Oberengstringen
Gemeinderatsersatzwahl: AL sorgt für Zweikampf

Stefan Bolz von der Alternativen Liste tritt an den Gemeinderatsersatzwahlen in Oberengstringen gegen die parteilose Elsbeth von Atzigen an. Bolz' Nomination kommt indes nicht überraschend.

Sandro Zimmerli
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Stefan Bolz, Kandidat der AL. zvg

Stefan Bolz, Kandidat der AL. zvg

Limmattaler Zeitung

Die Alternative Liste (AL) Oberengstringen löst ihr Versprechen ein. Gestern hat sie bekannt gegeben, dass sie mit Stefan Bolz an den Gemeinderatsersatzwahlen vom 4. September antreten wird. Damit ist klar, dass es im Rennen, um den frei gewordenen Sitz in der Exekutive zu einem Zweikampf kommen wird. Bereits Anfang Juni hat die parteilose Elsbeth von Atzigen (51) ihre Kandidatur angekündigt.

Die Nomination von Bolz kommt wenig überraschend, hat sie sich in den letzten Wochen doch abgezeichnet. So hat die AL in einem Inserat in der jüngsten Ausgabe des Engstringer Kuriers in Bezug auf die Ersatzwahlen angekündigt, dass sie dem Bürger in dieser wichtigen Angelegenheit eine Auswahl bieten wolle. Sie warte deshalb «hoffnungsvoll auf weitere Kandidaturen und würde gegebenenfalls auch eine eigene Kandidatur mit Stefan Bolz in Betracht ziehen».

FDP verzichtet auf zweiten Sitz

Dieser Fall ist nun eingetreten, da keine andere Partei einen weiteren Kandidaten ins Rennen schickt. So war schon seit längerem bekannt, dass die SVP auf eine Nomination verzichtet. Von der SP und vom Politischen Forum Engstringen sind bislang ebenfalls keine Personen für die Wahl nominiert worden. Letzte Woche haben dann auch CVP und FDP verlauten lassen, dass sie keine Kandidaten haben.

Für die Freisinnigen bedeutet das, dass sie ihren zweiten Sitz im Gemeinderat definitiv nicht verteidigen werden. Denn die Vakanz im Gemeinderat ist durch den im März erfolgten sofortigen Rücktritt von Gemeindepräsident Reto Cavegn (FDP) entstanden. Die FDP wird nach dem Wahlsonntag nur noch mit Claudia Trüb in der Exekutive vertreten sein.

CVP rüstet sich für den Herbst

Die CVP ihrerseits schielt bereits über den 4. September hinaus. Ihr Ziel ist es eine Kandidatin oder einen Kandidaten für die mögliche Schulpflegeersatzwahl im Herbst zu finden. Sollte Elsbeth von Atzigen Anfang September in den Gemeinderat gewählt werden, würde in der Schulpflege wieder ein Sitz frei. Denn von Atzigen ist seit 2004 Mitglied und seit 2005 Vizepräsidentin der Schulpflege. Zudem war sie von 1997 bis 2010 Vorstandsmitglied des Elternvereins.

Wie von Atzigen ist auch der 1959 geborene Bolz kein Unbekannter. Er ist der älteste Sohn des Lehrerehepaares Otto und Rosmarie Bolz. Als Schauspieler war er lange bei den «Eischtringer Spiillüüt» aktiv. 2007 hat er die AL-Ortssektion Oberengstringen mitbegründet. Beruflich ist Bolz in der Informatikbranche zu Hause. Nach seinem Geographie-Studium an der Universität Zürich war er unter anderem 15 Jahre als Informatiker für die Swissair tätig. Derzeit arbeitet Bolz als Senior IT Spezialist für Hewlett Packard.

Links gegen rechts

Mit seiner Kandidatur sorgt Bolz dafür, dass es bei allen drei Ersatzwahlen vom 4. September zu Zweikämpfen kommt. Neben einem siebten Gemeinderatsmitglied werden auch ein neuer Gemeindepräsident und ein neues Schulpflegemitglied gesucht. Bei der Präsidiumswahl kommt es zu einem Duell zwischen links und rechts. Für die SP steigt die bisherige Gemeinderätin und Sozialvorsteherin Käthi Mühlemann (55) ins Rennen. Die SVP setzt auf ihren amtierenden Gemeinderat und Schulpräsidenten André Bender (48).

In der Schulpflege gilt es den Sitz des zurücktretenden Claudio Piovesan (parteilos) zu ersetzen. Die SP schlägt als Nachfolgerin die 39-jährige Claudia Béguin vor. Die FDP setzt auf die 42-jährige Natalie Pedrocchi-Seiler.

Während sich die Mitgliederversammlung der FDP bei der Präsidiumswahl für Stimmfreigabe entschieden hat, bezieht die AL klar Stellung. So wird sie bei den Wahlen für das Gemeindepräsidium Käthi Mühlemann und bei den Schulpflegewahlen Claudia Béguin unterstützen.