Unter dem Motto «Die Chilbi ist gestorben – es lebe der Dietiker Märt!» forderte Romer den Stadtrat im März in einem Postulat dazu auf, «die organisatorische Federführung zu übernehmen, um den ‹Dietiker Märt› ins Leben zu rufen und dementsprechend sein Engagement zielorientiert in dieser Sache zu verstärken». Romer schwebte eine Grossveranstaltung auf der Allmend mit Lunapark, Gewerbeausstellung, Marktständen und Festwirtschaft vor; das grobe Konzept dazu hatte er bereits ausgearbeitet.

Jetzt liegt die Antwort des Stadtrates vor: Der Stadtrat hält es «für unverhältnismässig und nicht zielführend, einen zusätzlichen Markt ins Leben zu rufen». Vielmehr möchte er seine Kräfte auf die Weiterführung bestehender Veranstaltungen konzentrieren. «Das Konzept lautet Qualität vor Quantität. Die Dietiker Märkte sollen klein, aber fein sein und sich so von der grossen Konkurrenz in der Umgebung wie Bremgarten oder Baden unterscheiden», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort und verweist auf den Frischmarkt sowie drei Märkte, die bereits heute jeweils jährlich durchgeführt werden.

Strategie nicht nachvollziehbar

Romer ist ob der Antwort des Stadtrates enttäuscht, bezeichnet die Haltung als «mutlos»: «Das ist wieder eine Initiative, die abgewürgt wird. Ich verstehe nicht, warum sich der Stadtrat so sträubt.» Führen und Regieren beinhalte auch, mit gutem Beispiel voraus zu gehen. Die Strategie des Stadtrates, auf bestehende Veranstaltungen zu bauen und nicht weitere städtische Ressourcen für die Organisation und die Finanzierung aufzuwenden, kann Romer nicht nachvollziehen: «Wer, wenn nicht die Stadt, könnte die Veranstaltung anreissen? Später kann die Organisation dann an ein Komitee übergeben werden.»

Die Stadt hätte das Rad nicht neu erfinden müssen, meint Romer in seinem Postulat. Laut ihm hätte sich das Engagement der Stadt auf eine temporäre personelle Unterstützung für die Organisation, versiertes Marketing sowie die Bewerbung der Schausteller und Marktfahrer beschränken können. Der Hinweis des Stadtrates, dass dieser die Weiterführung der Chilbi begrüssen und private Bestrebungen für ein neues Konzept zur Attraktivitätssteigerung unterstützen würde, ärgert Romer. «Der Stadtrat macht es sich zu einfach.» Es brauche Vorreiter mit geeigneten Möglichkeiten bezüglich Organisationsstruktur und Arbeitskräften, um als Organisator aufzutreten.

Die Initiative selber ergreifen will Kinobesitzer Romer nicht, obwohl er sich die Aufgabe zutrauen würde: «Ich habe mit diesem Gedanken gespielt. Aber ich habe bereits eine Sieben-Tage-Woche, ich habe keine Kapazität.» Mithelfen würde er aber jederzeit. Wie geht es jetzt weiter? «Ich werde weiter Druck machen. Die Argumentation des Stadtrates ist mir zu dünn.»