Limmattal
Gemeinderating-Fazit: Limmattaler Gemeinden schneiden gut ab

Die «Weltwoche» zählt vier Limmattaler Gemeinden, welche ganz vorne mitmischen. Unterengstringen, welches auf Rang 35. ist, geht aus dem Bericht als «beste» Gemeinde heraus.

Sophie Rüesch
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Unterengstringen schneidet im Gemeinderating am besten ab.

Unterengstringen schneidet im Gemeinderating am besten ab.

zvg

Unterengstringen, Uitikon, Birmensdorf und Bergdietikon mischen beim diesjährigen Gemeinderating der «Weltwoche» ganz vorne mit. Von den 908 Schweizer Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern, die das Magazin untersucht hatte, schaffen es alle vier unter die Top 100. Die «beste» Limmattaler Gemeinde ist gemäss dem gestern erschienenen Bericht demnach Unterengstringen auf Rang 35. Letztes Jahr noch reichte es knapp nicht unter die ersten Hundert (106).

Gemeindepräsident Peter Trombik freuts, auch wenn er hinter dem Rating eine gewisse Willkür vermutet: «Mal sind wir vorne, dann wieder hinten, jetzt offenbar wieder ganz vorne — dabei sind wir doch immer dieselbe Gemeinde!», sagt er auf Anfrage. Natürlich freue ihn ein gutes Abschneiden trotzdem sehr, schiebt er nach.

Lage, Steuern, neue Wohnungen

Auch ist es nicht so, dass der Gemeindepräsident sich den grossen Sprung nach vorn nicht erklären kann: Unterengstringen sei eine dynamische Gemeinde, in der innert kurzer Zeit viel gebaut und dementsprechend die Einwohnerzahl markant höher wurde. «Gleichzeitig konnten wir im Gegensatz zu anderen ähnlich dynamischen Gemeinden einen tiefen Steuerfuss beibehalten, können mit der schönen Lage punkten und sind dennoch nah an Wirtschaftszentren», so Trombik.

Auch Uitikon (62), Birmensdorf (83) und Bergdietikon (99) kommen in der Auflistung gut weg. Ausserordentlich gut konnte Uitikon in der Kategorie «Sozialstruktur» punkten: Dort belegt es unter allen 908 Gemeinden Platz 1.
Neben der Sozialstruktur, die anhand von Bildungs- und Sozialquote sowie dem steuerbaren Einkommen pro Einwohner gemessen wird, verwendeten die mit der Studie beauftragten Zürcher Immobilienspezialisten IAZI für die Berechnung vier weitere Kategorien. So wurden im Bereich «Arbeitsmarkt» die Arbeitslosenquote, der Beschäftigtenanteil, die Anzahl Firmenneugründungen und die Zentrumsnähe untersucht; im Bereich «Dynamik» die kurz- und langfristige Bevölkerungsentwicklung; im Bereich «Reichtum» Steuerertrag und Immobilienpreise einer Gemeinde. Weiter bildet die Steuerbelastung eine Kategorie. Die insgesamt 20 Kennzahlen, die so für die Gesamtbewertung zusammenkommen, stammen aus öffentlichen Statistiken, so die «Weltwoche».

Nicht mehr unter den 100 Besten vertreten ist Oetwil, das letztes Jahr unter den Limmattaler Gemeinden noch den ersten Platz erzielte (48). Verschlechtert hat sich insbesondere sein Rang in der Kategorie Arbeitsmarkt. Gemeindepräsident Paul Studer erstaunt das nicht. «Wir sind ja hauptsächlich Wohngemeinde und bieten auf Gemeindegebiet nicht viele Arbeitsplätze.» Eine allzu hohe Bedeutung misst Studer derartigen Ratings ohnehin nicht zu. «Gegenüber solchen Statistiken bin ich immer ein bisschen skeptisch», sagt er. Dennoch könnten diese anzeigen, in welchen Bereichen allenfalls Handlungsbedarf bestehe.

So richtig schlecht hat übrigens keine Limmattaler Gemeinde abgeschlossen: Auch das letztplatzierte Oberengstringen liegt im schweizweiten Vergleich noch komfortable über der Mittellinie.