Oberengstringen
Gemeinderat hat genug von Abfallsündern – Videokameras sollen Chaos bei Sammelstellen beenden

Die Gemeinde Oberengstringen rüstet weiter auf im Kampf gegen Abfallsünder. Die Kameras müssen nur noch angeschaltet werden.

David Egger
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Diese Videokamera hat die Sammelstelle Lanzrainstrasse im Blick.
22 Bilder
Noch ist die Kamera zwar nicht eingeschaltet. Aber bald ist es so weit.
Dank der Videoüberwachung soll bei den Oberengstringer Sammelstellen bald Ordnung herrschen.
Bislang wurden unter anderem die Öffnungszeiten missachten.
Zudem gab es immer wieder Abfallsünder, die ihren Hauskehricht an den öffentlichen Sammelstellen deponierten.
Solchem Tun sollen die Videokameras nun Einhalt gebieten.
Die Unordnung bei den Sammelstellen stört viele Einwohner von Oberengstringen.
Betroffen ist jeweils auch die Sammelstelle Schützenhaus.
Mit Bildern wie diesem soll in Oberengstringen endlich Schluss sein: Es stammt von der Sammelstelle beim Schützenhaus.
Aber auch die Sammelstelle Schützenhaus ist schon bald eine videoüberwachte Zone.
Die Überwachungskameras wurden schon montiert.
Videoüberwachung an Oberengstringer Sammelstellen
Möglich sind die Kameras dank der 2017 genehmigten neuen Polizeiverordnung und dem 2018 genehmigten Videoüberwachungsreglement.
Auch die Sammelstelle Werkgebäude soll bald überwacht werden.
Auch hier kam es immer wieder zu Regelverstössen.
«Der Gemeinderat kann zum Schutz öffentlicher Sachen und des öffentlichen Grundes technische Geräte zur Überwachung einsetzen», heisst es in der Oberengstringer Polizeiverordnung.
Das Oberengstringer Videoüberwachungsreglement hält fest, dass Videoüberwachung nur dann zulässig ist, wenn «andere Schutzmassnahmen geprüft worden sind oder von vornherein aussichtslos erscheinen».
Die Videoüberwachung an den drei Sammelstellen ist somit sozusagen das letzte Mittel, um der Abfallsünder Herr zu ­werden.
Zu oft werden die Öffnungszeiten missachtet, zu oft landen nicht nur Altglas und Ähnliches auf den Sammel­stellen.
Die «Limmat­taler Zeitung» hat in den letzten Jahren schon mehrmals über Entsorgungssünden bei den Oberengstringer Sammelstellen berichtet.
Doch verschiedene Massnahmen zeitigten bisher keinen Erfolg. Deshalb hat sich die Gemeinde nun für Überwachungskameras entschieden.
So vermüllt treffen die Mitarbeiter der Gemeinde Oberengstringen die Sammelstelle immer wieder an. Dieses Bild stammt von der Sammelstelle beim Werkgebäude.

Diese Videokamera hat die Sammelstelle Lanzrainstrasse im Blick.

LiZ/deg

Ihre Augen sind schon jetzt auf die Menschen gerichtet, aber sie sehen noch nichts: die Kameras bei den drei Sammelstellen Lanzrainstrasse, Schützenhaus und Werkgebäude in Oberengstringen. Einer Leserin sind die neu montierten Überwachungsgeräte aufgefallen. Sie informierte deshalb die «Limmat­taler Zeitung», um der Sache auf den Grund zu gehen.

«Es werden alle drei Abfallsammelstellen der Gemeinde Oberengstringen mit einer Videoüberwachungskamera ausgerüstet», bestätigt der Oberengstringer Gemeindeschreiber Matthias Ebnöther. Die Gemeinde werde noch publizieren, wann die Kameras genau in Betrieb genommen werden. Zudem werde dann mittels Schildern auf die Überwachung an den Sammelstellen aufmerksam gemacht.

Gemeinde will Abfallsünder dank Kameras anzeigen

«Ziel ist es, unsach­gemässen und ausserhalb der Annahmezeiten deponierten Gegenständen entgegenzuwirken und allfällige Abfallsünder per Überwachungskamera zur Anzeige zu bringen», erklärt Ebnöther die Hintergründe der Kamera-Installation.

Diese geht letztlich zurück auf einen Entscheid, den die Oberengstringer Gemeindeversammlung im Sommer 2017 gefällt hat. Sie genehmigte damals die heutige Polizeiverordnung, die seither auch folgenden Passus umfasst: «Der Gemeinderat kann zum Schutz öffentlicher Sachen und des öffentlichen Grundes technische Geräte zur Überwachung einsetzen.»

Die Polizeiverordnung allein reichte aber noch nicht aus, um Kameras zu installieren. Es bedarf hierzu noch eines ­Reglements zur Videoüber­wachung. Dieses hat der Oberengstringer Gemeinderat im Herbst 2018 genehmigt und ­veröffentlicht.

Die Lösung für das ewige Sammelstellen-Chaos

Das Reglement hält fest, dass Videoüberwachung nur dann zulässig ist, wenn «andere Schutzmassnahmen geprüft worden sind oder von vornherein aussichtslos erscheinen». Die Videoüberwachung an den drei Sammelstellen ist somit sozusagen das letzte Mittel, um der Abfallsünder Herr zu ­werden. Zu oft werden die Öffnungszeiten missachtet, zu oft landen nicht nur Altglas und Ähnliches auf den Sammel­stellen. Immer wieder entsorgen unbelehrbare Rappenspalter auch ihren Hauskehricht bei den Sammelstellen.

So vermüllt treffen die Mitarbeiter der Gemeinde Oberengstringen die Sammelstelle immer wieder an. Dieses Bild stammt von der Sammelstelle beim Werkgebäude.

So vermüllt treffen die Mitarbeiter der Gemeinde Oberengstringen die Sammelstelle immer wieder an. Dieses Bild stammt von der Sammelstelle beim Werkgebäude.

zvg

Die «Limmat­taler Zeitung» hat in den letzten Jahren mehrmals darüber berichtet. «Manche Personen sind in der Nacht oder am Wochenende mit Lieferwagen angefahren und haben riesige Mengen Unrat entsorgt», erzählte 2016 der damalige Gemeinderat David Specker (FDP). Und Gemeinderat René Beck (CVP) sagte 2018 vor den Wahlen, dass die Unordnung bei den Sammelstellen für viele Bewohner ein Ärgernis sei und er hier einen Akzent setzen wolle. Nun ist es also Zeit für Kameras.

Die Daten, welche die ­Videokameras erheben, muss die Gemeinde spätestens 100 Tage nach der Aufzeichnung wieder vernichten beziehungsweise überschreiben.

Mit Bildern wie diesem soll in Oberengstringen endlich Schluss sein: Es stammt von der Sammelstelle beim Schützenhaus.

Mit Bildern wie diesem soll in Oberengstringen endlich Schluss sein: Es stammt von der Sammelstelle beim Schützenhaus.

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