Oberengstringen
Gemeinderat kann sich doch gegen Autobahnraststätte wehren

Der Gemeinderat hat über einen Anwalt erwirkt, dass er bei der geplanten Sanierung der Autobahnraststätte einspracheberechtigt ist.

Sandro Zimmerli
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Die Autobahnraststätte ist René Beck ein Dorn im Auge. zim

Die Autobahnraststätte ist René Beck ein Dorn im Auge. zim

Limmattaler Zeitung

Der Oberengstringer Gemeinderat fordert einmal mehr, dass der Autobahnrastplatz bei der Limmat definitiv aufgehoben wird. Im Rahmen der Vernehmlassung zum Entwurf des Regionalen Raumkonzeptes (Regio-ROK) verlangt die Exekutive, dass der Rastplatz an der A1 in der künftigen Planung nicht mehr enthalten ist.

Mit dem Regio-ROK sollen die Leitlinien für die künftige Raumentwicklung im Limmattal definiert werden. Das Konzept bildet die Grundlage für die Überarbeitung des regionalen Richtplanes, die im Jahr 2012 vorgesehen ist. Das Zielbild ist abgestimmt mit dem Zukunftsbild, wie es im laufenden Projekt «Agglomerationsprogramm 2011» entwickelt wurde.

Schliessung schon länger gefordert

«Diese Forderung soll erneut untermalen, dass wir diesen Rastplatz nicht mehr wollen», erklärt Gemeindepräsident ad interim René Beck. Grund dafür sind vor allem die Vorgänge, die sich dort zutragen. Der Rastplatz dient nicht nur Fernfahrern als Nachtquartier, er ist auch als Strassenstrich für Schwule bekannt. Zudem will die Gemeinde den Platz für die Neugestaltung des Limmatraums nutzen.

Wegen der Vorgänge rund um die Raststätte wurde der Gemeinderat bereits 1999 per Initiative dazu aufgefordert, sich für deren Schliessung einzusetzen. Es war letztlich vergebens.

Die jüngsten Forderungen nach einer Schliessung der Raststätte stehen im Zusammenhang mit Sanierungsplänen des Bundesamtes für Strassen (Astra). Dieses will auf dem Areal eine Strassen-Abwasseranlage erstellen und die Auffahrt auf die Autobahn verlängern.

Anwalt erreicht erstes Ziel

Um sich dagegen zu wehren, hat der Oberengstringer Gemeinderat kürzlich einen Rechtsberater beigezogen. «Nachdem uns das Astra beschieden hatte, dass wir nicht einspracheberechtigt sind, hat unser Anwalt nun dafür gesorgt, dass wir uns zum Vorhaben trotzdem äussern dürfen», so Beck.

Neben Oberengstringen sind auch eine Reihe weiterer Gemeinden und Organisationen für die Schliessung der Raststätte. Dazu gehören unter anderem die Gemeindeallianz Lebensqualität Limmattal und das Komitee Chance Gubrist. Dieses schlägt vor, das Geld für die geplante Sanierung der Raststätte lieber in den von Weiningen geforderten Bau einer Autobahnüberdeckung beim Gubristtunnel zu investieren.