Die Gemeinde Birmensdorf wird bald einen neuen Dorfteil erhalten. Die 119 Anwesenden genehmigten den privaten Gestaltungsplan Ämet an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend mit grossmehrheitlicher Zustimmung.

Sieben Jahre dauerte es, von der Einzonung des Gebiets Ämet bis zur Fertigstellung des privaten Gestaltungsplans, der als Grundlage für den neuen Dorfteil dienen soll (die Limmattaler Zeitung berichtete). Er garantiert nicht nur, dass das neu entstehende Wohnquartier an bester Lage sich gut in die Landschaft einfügt. Gleichzeitig sichert das Planungsinstrument auch den Zugang der restlichen Bevölkerung zur angrenzenden Naherholungszone durch das Quartier.

Folgekosten wurden diskutiert

An der Gemeindeversammlung drehten sich die Diskussionen vor allem um den erwarteten Bevölkerungszuwachs und die infrastrukturellen Folgekosten, die das neue Quartier mit sich bringen wird. Votant Markus Müller monierte etwa, dass bei der Revision der Bau- und Zonenordnung im Jahr 2006 noch von einem Zuwachs von rund 300 Einwohnern die Rede gewesen sei. «Heute sprechen wir über ein Quartier für bis zu 800 Leute», sagte er.

Die Erfahrungen in anderen Gemeinden mit starkem Bevölkerungszuwachs zeigten, dass die Mehreinnahmen an Steuern nicht ausreichen, um die Infrastrukturerweiterung aus eigenen Mitteln bezahlen zu können, so Müller.

Nicht nur Grundstücke bringen Mehreinnahmen

Bauvorstand Bruno Knecht (parteilos) gab zu bedenken, dass nicht nur Grundstückgewinnsteuern in die Kassen der Gemeinde fliessen werden, sondern auch die Steuern der späteren Bewohner des Ämets: «Ich bin mir sicher, dass wir die Infrastrukturkosten bewältigen können werden.» Diese Antwort schien die grosse Mehrheit der Anwesenden zu überzeugen.

Am Ende genehmigte der Souverän den Gestaltungsplan mit 93 zu 14 Gegenstimmen. Der Gemeinderat segnete den Gestaltungsplan bei einer Vorprüfung bereits Ende 2013 ab und setzt den Quartierplan in eigener Kompetenz fest. Vor ihrer Umsetzung muss nun auch der Kanton die beiden Planungsinstrumente genehmigen.

Kreditabrechnungen genehmigt

Im Verlauf des Abends genehmigten die Stimmberechtigten zwei weitere Geschäfte einstimmig: Die Abrechnungen zur Umsetzung der flächendeckenden Einführung von Tempo-30-Zonen in den Birmensdorfer Quartieren und der flankierenden Massnahmen auf der Ortsdurchfahrt (FLAMABI) hatten beide unter Budget abgeschlossen.