Das diesjährige Resultat bei den Wahlen fürs Schlieremer Stadtparlament ist erklärungsbedürftig. Vor allem, wenn es um die Beurteilung von Gewinnern und Verlierern geht.

Uneingeschränkt feiern dürfen die Grünliberalen. Sie haben zum ersten Mal um Sitze im Stadtparlament gekämpft und mit Nikolaus Wyss und Andreas Kriesi aus dem Stand deren zwei gewonnen. Allerdings hat Wyss den anvisierten Sprung in den Stadtrat nicht geschafft.

FDP gewinnt erneut Wähleranteile

Feiern dürfen auch die Liberalen. Sie konnten zum dritten Mal in Folge zulegen und kommen neu auf 17,6 Prozent Wähleranteil und einen Sitz mehr. Sie halten nun deren sechs. Das beste Resultat machte der Kantonsrat Andreas Geistlich. Priska Randegger, die während der Legislatur von der SVP zur FDP gewechselt hatte, wurde wiedergewählt. Hauchdünn verpasst hat allerdings Thomas Landis die Wiederwahl. Der Gewerbevereinspräsident erzielte mit 833 Stimmen gleich viel Zuspruch wie John Daniels und schied dennoch aus. Neu in der FDP-Fraktion ist Dominic Schläpfer. Die Partei hält weiterhin zwei Stadtratssitze.

SP verliert einen Sitz

Die SP verliert wieder einen Sitz und kommt neu auf 8 Sitze im Stadtparlament. Allerdings konnte die SP ihre zwei Stadtratssitze verteidigen. Das beste Resultat erhielte Walter Jucker, der als Neukandidat auf Anhieb den Spitzenrang gewann.

Federn lassen mussten auch die Grünen. Dominik Ritzmann hält den einzigen Sitz. Den zweiten Sitz gab die Partei mangels Kandidaten kampflos preis. Beat Rüst, einer der langjährigsten Gemeinderäte war nicht mehr angetreten.

Die SVP verliert zum zweiten Male in Folge Wähleranteile, ist aber mit 28,6 Prozent noch immer die mit Abstand stärkste Partei in Schlieren, die mit zehn Gemeinderäten auch die grösste Fraktion stellt. 2010 konnte die SVP dank der Jungen SVP einen Sitz dazugewinnen. Dieser ging gestern wieder verloren. Das Spitzenresultat erhielte Peter Seifriz. Für den in den Stadtrat gewählten Pierre Dalcher rutscht auf der Liste Dolores Zanini ins Stadtparlament nach.

Die CVP verlor ebenfalls Wähleranteile, jedoch keinen Sitz. 2010 kam die Partei auf 10,8 Prozent, 2014 auf 9,7 Prozent. Sie hält nach wie vor deren vier. Erstmals seit vielen Jahren ist sie aber wieder im Stadtrat vertreten, und zwar mit Stefano Kunz. Die CVP erbte den Sitz ihrer Schwesterpartei, der EVP. Für Kunz rutscht Sarah Imprusino ins Stadtparlament nach. Das beste Resultat machte Rolf Wegmüller.

QV ohne Übervater Naumann

Der Quartierverein hält nach wie vor drei Sitze und 8,6 Wählerprozent. Erstmals in der Geschichte der Ortspartei muss die Fraktion ohne ihren Übervater Arthur Naumann auskommen, der nicht mehr angetreten ist. Dafür belegt Sohn Jürg Naumann den Spitzenplatz für den Quartierverein.

Die EVP konnte ihre beiden Bisherigen erneut ins Stadtparlament bringen. Erwin Scherrer erhielt dabei am meisten Stimmen.