Geroldswil
Gemeindeversammlung verlangt Kommission für Zentrumsplanung

Die Gemeindeversammlung genehmigte das Budget nur, weil der Gemeinderat sich bereit erklärte, das Volk in die Planung einzubeziehen. Der Gemeinderat kam schliesslich der Forderung nach, eine Kommission aus Bürgern in die Planung einzubeziehen.

Sophie Rüesch
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Geroldswil Zentrum

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Limmattaler Zeitung

Die Diskussionen begannen wegen eines kleinen Sätzchens in den gemeinderätlichen Erläuterungen des Voranschlages 2014: 420 000 Franken sollten für die weitere Planung der Zentrumsüberbauung, namentlich für einen Gestaltungsplan sowie einen Studienauftrag, eingesetzt werden, hiess es da. Doch der Gemeinderat hatte die Rechnung ohne die Stimmberechtigten gemacht, die an der gestrigen Gemeindeversammlung ihrem Ärger über eine fehlende Einbindung der Bevölkerung in den Prozess der Zentrumsgestaltung Luft machten.

«Absurd» und unprofessionell sei es, zu diesem frühen Zeitpunkt in der Planung solche Summen einzusetzen, meinte einer der 122 anwesenden Stimmberechtigten. Eine andere Votantin warf dem Gemeinderat vor, am Volk vorbeizuplanen. Dann stellte ein Stimmberechtigter den Antrag, die 420 000 Franken aus dem Budget zu streichen und eine Zentrumskommission mit Vertretern aus der Bevölkerung ins Leben zu rufen.

Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter (FDP) mahnte, dass die Gemeinde dadurch ein ganzes Jahr im Planungsfahrplan verlieren würde. Nach einer ausserordentlich anberaumten Pause erklärte sie jedoch, dass der Gemeinderat bereit sei, der Forderung des Stimmberechtigten zu folgen und eine Kommission, bestehend aus Bürgern jeden Alters, zu gründen. Dafür solle aber der Posten im Budget belassen werden, «denn auch eine Kommission kostet etwas».

«Wir achten auf jeden Franken»

Finanzvorstand Michael Deplazes (parteilos) erklärte, dass der Gemeinderat «sehr intensiv» daran arbeite, die Kosten für die Zentrumsplanung tief zu halten. «Doch wir brauchen in Gottes Namen Geld, um weiterzukommen.» Er beschwor die Anwesenden, dem Gemeinderat zu vertrauen und das Budget so anzunehmen, wie es ist. «Wir werden auf jeden Franken achten», versprach er. Darauf wurde der Voranschlag bei gleichbleibendem Steuerfuss von 44 Prozent mit nur zwei Gegenstimmen angenommen, was der Gemeinderat mit sichtlicher Erleichterung aufnahm.

Die restlichen Traktanden wurden jeweils mit grosser Mehrheit angenommen. So stimmte die Gemeindeversammlung der Totalrevision der kommunalen Polizeiverordnung sowie dem Neuerlass der Personalverordnung zu. Ebenfalls genehmigt wurde die Bauabrechnung für die Aufstockung des Gemeindehauses.