Oberengstringen

Gemeinderats-Kandidatin: «Ich zweifle an den anderen Kandidaten»

Gabriella Martini.

Gabriella Martini.

Gabriella Martini aus Oberengstringen erklärt, wieso sie sich entschieden hat, als dritte Kandidatin auch in das Rennen um den noch freien Gemeinderatssitz einzusteigen.

Während sich im ersten Wahlgang für die Gemeinderatswahlen in Oberengstringen beim besten Willen nicht mehr als sechs Kandidaten finden liessen, kämpfen nun bereits drei Personen um den siebten, noch freien Sitz. Gabriella Martini, die am Wochenende ihre Kandidatur für den zweiten Wahlgang am 18. Mai bekannt gab (siehe Ausgabe von gestern), ist nach Kurt Leuch (Politisches Forum Engstringen) und Stefan Bolz (AL) die Dritte im Bunde.

Dass sie sich auch noch für eine Kandidatur entschieden habe, liege vor allem an den beiden anderen Kandidaten, sagt die parteilose Martini auf Anfrage: «Ich zweifle dran, dass sie die richtigen Personen für diese Aufgabe sind.» Kurt Leuch, der bereits von 2004 bis 2009 im Gemeinderat sass, scheine ihr zu wenig belastbar.

Schliesslich sei er damals aus dem Gemeinderat zurückgetreten, weil er überlastet gewesen sei. Stefan Bolz wiederum habe sehr lange gezögert, bis er sich für eine Kandidatur entschieden habe: «Er wirkt nicht sehr entscheidungsfreudig.»

«Ich habe viele Ideen und Träume»

Daher habe sie sich entschlossen, ebenfalls anzutreten: «Das Volk braucht jemanden mit Überzeugung und Elan, der Beschlüsse fristgerecht umsetzt», sagt die 51-Jährige, die seit rund 20 Jahren in Oberengstringen wohnt. Als Inhaberin einer Kindertagesstätte in Oberengstringen könne sie Personal einstellen, um ihre Zeit für das Amt flexibel einzuteilen.

Für Martini, die verheiratet ist und einen Sohn hat, wäre es das erste politische Amt. Ihre Schwerpunkte will die Präsidentin der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Höngg vor allem in den Bereichen Wohnen im Alter, bezahlbare Wohnungen und Kinderbetreuung legen.

Zentral sei für sie zudem ein gesunder Finanzhaushalt, sagt Martini, die sich politisch links der Mitte ansiedeln würde. Das freie Sozialressort wäre ihr Wunschressort – sie könne sich aber auch alle anderen vorstellen.

Leuch reagierte gestern verwundert auf Martinis Aussagen: «Ich staune, dass Frau Martini, die mich nicht persönlich kennt, meine Belastbarkeit beurteilen kann.» Tatsache sei, dass sich seine Situation im Jahr 2009 nicht mit der heutigen vergleichen lasse: Damals sei er im Gegensatz zu heute noch Schulleiter und im Kantonsrat gewesen.

Auch Bolz will sich nicht als zögerlich dargestellt sehen: «Dass ich nicht entscheidungsfreudig bin, stimmt so nicht.» Er habe mit seiner Kandidatur bloss gewartet, bis klar gewesen sei, dass die SP nicht mit einem eigenen Kandidaten komme. Diesen hätte er nicht konkurrenzieren wollen.

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