die Mülltrennung aufmerksam zu machen. Das Separieren von Metall und Pet hat die Interessensgemeinschaft schon erfolgreich auf der Nötzliwiese getestet. Zur Probe wurden dafür entsprechende Sammelsäcke mit Gummibändern an den Mülleimern befestigt. «Das wäre der nächste wichtige Schritt, den die Stadt gehen müsste», so Roth. Er denke aber nicht, dass die Stadtverwaltung diese Massnahme in nächster Zeit umsetzten werde.

Dennoch will der Umweltschützer nicht aufgeben. Ziel sei es, nun jedes Jahr eine Benefizveranstaltung auf der Nözliwiese zu organisieren. Der heutige Event sei sozusagen die Feuerprobe. «Wenn wir mit den Kosten rauskommen, sind wir zufrieden», sagt er.

«Mit dem Erlös tragen wir einen Teil der Unkosten selber.» Markus Roth, IG Nötzliwiese

«Mit dem Erlös tragen wir einen Teil der Unkosten selber.» Markus Roth, IG Nötzliwiese

Thomas Mathis

Integration von Randständigen

Neben dem Aspekt der Umwelt geht es Roth auch um die Integration von Randständigen. «Auf der Nötzliwiese treffen sich viele Arbeitslose oder auch Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit. Sie werden bis anhin von der Gesellschaft mehrheitlich ausgeschlossen», sagt er. Dank des Benefizanlasses könnten sie nun beweisen, dass sie einen Beitrag für die Bevölkerung leisten. Alle Menschen die er angesprochen und um Unterstützung gebeten habe seien sofort begeistert gewesen von der Idee, so Roth. Auch ihnen sei es ein grosses Anliegen, dass die Nötzliwiese sauberer werde.

Speziell mit Flyern eingeladen hat Roth die direkten Anwohner der Nötzliwiese, die sich öfter über den Lärm am Wochenende beschwerten. Einige Bewohner der Stadt hätten auch kritisiert, dass auf Kosten der Steuergelder nun Abfallbehälter und WCs aufgestellt worden seien, so Roth. Ihnen wolle er mit dem Benefizanlass ebenfalls ein Stück weit entgegen kommen und zeigen, dass er mit dem Erlös einen Teil der Unkosten trägt. Ein Transparent mit der Aufschrift «Danke an die Stadt Dietikon» soll ausserdem von allen ankommenden Böötlern unterzeichnet und gemeinsam mit dem gesammelten Geld ebenfalls dem Dietiker Stadtrat übergeben werden.