Behält die FDP ihren dritten Sitz im Geroldswiler Gemeinderat oder wird ein dritter Parteiloser in die Exekutive einziehen? Diese Frage wird am 3. März an der Urne geklärt. Dann wählen die Stimmberechtigten den Nachfolger des auf Ende Jahr zurückgetretenen Tiefbau- und Werkvorstandes Dominik Tiedt (FDP).

Zur Wahl für den Rest der Amtsdauer 2010 bis 2014 treten der freisinnige Peter Vogel und der parteilose William Steffen an. Der selbstständige Musikproduzent Steffen ist 54 Jahre alt und wohnt seit 2009 im Geroldswiler Teil der Fahrweid. Vogel hat Jahrgang 1951 und ist als Facility Manager an der ETH tätig (siehe Texte unten).

Im Gemeinderat sind derzeit mit Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter und Hochbauvorstand Willy Oswald zwei Freisinnige vertreten. Ebenfalls zwei Vertreter stellt die SVP. Es sind dies Sozial- und Gesundheitsvorsteherin Veronika Neubauer sowie Sicherheitsvorstand Martin Conrad. Komplettiert wird das Gremium von Finanzvorstand Michael Deplazes und Liegenschaftsvorstand Peter Christen (beide parteilos).

Peter Vogel will für die FDP den dritten Sitz verteidigen

«Die Infrastruktur muss gepflegt werden»

Peter Vogel will für die FDP den dritten Sitz verteidigen


Weil er sich mit seiner Wohngemeinde Geroldswil verbunden fühlt, möchte er sich auch gerne engagieren, sagt Peter Vogel. Deshalb kandidiere er für den Gemeinderat. Auch in Urdorf war er aktiv. Dort war er von 1990 bis 1994 Mitglied der Rechnungsprüfungskommission. Parallel dazu amtete er als Präsident der FDP Urdorf und als Vizepräsident der FDP des Bezirks. «Schon in Urdorf wäre eine Kandidatur für den Gemeinderat der nächste Schritt gewesen. Durch eine berufliche Neuorientierung und dem damit verbundenen Nachdiplomstudium fehlte mir aber die Zeit für die Politik», so Vogel. Das sei nun alles seit einiger Zeit abgeschlossen. Jetzt habe er wieder freie Kapazitäten, sich in einer Gemeinde zu engagieren.

Seit rund zehn Jahren wohnt Vogel mittlerweile in Geroldswil. Ebenso lange ist er an der ETH Zürich als Facility Manager tätig und dabei verantwortlich für den Betrieb und Unterhalt der Immobilien im Zentrum. Sollte er gewählt werden, würde er sich dafür einsetzen, die Infrastruktur in Geroldswil auf dem hohen Niveau beizubehalten. «Geroldswil hat seinen Einwohnern viel zu bieten. Man denke beispielsweise an die Sportanlage Werd, auf die wir zu Recht stolz sein dürfen», so Vogel. Allerdings müssen die gesamten Infrastrukturbauten und -anlagen auch entsprechend gepflegt werden. Deshalb sei das Engagement in der Kommunalpolitik so wichtig.

Gewohnt, im Team zu arbeiten

Durch seine Arbeit an der ETH sei er mit solchen Herausforderungen bestens vertraut. «Wir sind es uns gewohnt, vorausschauend zu planen. Gebaut ist relativ schnell. Es ist aber wichtig, dabei auch den künftigen Unterhalt mit einzurechnen», hält der 62-Jährige fest. Dafür sei es unabdingbar, als Team zu arbeiten, was er sich von der ETH ebenfalls gewohnt ist. «Im Gemeinderat will ich mich schnell in die Materie einarbeiten. Dank meiner Ausbildung im Bereich Elektrotechnik und meiner jetzigen Tätigkeit kann ich meine langjährigen Erfahrungen bestens einbringen», so Vogel.

Sich schnell einarbeiten zu können, sei angesichts der Herausforderungen, die mit der Zentrumsplanung auf die Gemeinde zukommen, von Vorteil. «Eine Überbauung, wie sie die Gemeinde auf dem Kiesplatz plant, lässt sich nicht innerhalb eines Jahres realisieren. Es werden noch viele Diskussionen anstehen», sagt Vogel. Spannend sei die Frage, wie das Vorhaben finanziert werden soll. «Gleichzeitig darf die Werterhaltung der bestehenden Infrastruktur nicht vernachlässigt werden.

William Steffen wäre das dritte parteilose Mitglied im Gemeinderat.

«Die Dorfteile einander näher bringen»

William Steffen wäre das dritte parteilose Mitglied im Gemeinderat.

William Steffen erachtet es als wichtig, dass die Fahrweid im Geroldswiler Gemeinderat vertreten ist. Als Vorstandsmitglied der Interessensgemeinschaft Fahrweid kennt er die dortigen Sorgen. «In der Fahrweid ist der Verkehr das prioritäre Thema. Besonders die Anwohner der Fahrweidstrasse sind vom hohen Verkehrsaufkommen geplagt und erhoffen sich Besserung. Zudem werden die geplanten flankierenden Massnahmen zum Gubrist-Ausbau durch die neuen Verkehrsachsen die Fahrweid tangieren», hält der 54-Jährige fest.

Seit 2009 wohnt der selbstständige Musikproduzent im Geroldswiler Teil der Fahrweid. Er ist ledig. Sollte er in den Gemeinderat gewählt werden, will Steffen in erster Linie ein taugliches Mitglied des Gremiums werden.

Weiter möchte er die beiden Dorfteile einander näher bringen. «Ich will versuchen den Austausch zwischen Geroldswil und Geroldswil-Süd zu fördern», sagt der parteilose Kandidat. Als Kommunalpolitiker müsse man nahe beim Volk sein. «Ich will ein Gemeinderat sein, der fassbar ist und ein offenes Ohr für die Anliegen der Einwohner hat», so Steffen. Er sei ein kommunikativer Mensch, könne aber auch gut zuhören. «Durch meine 35-jährige Konzerterfahrung als Musiker und Tontechniker bin ich aber auch stresserprobt. Ich bin es gewohnt, in kurzer Zeit Troubleshootings zu finden und Entscheidungen zu fällen. Ebenso ist Kreativität und Teamfähigkeit immer wieder ein prioritäres Thema», sagt Steffen. Seit 30 Jahren sei er nun selbstständiger Unternehmer. «Um wirtschaftlich zu überleben, braucht es straffe Organisation und viel Disziplin», so Steffen.

Bushaltestellen als Knacknuss

Diese werde auch nötig sein, um die Herausforderungen meistern zu können, die auf die Gemeinde zukommen. «Die Pläne des Gemeinderates, das Zentrum mit einer Überbauung weiter zu entwickeln, wird die Leute noch eine Weile beschäftigen. Wie die unlängst durchgeführte Informationsveranstaltung gezeigt hat, ist aber vor allem die Neuanordnung der Bushaltestelle das grosse Thema», hält Steffen fest.

Es müsse das Ziel des Gemeinderates sein, sowohl für die Automobilisten als auch für die Benutzer des öffentlichen Verkehrs eine transparente und befriedigende Lösung zu finden. «Die Autofahrer sollen im Zentrum flüssig vorwärtskommen. Die Busnutzer haben Anrecht auf pünktliche Verbindungen.»