Bergdietikon
Gemeinderatswahlen Bergdietikon: Vor allem die Neuen schnitten gut ab

Der Gemeinderat Bergdietikon ist für die Amtsdauer 2014 bis 2017 neu gewählt. Das beste Resultat erzielte Ralf Dörig (FDP), einer der beiden neuen Kandidaten. Am wenigsten Stimmen erzielte Gemeindeammann Gerhart Isler (Bürgerforum).

Bettina Hamilton-Irvine
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Mit dem besten Resultat neu in den Bergdietiker Gemeinderat gewählt: Ralf Dörig (FDP), der in der Gemeinde vielen als Feuerwehrkommandant bekannt ist.

Mit dem besten Resultat neu in den Bergdietiker Gemeinderat gewählt: Ralf Dörig (FDP), der in der Gemeinde vielen als Feuerwehrkommandant bekannt ist.

zvg

Bergdietikon hat gewählt: Alle fünf Kandidaten für den Gemeinderat erreichten am Sonntag schon im 1. Wahlgang das Absolute Mehr und sind somit für die Amtsperiode 2014 bis 2017 gewählt. Auffällig ist vor allem, dass die beiden neuen Kandidaten, Ralf Dörig (FDP) und Urs Emch (SVP) ausgezeichnet abschnitten: Dörig, der als Kommandant der Feuerwehr Bergdietikon in der Gemeinde bestens bekannt ist, erzielte mit 352 Stimmen gar das beste Resultat – gemeinsam mit dem bisherigen Gemeinderat Urs Vogel (SVP), der genau gleich viele Stimmen erhielt.

«Ich bin überrascht und erfreut über das gute Resultat», sagte Dörig am Sonntagnachmittag. Er habe nun hohe Erwartungen zu erfüllen, was ihn auch etwas unter Druck setze: «Ich habe Respekt vor der neuen Aufgabe. Vor allem aber freue ich mich sehr darauf.» Auch Vogel ist glücklich über sein gutes Abschneiden: «Es ist natürlich schön, wenn man so ein Resultat erzielt.» Zustande gekommen sei dies wohl einerseits, weil die SVP in Bergdietikon traditionell sehr stark sei. Andererseits schätzten die Leute wahrscheinlich seinen Umgang, vermutet Vogel: «Ich versuche immer, die Themen auf einer sachlichen Ebene zu halten.»

Mit 312 Stimmen schnitt auch der zweite neue Kandidat, SVP-Präsident Urs Emch, überraschend gut ab. «Dass ich als neues Gesicht so viele Stimmen geholt habe, freut mich wahnsinnig», sagte er. Man dürfe aber nicht vergessen, dass die Neuen wohl auch noch einen gewissen Bonus hätten: «Wir konnten schliesslich noch nicht polarisieren.»

Ähnlich sieht das die bisherige Gemeinderätin Brigitte Diggelmann (FDP), die mit 289 Stimmen etwas zurückfällt, das Absolute Mehr von 175 Stimmen aber immer noch locker erreicht. «Wir haben im Moment viele Themen, die in der Gemeinde kontrovers diskutiert werden», sagt sie.

Vor allem das geplante Alterszentrum, das in Diggelmanns Ressort fällt, erhitzt die Gemüter. Möglich, so die FDP-Gemeinderätin, dass sich dies auch etwas auf ihre Stimmen ausgewirkt habe. Mit ihrem Resultat sei sie trotzdem zufrieden. Und: «Es freut mich vor allem auch für die Neuen, dass sie so einen erfreulichen Start bekommen», so Diggelmann.

Mit 273 Stimmen das schlechteste Resultat erzielt hat Gemeindeammann Gerhart Isler (Bürgerforum), der nun seine zweite Amtsperiode antritt. Er wurde vor vier Jahren mit 518 Stimmen mit einem sehr guten Resultat neu in den Gemeinderat gewählt und schaffte es damals, den amtierenden Gemeindeammann Paul Meier (FDP) zu verdrängen. Das aktuelle Votum mache ihm aber kein Kopfweh, auch wenn er ein wenig enttäuscht über den letzten Platz sei, sagte Isler. Doch: «Der Gemeindeammann steht halt immer im Fokus und polarisiert.» Dass man es da nicht immer allen recht machen könne, sei logisch, so Isler. Trotzdem gehe er mit maximaler Motivation in die nächsten vier Jahre: «Ich freue mich darauf, mich weiterhin für die Gemeinde zu engagieren.»

Etwas traurig sei er über die rekordtiefe Stimmbeteiligung von 25,3 Prozent, so Isler. Doch habe er sich sagen lassen, dass Fachleute dies als gutes Zeichen werteten: «Viele Leute gehen wohl einfach nicht wählen, weil sie zufrieden sind.»

Noch tiefer war die Stimmbeteiligung bei der Wahl für ein Ersatzmitglied für das Wahlbüro. Sie lag bei 15,7 Prozent. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass es keinen offiziellen Kandidaten gab. Am meisten Stimmen, nämlich 51, erhielt Ernst Bruder (Bürgerforum). Damit verpasste er das Absolute Mehr von 63 Stimmen knapp. Nun haben die Parteien bis zum 4. September Zeit, Kandidaten aufzustellen. Falls nur ein Vorschlag eingeht, wird dieser in stiller Wahl gewählt. Ansonsten kommt es am 13. Oktober zum zweiten Wahlgang.